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Startschuss für Spohn-Sanierung

Ravensburger Gymnasien werden bis 2020 grundlegend renoviert

Ravensburg sz Der neu gegründete Projektausschuss „Generalsanierung AEG/Spohngymnasium“ des Gemeinderats hat am Montagabend endgültig den Startschuss für die dringend notwendige Renovierung der Ravensburger Gymnasien gegeben. Einstimmig votierte der Ausschuss für die flächenmäßig größte Gebäudesanierung in der Stadtgeschichte. Finanziell ist das Projekt auf 16,7 Millionen Euro gedeckelt – doch auch die Einhaltung dieser Marke dürfte schwierig werden.

Denn schon jetzt liegt die Kostenberechnung bei knapp 19,5 Millionen Euro. Rund 16 Prozent davon sollen im Projektverlauf eingespart werden, indem auf wünschenswerte Details – zum Beispiel beim elektronischen Sonnenschutz, der Raumausstattung oder der Beleuchtung – verzichtet wird. Durch intensives Controlling will die Stadt eine Realisierung im Kostenrahmen ermöglichen, doch die Zweifel daran waren im Projektausschuss dennoch nicht von der Hand zu weisen. Das liegt zum einen an Bereichen, die die Stadt nicht beeinflussen kann, wie zum Beispiel die aktuelle Veränderung bei den Honorarsätzen für Architekten und Ingenieure oder der alljährlichen Kostensteigerung im Baugewerbe. Zum anderen wurden bei der Sitzung am Montag Wünsche laut, die Mehrkosten nach sich ziehen werden.

Konkret ging es dabei um das Gestühl für zwei der drei Physikräume. Die Lehrer wünschen sich eine aufsteigende Bestuhlung für den Physik-Unterricht, die Stadt ist dagegen. Sie führt Mehrkosten, Unflexibilität und Probleme mit der Barrierefreiheit ins Feld, während die Pädagogen die Bedeutung von Demonstrationsexperimenten für die Physik und den damit notwendigen guten Überblick der Schüler herausstreichen. Eine Entscheidung darüber fiel am Montag nicht; letztlich soll geprüft werden, ob und wie eine Realisierung möglich ist, wenn es die Geldmittel zulassen. Einvernehmen fand hingegen der Wunsch aus der Lehrerschaft und der Schulleitungen, dass weiterhin alle Klassenzimmer mit Waschbecken und grünen Kreidetafeln ausgestattet werden sollen – auch wenn die Stadtverwaltung im Blick auf die Wasserversorgung vor möglichen höheren Folgekosten warnt.

Der Ravensburger Gemeinderat hatte im März 2012 den Grundsatzbeschluss gefasst, die beiden Gymnasien, deren ältester Gebäudeteil aus dem Jahr 1912 stammt, grundlegend zu sanieren. Wesentliche Verbesserungen soll es beim Brandschutz und der Barrierefreiheit geben, der Lehrer- und Verwaltungsbereich wird neu geordnet, die Fachräume werden an einem Ort gebündelt. Die maroden Toiletten werden nicht nur saniert, sondern deren Zahl auch erhöht. Hinzu kommen Renovierungen des Dachs, aller Fenster, der Fassade und der Klassenzimmer. Auch die Haustechnik, also Heizung, Sanitär und Lüftung, wird erneuert.

Umbau beginnt 2014

Die Sanierung erfolgt in mehreren Schritten, Start ist 2014 mit dem Pavillon der Schulen. 2020 soll das Projekt beendet sein. Erst dann wird man wissen, wie weit der Kostenrahmen gesprengt wurde.

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