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Leutkirch im Allgäu
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Stadt Leutkirch beteiligt sich an „Demokratie leben“

Zusage aus Berlin für das Bundesprogramm gegen Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit

Die „Lilo“ steht derzeit vor der Geschwister-Scholl-Schule.
Die „Lilo“ steht derzeit vor der Geschwister-Scholl-Schule.
Sgier

Leutkirch heb Die Stadt Leutkirch hat vor Kurzem den Zuschlag erhalten, für zwei Jahre Partner zu werden beim Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit! Rund 80000 Euro stehen dafür 2018 und 2019 jährlich zur Verfügung. Allerdings muss die Stadt in ihrem Haushalt für die beiden Jahre auch jeweils 5000 Euro an Eigenmitteln bereitstellen. Der Gemeinderat hat diesen Ausgaben aber zugestimmt.

Für Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle ist das Programm „insgesamt eine gute Sache“. Im Februar war zunächst eine sogenannte „Interessensbekundung“ beim Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend eingereicht worden. Nach der Grundzusage kann jetzt der offizielle Förderantrag zu einer lokalen „Partnerschaft für Demokratie“ eingereicht werden, um an die Mittel zu kommen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Krimmer erinnerte im Gemeinderat daran, dass der Linksextremismus genau so ernst genommen werden müsse. Grundsätzlich stimmte auch er den Ausgaben zu. Die Kinder-, Jugend- und Familienbeauftragte der Stadt, Carmen Scheich, stellte aber klar, die Programminhalte stünden bereits fest. „Es geht generell darum, für ein demokratisches Miteinander zu werben.“ Definitiv 2019 werde der Bund nach den bisherigen Planungen das Programm wieder beenden.

Die Mittel müssen auf verschiedene Aufgabenbereiche verteilt werden. 25000 Euro sind bestimmt für „Demokratie- und toleranzerziehung“ aber auch soziale Integration, interkulturelles und interreligiöses Lernen. Auch die geschichtliche Identität soll der Jugend nahegebracht werden. 45000 Euro sind geplant für eine Koordinierungs- und Fachstelle, 5000 Euro für einen Jugendfonds und 10000 Euro für Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit.

Neuland wird mit dem Programm in Leutkirch nicht betreten. So kümmert sich der Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ seit Jahren intensiv gerade auch um Lehren aus der Vergangenheit. Er ist hervorgegangen aus der Initiative „Orte des Erinnerns“. Eine in Leutkirch mittlerweile vertraute Figur ist die „Lilo“ des englischen Bildhausers Robert Koenig. In jedem Jahr übernimmt eine andere Schule die Patenschaft für das Kunstwerk. Derzeit steht die Statue vor der Geschwister-Scholl-Schule.

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