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Volker Knab

Stadt geht Leerstand in der Innenstadt offensiv an

Innenstadt-Stelle wurde aufgestockt– Im gezielten Dialog mit Eigentümern werden Konzepte entwickelt
In der Heiligenberger Straße in Pfullendorf fallen die Leerstände besonders auf. Mit einem Konzept soll dem Problem in der Innenstadt entgegengewirkt werden.
Volker Knab

Pfullendorf sz Die Wirtschaftsförderung der Stadt Pfullendorf widmet sich im kommenden Jahr intensiv um den Leerstand der Innenstadt. Dazu haben Wirtschaftsförderer Felix Kretz und die für die Innenstadt zuständige Mira Krane ein auf das ganze Jahr angelegtes Konzept entwickelt. Die Stelle von Krane wurde auf eine Halbtagsstelle aufgestockt. Die für die Innenstadt zuständige Fachkraft wurde ursprünglich auf 400 Euro Basis angestellt. Diese geringfügige Stelle wurde seinerzeit vom Einzelhandel als zu geringfügig kritisiert. Kretz und Krane wollen jetzt im Bereich Innenstadt den vom Einzelhandel und den Eigentümern in der Innenstadt geforderten Schwerpunkt setzen.

Das Konzept startet mit Beendigung der imakomm-Analyse. Die Firma imakomm AKADEMIE erarbeitet im Auftrag der Stadt seit Frühjahr vergangenen Jahres ein Entwicklungskonzept für die Innenstadt. Mitte März werden deren Ergebnisse mit einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert und fließen in das Folgeprojekt von Krane/Kretz ein. Die Stadt will ein Leerstands-Management aufbauen.

Dabei versteht sich die Stadt „als Dienstleister“, sagt Felix Kretz. Die Hauseigentümer werden gezielt bedient. Den Auftakt setzt eine Veranstaltung nur für die Eigentümer der Leerstands-Immobilien in der Stadt. Die sollen dann in persönlichen Gesprächen ihre Fortsetzung finden. „Wir können uns viel vorstellen, Dreh- und Angelpunkt ist aber der Eigentümer“, sagt Mira Krane. Die Stadt ist bereit, für die Entwicklung der Innenstadt Geld in die Hand zu nehmen. Das soll sich dann aber maßgeblich auf den Begleitprozess konzentrieren. Direkte Subventionen, wie anfängliche Kostenübernahmen bei der Miete, etwa um einen jungen Unternehmer anzulocken, sind dabei offensichtlich weniger angedacht.

„Nichts aber ist ausgeschlossen“, sagt Krane. Für die Stadtentwicklung hält sich deshalb die Verwaltung den Kauf markanter Objekte durchaus vor. Bekanntlich hat die imacom in einer ersten Analyse markante Punkte für die Entwicklung der Innenstadt gesetzt.

Das soll freilich die Ausnahme sein. Was die Eigentümer der Liegenschaften in der Altstadt betrifft, sieht das Konzept von Krane/Kretz nach einem ersten Informationstermin im April im Anschluss an die imacom-Analyse persönliche Entwicklungsgespräche mit den einzelnen Eigentümern vor. Die werden dann eine von der Stadtverwaltung ausgearbeitete Informationsmappe mit Mietspiegel und Bodenrichtwerten sowie weiteren Informationen erhalten. Die Eigentümer sollen dann die Daten entsprechend vervollständigen, die dann die Basis für das Entwicklungsgespräch bieten kann.

Ganz individuell auf jeden Eigentümer zugeschnitzten will sich die Stadtverwaltung dann als Dienstleister in einem Entwicklungsgespräch mit den Hauseigentümern anbieten. Mit der Analyse der Informationen auf eine potenzielle Nutzung, stehen beispielsweise die Vermittlung von Gutachtern auf der Agenda. Gleichzeitig soll dann im Anschluss die Vermarktung angegangen werden.

An dieser Stelle stellt sich die Stadt dann eher eine finanzielle Unterstützung vor. Beispielsweise mittels einer Anzeigenstrecke, sagte Krane. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung der Zusammenarbeit mit den Hauseigentümern, etwa um Leerstände zwischenzeitlich als Ausstellungsflächen zu nutzen.

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