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Tettnang
Lokales

Soko untersucht Brandstiftung an Flüchtlingsheim

Tettnang hag/rwe Eine eigens eingerichtetes Spezialistenteam der Polizei untersucht ab sofort die Brandstiftung an einem Asylbewerberheim in Tettnang. Die Ermittlergruppe „Blech“ arbeitet unter anderem mit dem Landeskriminalamt zusammen.

Die Ermittlungsgruppe „Blech“ ist bei der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen eingerichtet worden. „Wir hatten am Sonntag bereits Brandsachverständige vom Kriminaltechnischen Institut des Landeskriminalamts sowie einen Brandmittelspürhund vor Ort“, sagte Uwe Stürmer, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Konstanz, dazu am Montag zur Schwäbischen Zeitung.

Brandbeschleuniger eingesetzt

Die Gruppe ermittelt nun wegen Brandstiftung gegen die neu eingerichtete Unterkunft. In der Nacht zum Sonntag war das in Sichtweite des Kindergartens Oberhof gelegene Gebäude in Brand geraten. Anwohner entdecken das Feuer gegen 1.20 Uhr. Weil die Unterkunft noch nicht bezogen war und kurz vor der Eröffnung stand, kam niemand zu Schaden. Die ersten Flüchtlinge hätten Ende Oktober/Anfang November einziehen sollen.

Laut Stürmer sei es derzeit offensichtlich, dass jemand in Tettnang versucht habe, den Bezug der Unterkunft durch Asylbewerber oder Flüchtlinge zu verhindern indem er die Gebäude unbewohnbar machen wolle. Bei dem Feuer wurde offenbar Brandbeschleuniger eingesetzt.

„Fakten mit dem Feuerzeug“

„Der wirtschaftliche Schaden ist mit rund 50 000 Euro überschaubar - aber um den geht es hier nicht“, so der Polizei-Vize weiter. Brandstiftung sei ein schweres Verbrechen und mit hoher Freiheitsstrafe bedroht: „Wer glaubt, er könne am Recht vorbei mit dem Feuerzeug Fakten schaffen muss sich warm anziehen. Mit solchen Methoden „darf und wird man keinen Erfolg haben.“

Weitere Fälle

Die Polizei wies schon zuvor darauf hin, dass bereits in der Nacht auf Samstag versucht wurde, an mehreren Stellen auf der Ostseite des Neubaus die Außenfassade in Brand zu setzen - was aber nicht gelang.

Die Brandstiftung in Tettnang ist nicht der erste Anschlag auf ein unbewohntes Asylbewerberheim in der Region. Im September 2015 wurde in Oberteuringen an einem zur Flüchtlingsunterkunft umgebauten Lagergebäude Feuer gelegt.

Wer in den Nächten auf Samstag oder auf Sonntag Verdächtiges bei der Asylbewerberunterkunft, die kurz vor dem Bezug stand, beobachtet hat, oder sonstige sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich an die Kriminalpolizei Friedrichshafen, Telefon 07541/ 70 10, zu wenden.

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