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Lindau (Bodensee)
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Therme wird sechs Millionen Euro teurer

Investor Schauer schätzt Mehrkosten wegen des Bürgerentscheids auf zwei Millionen – Baubeginn verzögert sich
So sehen die Anlagen des Eichwaldbades nach dem Saisonende aus. Abriss und Neubau sind vorerst auf das kommende Jahr verschoben.
So sehen die Anlagen des Eichwaldbades nach dem Saisonende aus. Abriss und Neubau sind vorerst auf das kommende Jahr verschoben.
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Lindau sz Die geplante Therme im Eichwald wird deutlich teurer als bisher vorgesehen. Grund sind laut Investor Andreas Schauer Verzögerungen beim Baubeginn. Schauer spricht von sechs Millionen Euro Mehrkosten, von denen ein Drittel auf den Bürgerentscheid zurückzuführen sei. Denn deshalb kann der Bau erst in einem Jahr beginnen.

Bereits vor der Stadtratssitzung am Dienstagabend hat Schauer die Lindauer Zeitung auf Anfrage hin über den Stand der Planung informiert. Mehr als sieben Wochen nach dem Bürgerentscheid hat Schauer einen Überblick über die Folgen. Am schwerwiegendsten ist für ihn, dass er heuer nicht mehr mit den Bauarbeiten für den Neubau beginnen kann. Denn wegen des Bürgerentscheids habe er im Frühjahr die bereits vergebenen Aufträge an Baufirmen zurückziehen müssen. Und nun bekomme er die nötigen Firmen nicht mehr. Das gelte vor allem für die nötigen Spezialfirmen für einen Thermenbau, von denen es zum Teil nur drei oder vier in ganz Deutschland gebe. Die seien derzeit ausgelastet.

Schauer erklärt zudem, dass sich in Folge des Bürgerentscheids auch die Baugenehmigung verzögert habe. Deshalb könnten die Firmen frühestens im Oktober anfangen. Dann aber wären sie im kommenden Frühjahr noch nicht weit genug. Das wäre aber wichtig, da dann erfahrungsgemäß der Wasserpegel des Sees wieder steigt. Damit es keine Schäden durch Auftrieb gibt, müsste bis zum Steigen des Wassers entsprechend viel Beton verbaut sein. Das wäre laut Schauer heuer nicht mehr zu schaffen.

Die Bauarbeiten können erst im kommenden Sommer beginnen

„Der Bau verzögert sich um ein ganzes Jahr“, sagt Schauer. Die bereits begonnen Arbeiten für den Rückbau werden demnach erst im kommenden Jahr zu Ende geführt. Dann plant Schauer den Beginn der Aushub- und Neubauarbeiten im Sommer, so dass Bodenplatte und Untergeschoss im Frühjahr 2019 auftriebssicher dastehen.

„Wenn das Wetter nicht zu schlecht wird“, sollten die Bereiche Frei- und Strandbad rechtzeitig fertig werden, um diese im Sommer 2020 zu eröffnen. Hallenbad, Vitalbad und Saunalandschaft kann Schauer nach eigenen Worten aber frühestens vor Weihnachten 2020 eröffnen.

Aus der Verzögerung ergeben sich laut Schauer Kostensteigerungen von insgesamt sechs Millionen Euro. Zwei Millionen führt der Investor direkt auf den Bürgerentscheid zurück. Diese Verzögerung habe die Bürgerinitiative zu verantworten. Die anderen vier Millionen erklärt er unter anderem damit, dass die Frage der Parkplätze entgegen der Ausschreibung nicht geklärt gewesen sei und die Stadt mit dem Finanzamt verhandeln musste. „Diese Verzögerung haben wir nicht verursacht“, deshalb will er mit Oberbürgermeister Gerhard Ecker darüber verhandeln, wer die Kosten tragen muss.

Weitere Verzögerungen und damit Mehrkosten wegen der angekündigten Klage des Bund Naturschutz fürchtet Schauer derzeit nicht. „Wir haben das Bebauungsplanverfahren sehr, sehr sorgfältig erarbeitet“, und dies unter Beteiligung des Landratsamtes, des Naturschutzbeirates, der Regierung von Schwaben und anderen. „Dass das verhindert wird, glaube ich nicht“, weitere Verzögerungen könne er aber nicht ausschließen. Unverständnis äußert er deshalb über den BN-Lindau, der lieber auf Fundamentalopposition setze, als mittels Verbesserungsvorschlägen an dem Projekt mitzuarbeiten.

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