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Ehingen (Donau)
Lokales

Tourismus in der Region boomt

Übernachtungszahlen steigen – Weltkulturerbe-Status ist auch Herausforderung

Vor der Präsentation auf der Stuttgarter Tourismusmesse CMT stellten Landrat Heiner Scheffold, Mitarbeiter des Landratsamts und Vertreter von Städten und Gemeinden die touristischen Zahlen und Schwerpunkte der Region im Landratsamt vor.
Vor der Präsentation auf der Stuttgarter Tourismusmesse CMT stellten Landrat Heiner Scheffold, Mitarbeiter des Landratsamts und Vertreter von Städten und Gemeinden die touristischen Zahlen und Schwerpunkte der Region im Landratsamt vor.
dtp

Region sz Der Tourismus im Alb-Donau-Kreis ist weiter auf der Erfolgsspur. Das haben Landrat Heiner Scheffold und Vertreter von Städten und Gemeinden am Mittwoch im Landratsamt Ulm mitgeteilt. Durch das Unesco-Welterbe sei die Region weiter in den Blickpunkt gerückt. Auf der Tourismusmesse CMT in Stuttgart ab dem 13. Januar präsentiert sich der Landkreis wieder unter der Dachmarke „Schwäbische Alb“. „Komm und entdecke das Land des Löwenmenschen“, so lautet der Slogan.

Bereits im Jahr 2016 waren die Übernachtungszahlen im Alb-Donau-Kreis deutlich angestiegen. „Mit rund 535 000 Übernachtungen im Jahr 2017 erwarten wir eine neue Bestmarke“, verkündete Heiner Scheffold. Das sei ein leichtes Plus von ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei sind nur Betriebe ab zehn Betten und Campingplätze ab zehn Stellplätzen berücksichtigt. Rechne man die Zahlen der kleineren Betriebe hinzu, kämen noch einmal 160  000 Übernachtungen oben drauf.

„Für uns ist wichtig: Die meisten Übernachtungen hatten wir in den Sommermonaten – Juli, August, September – ein Indiz für mehr Urlauber, da der Geschäftsreiseverkehr in dieser Zeit eher verhalten ist“, erklärte der Landrat. Außerdem sei die Aufenthaltsdauer konstant bei zwei Tagen geblieben – mehr als in der Vergangenheit. „Wir arbeiten daran, dass wir noch höhere Zahlen bekommen“, so Scheffold.

Auch Ehingen wird bei Touristen zunehmend beliebter. Würden die kleineren Betriebe mit hinzugerechnet, werde man im Jahr 2017 das erste Mal die Marke von 100 000 Übernachtungen knacken, erklärte Rolf Koch vom Stadtmarketing Ehingen stolz. Das Gesamtergebnis für das Jahr 2017 soll ab Februar vorliegen. Koch betonte, dass die guten Zahlen Ausdruck harter Arbeit, einer guten Strategie und guter Netzwerke seien. „Seit 1999 haben sich die Übernachtungszahlen verdreifacht.“

Der Ehinger Bierwanderweg wird auf der CMT zertifiziert, die Berg-Bier-Tour fürs E-Bike soll im Herbst als ADFC-Tour zertifiziert werden. Ehingen ist zudem eine von zwölf Kleinstadtperlen im Ländle, beim Projekt der baden-württembergischen IHKs mit dem Tourismus Marketing Baden-Württemberg.

Vernetzung als Aufgabe

Der Weltkulturerbe-Status für den Hohle Fels in Schelklingen habe sich noch nicht in den Anfragen in Ehingen widergespiegelt, sagt Koch. „Da bedarf es noch der Vernetzung.“ Das sei eine konkrete Aufgabenstellung für die nächsten Jahre.

In Schelklingen selbst sind die Übernachtungszahlen gegenüber 2016 fast gleich geblieben. Es gebe nur ein begrenztes Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten in der Stadt, erklärte Schelklingens Hauptamtsleiter Edgar Sobkowiak. Der Bedarf an weiteren Angeboten sei da. Denn das Interesse am Hohle Fels steigt: Seit August 2017 ist die Höhle nicht mehr nur sonntags, sondern von Mittwoch bis Sonntag für Besucher geöffnet. Insgesamt besichtigten im vergangenen Jahr 12 500 Besucher die Höhle – 5000 mehr als in den Vorjahren. Die Hoffnung sei, dass die Menschen auch in der Innenstadt bleiben, sagte Sobkowiak.

Auch in Blaubeuren werden die Eiszeithöhlen und das Urgeschichtliche Museum stark nachgefragt, erklärte Bürgermeister Jörg Seibold. 60000 Besucher haben das Museum im zurückliegenden Jahr besucht – bisheriger Rekord.

„Auch wir freuen uns über die Möglichkeit, uns auf der großen Bühne zu präsentieren“, blickte Untermarchtals und Lauterachs Bürgermeister Bernhard Ritzler für die Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen auf die Stuttgarter Messe voraus. Auch in Munderkingen seien die Übernachtungen von rund 4200 auf 4500 im vergangenen Jahr angestiegen. Als südliches Tor des Biosphärengebiets habe man kreisübergreifend viele Kontakte geknüpft.

Westerheim wolle sich unter anderem als Wohlfühlort, Skigebiet und als Betreiber der Schertelshöhle präsentieren, erklärte Westerheims Bürgermeister Hartmut Walz.

„Laichingen kann nicht mit Eiszeitkunst aufwarten“, erklärte Laichingens Bürgermeister Klaus Kaufmann. Doch man sei in der Nähe der Fundstätten und von Blaubeuren. „Wir überlegen, wie wir uns vernetzen mit den Angeboten und Highlights“, sagte Kaufmann. In der Innenstadt gebe es bald öffentliches WLAN, verkündete er, im Frühjahr soll zudem eine E-Bike-Ladestation eingerichtet werden.

Erlebbar machen

„Hinter uns liegt ein ausgesprochen spannendes Jahr“, erklärt Landrat Heiner Scheffold. Die Anerkennung zum Unesco-Welterbe sei eine riesige Chance für die Region, aber auch eine große Herausforderung für die Tourismusarbeit, so müssten etwa erst einmal Konzeptionen erarbeitet werden, bevor Fördergelder vom Land fließen. Die Alleinstellungsmerkmale der Region seien: Wiege der Kunst und Musik; Höhlen, Felsen, blaue Quellen und Donau-Flair. Das Erlebbarmachen, etwa durch Verknüpfung mit den Themen Radfahren und Wandern, stehe im Vordergrund.

Die Neuausschilderung der Wanderwege sei abgeschlossen, vier Eiszeitpfade seien als Qualitätswanderwege zertifiziert. Die Broschüre „Fahrradtouren“ ist neu aufgelegt und um drei neue E-Bike-Touren ergänzt. Sechs Qualitätsradwege gibt es mittlerweile im Landkreis. „Tourismus ist auch ein Wirtschaftsfaktor“, betonte Scheffold. Durch die nötige Infrastruktur erhöhe sich auch die Lebensqualtität der Menschen vor Ort. Im Tourismus im Alb-Donau-Kreis werden Umsätze von rund 260 Millionen Euro erzielt, davon rund 65 Millionen im Übernachtungssektor.

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