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Unbekannte randalieren am See

Gaststätte am Schwarzachtalsee eröffnete erst im April mit neuem Pächter
Biertischgarnituren im Wasser, umgeworfene Pflanzenkübel und Sonnenschirme – die Täter haben ein Bild der Verwüstung hinterlassen.
Biertischgarnituren im Wasser, umgeworfene Pflanzenkübel und Sonnenschirme – die Täter haben ein Bild der Verwüstung hinterlassen.
Privat

Ertingen sz Erst Mitte April, am Karsamstag, hatte der neue Pächter der Gaststätte am Schwarzachtalsee, Frank Selbherr, die Türen für die Gäste geöffnet. Nun, zwei Monate später, haben unbekannte Täter in der Nacht von Samstag auf Sonntag die Außenanlage des „Paradieses am See“ verwüstet und teilweise auch beschädigt. Selbherr verständigte die Polizei, die jetzt nach den Tätern sucht.

Der finanzielle Schaden hält sich mit rund 100 Euro zwar in Grenzen. „Aber es ist ärgerlich“, sagt Selbherr. „Dass es Leute gibt, die keinen Respekt vor dem Eigentum anderer haben, das ist das Traurige daran.“ Die Unbekannten, die zwischen 23 und 6 Uhr auf dem Gelände randalierten, warfen rund um dem See verteilt sieben Biertische und sechs Bierbänke in den See. Eine Garnitur ging dabei kaputt. Außerdem warfen sie einen Sonnenschirm und Zierbäumchen auf der Terrasse des Restaurants um. Dabei brachen die Betonplatten, mit denen der Ständer des Schirms beschwert wird, auseinander. „Wir haben das alles neu investiert“, erklärt Selbherr. „Gott sei Dank ist nur eine Biertisch-Garnitur kaputt.“ Arbeit hat das Ganze dennoch verursacht.

Polizei verständigt

„Es ist ein großer Aufwand, das aus dem Wasser herauszuholen“, sagt auch Uwe Krause, Pressesprecher des Ulmer Polizeipräsidiums. Selbherr hatte die Beamten verständigt – nicht nur, um die Übeltäter zu finden, sondern auch aus versicherungstechnischen Gründen. „Ob es aufgeklärt wird, ist immer ein großes Fragezeichen“, räumt Selbherr ein. Und Krause bestätigt das: „Bei Sachbeschädigung ist die Aufklärungsquote eher gering.“ Der Wert der beschädigten Dinge sei oft nicht so hoch, so dass auch die Bevölkerung kein großes Interesse habe, bei der Aufklärung mitzuhelfen.

Aber Krause stellt auch klar: „Sachbeschädigung ist eine Straftat.“ Sie kann mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Handelt es sich um öffentliche Einrichtungen, die beschädigt werden, sind es sogar bis zu drei Jahre Haft. Wer erwischt und verurteilt wird, ist dann vorbestraft.

In jüngster Zeit scheinen sich die Fälle von Sachbeschädigung in der Region gehäuft zu haben. Anfang Juni stiegen Unbekannte ins Höhenfreiband Zwiefalten ein und warfen Gegenstände ins Becken. Vergangenes Wochenende ein ähnliches Szenario im Naturfreibad Uttenweiler: Unbekannte montierten eines der Fußballtore ab und versenkten es direkt unter dem Sprungturm im Wasser.

Frank Selbherr hat den Vorfall am Schwarzachtalsee auf der Facebookseite des „Paradieses am See“ gepostet und hofft, vielleicht auch auf diese Weise Hinweise auf die Täter zu bekommen. Einige der Kommentare-Schreiber sprechen das Thema Überwachungskamera an. „Das wäre eine Möglichkeit“, sagt der Pächter, etwa ab 22 Uhr, wenn keine Gäste mehr da sind. „Wenn es aber eine einmalige Angelegeheit bleibt, braucht man das nicht.“ Um Sachbeschädigung zu verhindern, setzt Uwe Krause vom Polizeipräsidium indes auf die Anwohner. „Wenn man verdächtige Geräusche oder Stimmen hört, kann man ruhig die Polizei rufen, die das dann überprüft.“ Bekomme man im Nachhinein etwas mit, solle man Anzeige erstatten und „niemanden in Schutz“ nehmen.

Polizei sucht Hinweise

Wer in der Nacht von Samstag, 17. Juni, auf Sonntag, 18. Juni, zwischen 23 und 6 Uhr etwas Verdächtiges beobachtet hat oder sonstige Hinweise zur Sache geben kann, wird gebeten, sich an das Polizeirevier in Riedlingen, Telefon 07371/9380, zu wenden.

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