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Seltenes Stelldichein begeistert Publikum

Musikkapelle Eggmannsried und Musikverein Harmonie Unterschwarzach geben Konzert

Die Musikkapelle Eggmannsried hatte den Musikverein Harmonie Unterschwarzach zu einem gemeinsamen Konzert eingeladen.
Die Musikkapelle Eggmannsried hatte den Musikverein Harmonie Unterschwarzach zu einem gemeinsamen Konzert eingeladen.
Yvonne Giwitsch

Unterschwarzach ygo Zwei befreundete Musikvereine, deren Probenlokale nur ein paar Meter Luftlinie entfernt sind, begeisterten beim diesjährigen Gemeinschaftskonzert in Unterschwarzach. Die Musikkapelle Eggmannsried hatte den Musikverein Harmonie Unterschwarzach zu diesem seltenen Stelldichein eingeladen. Dirigent Musikdirektor (MD) Hans Herle und seine 45 Blasmusiker hatten zugesagt und eröffneten den Konzertabend mit einer musikalischen Reise durch Länder und Kulturen der Gegenwart und Vergangenheit.

Mit kraftvollen Fanfarenklängen und besinnlichen Melodieteilen des Musikstücks „Fanfare, Tanz und Choral“ des italienischen Priesters und Komponisten Giovanni Gastoldi sorgten die Blasmusiker von Anfang an für ein festliches Ambiente. Sinfonische Blasmusik von Ludwig van Beethoven malte ein akustisches, energiegeladenes Gemälde mit „Wellingtons Sieg bei Vittoria 1813“. Die Hymne Großbritanniens fand sich in verschiedenen Registern wieder und wurde mit den Motiven der Kriegsschlacht zu einem harmonischen Miteinander.

Musikalische Stadtführung

Mit Kees Vlak ging es weiter in die Niederlande, wo auf hohem musikalischem Niveau die Entstehung des Dorfes Niedorp mit musikalischen Bildern erlebbar gemacht wurde. Kraftvolle Melodien wechselten sich mit ruhigen Passagen ab und forderten die Musiker immer wieder heraus. Mährische folkloristische Klänge des tschechischen Komponisten Frantisek Manas und eine musikalische Stadtführung durch New York im Big-Band-Style rundeten den ersten Konzertteil ab. Der Musikverein Harmonie Unterschwarzach unter der Stabführung von MD Hans Herle bedankte sich für den Applaus mit einem russischen Militärmarsch als Zugabe.

Nach der Pause nahmen die Gastgeber auf der Bühne Platz. Die 32 Musiker übernahmen mit ihrem Dirigenten Bernd Butscher die musikalische Reiseleitung und kehrten in die Niederlande zurück.

Die „Festival Overture“ von Hans van der Heide machte mit ihren schnellen Wechseln, flotten Melodien und einem gelungenen Spannungsbogen einfach nur Spaß. Mit mystischer Atmosphäre und gesanglichen Elementen beschrieben die Musiker die Geschichte der Wikinger, einem nordischen Volk, das sich mit ihren kunstvoll geschnitzten Schiffen aufmachte, um die Welt zu erobern. Mit der Komposition „Voice of the Vikings“ von Michael Geisler beschrieb die Musikkapelle die Liebe der Wikinger zum Meer, ihre Kämpfe und Siegesfeiern. Einen Blick in die Sterne, in die griechische Mythologie, gewährten die Blasmusiker mit dem sinfonischen Gedicht „Cassiopeia“ von Carlos Marques.

Ohne Ankündigung im Programm erklang plötzlich der Radetzky-Marsch, und die neue Fahne des Musikvereins wurde feierlich hereingetragen. Mit der Stickerei „Mein Leben mit Blasmusik“ auf der Vereinsseite zeigen die Musiker, wie viel ihnen ihr Hobby bedeutet. Finanziert hatte der Verein das Schmuckstück durch Crowdfunding und bedankte sich ganz herzlich bei den zahlreichen Sponsoren, die es ermöglicht haben, dass nun auch der Musikverein Eggmannsried bei fröhlichen und ernsten Anlässen mit Fahne einmarschieren kann.

Der erste Vorsitzende des Blasmusikkreisverbandes Rudolf Hämmerle und seine Vorgänger Josef Mütz und Reinhold Koppers konnten leider nicht persönlich bei der Präsentation der neuen Fahne da sein, schickten aber eine Videobotschaft. Technische Probleme verhinderten jedoch leider, dass auch die Konzertbesucher diese komplett erleben konnten – doch der Wille zählte und wurde mit Applaus belohnt.

So langsam neigte sich die musikalische Weltreise ihrem Ende zu. Mit einem Spaziergang durch die „Prager Gassen“ mit dem Komponisten Jaroslav Zemann und einem Ausflug in die Zillertaler Alpen mit dem Königsmarsch von Matthias Rauch beendeten die Musiker ihren Konzertabend.

Doch bevor die Musiker die Bühne verließen, bedankten sie sich mit drei Zugaben nicht nur für den Applaus, sondern auch für die Unterstützung bei der Finanzierung der neuen Fahne. Mit volkstümlichen Klängen machten sie schon jetzt Appetit auf die vielen Feste der Blasmusik im Jahr 2018, wünschten eine besinnliche Adventszeit und verabschiedeten sich mit besten Wünschen zum Jahreswechsel.

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