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Biberach an der Riß
Lokales

So reagieren unsere User auf B30-Unfallserie

Biberach sz Zwei Tote und vier Schwerverletzte – und das innerhalb von nur wenigen Stunden und noch dazu auf dem fast identischen Streckenabschnitt. Dieser 18. Juni 2017 wird als weiterer schwarzer Tag in der Verkehrsgeschichte der B30 eingehen. 

Am Nachmittag stoßen bei Biberach zwei Autos zusammen – am Abend prallt ein Auto frontal auf einen Motorradfahrer. An Fronleichnam, wenige Tage zuvor, verunglückt ein Motorradfahrer auf der Bundesstraße bei Laupheim ebenfalls tödlich, keine zwei Kilometer südlich dieser Unfallstelle war es schon am Vormittag zu einem tödlichen Frontalzusammenstoß gekommen.

Vier Unfalltote in einer halben Woche: tragische Zufälle - oder handelt es sich auf diesem Abschnitt um einen Unfallschwerpunkt, an dem dringend an der Verkehrssicherheit gearbeitet werden müsste? Die Polizei geht aktuell eher nicht davon aus, dass die baulichen Voraussetzungen schuld seien. In einem der skizzierten Fälle war wohl Alkohol im Spiel, in einem der anderen bekam einer der Autofahrer einen Schwächeanfall, darüber hinaus spielte die regennasse Fahrbahn bei einem der Unfälle eine nicht unbedenkliche Rolle.

Unabhängig von den abschließenden Untersuchungen der Beamten - viele Leser der Schwäbischen Zeitung reagierten mit Entsetzen und Fassungslosigkeit auf die Vielzahl von Unfällen. 

Unfallschwerpunkt B30: So reagieren unsere Leser auf die schlimmen Ereignisse

Unfallschwerpunkte & aktuelle Verkehrsmeldungen

Bundestagsabgeordnete skeptisch

Unter Feuerwehrleuten wird der B30-Abschnitt gerne als „Todeskilometer“ bezeichnet, als Unfallschwerpunkt wird er in der offiziellen Statistik jedoch nicht geführt. Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 ist der vierstreifige Ausbau dieses Streckenabschnitts im vordringlichen Bedarf.

Die beiden Bundestagsabgeordneten Josef Rief (CDU) und Martin Gerster (SPD) sind aber skeptisch, ob es in den nächsten Jahren überhaupt zu einem Ausbau zwischen Biberach und Hochdorf kommt. „Natürlich wäre eine durchgängig vierspurige B30 wünschenswert“, sagt Rief. „Wir haben unsere Priorität aber stärker auf die Ortsumfahrungen im Zuge der B312 und der B465 gelegt.“ Ein Ausbau der B30 allein verhindere nicht alle Unfälle, dafür seien die Ursachen zu verschieden. Und einen solchen Ausbau zeitlich vorzuziehen, bedeute möglicherweise, auf andere Projekte zu verzichten, so Rief.

B30 für Stunden gesperrt

Ähnlich sieht es Martin Gerster. „Die B 30 ist eine wichtige Nord-Süd-Achse, und ich finde schlimm, was am Donnerstag passiert ist“, sagt er. Allerdings habe der Bund den Ausbau in den vordringlichen Bedarf des BVWP gebracht. „Das Geld ist da, aber auf Landesebene fehlen die Kapazitäten, die Maßnahmen zu planen.“

Neben den tragischen persönlichen Schicksalen der Unfallopfer musste die Strecke jeweils für Stunden gesperrt werden, die bei den Geschehnissen entstandenen Sachschäden liegen im sechsstelligen Bereich. Innerhalb der letzten Wochen waren die Unfälle der letzten Tage nicht die einzigen tödlichen Vorkommnisse: Ende Mai war eine Autofahrerin auf der B30 bei Bad Waldsee mit einem LKW zusammengestoßen und an den Folgen des Aufpralls gestorben.

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