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Strafbefehl gegen Kat-Kapitän ist rechtskräftig

Der Schiffsunfall vor Hagnau im August 2016 ist strafrechtlich abgeschlossen – Wasserrechtliche Genehmigung für Kats bleibt unberührt
Mitte August 2016 hat ein Katamaran im Seeraum vor Hagnau einen Segler gerammt und versenkt. Der Kapitän hat seinen Strafbefehl akzeptiert.
Mitte August 2016 hat ein Katamaran im Seeraum vor Hagnau einen Segler gerammt und versenkt. Der Kapitän hat seinen Strafbefehl akzeptiert.
Ralf Schaefer

Friedrichshafen sz Der Strafbefehl gegen den Schiffsführer des Katamarans, der im August 2016 im Seeraum vor Hagnau eine Segelyacht gerammt und versenkt hat, ist rechtskräftig. Der Kapitän hat gegen das Urteil des Amtsgerichts Konstanz – einen Strafbefehl über 3600 Euro – keinen Widerspruch eingelegt. „Damit ist der Fall strafrechtlich abgeschlossen“, sagte am Donnerstag Amtsgerichtsdirektor Franz Klaiber auf Anfrage der SZ.

Der Schiffsführer in Diensten der Katamaran-Reederei wurde zu 90 Tagessätzen verurteilt. Damit bekommt er strafrechtlich keine Eintragung, gilt nach Worten von Klaiber als „nicht vorbestraft“. Der wegen wegen fahrlässiger Gefährdung des Schiffsverkehrs und fahrlässiger Körperverletzung verurteilte Kapitän „fährt seit dem Unfall im vergangenen Jahr nicht mehr und wird es auf absehbare Zeit auch nicht mehr tun“, erklärte Josef Siebler, Sprecher der Stadtwerke Konstanz. Die Bodensee-Schiffsbetriebe und die Stadtwerke Konstanz stellen die Schiffsführer für die Kat-Linie zwischen Friedrichshafen und Konstanz.

Konkreter als Josef Siebler wird Sebastian Dix, Sprecher der Kat-Reederei: „Nach der Anerkennung des Strafbefehls wird dieser Schiffsführer auf jeden Fall für mindestens drei weitere Jahre nicht auf dem Katamaran eingesetzt.“

Menschliches Versagen

Auch nach dem Richterspruch bleibt die wasserrechtliche Erlaubnis für den Katbetrieb zwischen Konstanz und Friedrichshafen unverändert. Dies hat nach Worten von Benedikt Graf, Sprecher des Landratsamtes Konstanz, das Schifffahrtsamt Konstanz als zuständige Behörde „nach eingehender Prüfung des Sachverhalts entschieden.

In ihren Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft Konstanz zuvor menschliches Versagen des Schiffsführers als Ursache für den Unfall festgestellt. Zum Zeitpunkt des Unfallereignisses habe die Katamaran-Reederei alle geltenden Auflagen und Bedingungen der wasserrechtlichen Erlaubnis eingehalten. Selbst unter Berücksichtigung der Auflagen und Bedingungen der ursprünglichen Fassung der wasserrechtlichen Erlaubnis hätte der Unfall nicht verhindert werden können, heißt es aus Konstanz. Die ursprüngliche Forderung, wonach der Führerstand der Fährschiffe jeweils mit zwei Schiffsführern besetzt sein muss, gelte ausschließlich bei Dunkelheit im Schnellfahrbereich und bei unsichtigem Wetter. Da zum Unfallzeitpunkt gute Sichtverhältnisse vorlagen, hätte somit keine Pflicht zur Doppelbesetzung bestanden. Im Übrigen: Die Katamarane, so die Konstanzer, würden im Vergleich zu anderen Linienschiffen bereits mit einem überdurchschnittlich hohen Sicherheitsstandard betrieben.

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