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Ehingen (Donau)
Lokales

Seelsorge für Behinderte will bekannter werden

Mit einem Traktor sind die Seelsorger der Diözese unterwegs – Am 22. Juni macht die Tour Halt in Ehingen

Sabine Steinwand freut sich auf viele Gespräche mit Passanten in Ehingen.
Sabine Steinwand freut sich auf viele Gespräche mit Passanten in Ehingen.
SZ- meni

Ehingen sz Unter dem Motto „Und was behindert dich?“ ist die Seelsorge bei Menschen mit Behinderung der Diözese Rottenburg Stuttgart seit wenigen Tagen in der ganzen Region mit einem Traktor unterwegs und macht mit unterschiedlichsten Aktionen die Menschen auf das Thema Inklusion aufmerksam. Am Mittwoch, 21. Juni, macht die Traktor-Tour in Biberach auf dem Wochenmarkt Station, am 22. Juni wollen die Organisatoren in Ehingen auf dem Marktplatz mit den Menschen ins Gespräch kommen. Am Freitag, 23. Juni, sind die Organisatoren dann in Erbach auf dem Wochenmarkt vertreten bevor die Tour am selben Abend im Café Jam in Ulm am Münsterplatz und am Samstag, 24. Juni, auf dem Münsterplatz und in der Wengenkirche in Ulm ihren Abschluss findet.

In fast jedem Dekanat gibt es Seelsorge für Menschen mit Behinderung, erklärt Sabine Steinwand, die gemeinsam mit einer Kollegin Monika Romer in Ulm für den Bereich Ehingen und Ulm zuständig ist. Gemeinsam mit ihren Kollegen aus dem ganzen südlichen Bereich der Diözese hat sich Sabine Steinwand in den vergangenen Monaten Gedanken darüber gemacht, wie man diese Seelsorge für Menschen mit Behinderung bekannter machen und die Themen Behinderung und Inklusion in den Fokus rücken könnte. „Relativ schnell war uns klar, dass wir etwas machen wollen, was die Menschen behindert, aber auch entschleunigt“, erklärt Sabine Steinwand den Fortgang der Planungen. So wurde die Idee einer Tour mit einem sehr langsamen Traktor samt Planwagen quer durch die Region geboren. „Der schafft wirklich nur sehr wenige Stundenkilometer“, ergänzt Sabine Steinwand. „Wir werden daher eine ordentliche Behinderung für die Autofahrer auf den entsprechenden Strecken sein.“ Doch: Natürlich könne man sich über dieses Hindernis aufregen, heißt es in der Projektbeschreibung, oder die Zeit nutzen, um mal ein bis zwei Gänge zurückzuschalten. Ursprünglich wollte die Planungsgruppe an den Etappenzielen in der Nähe der Kirchen Station machen. „Aber das passte nicht für jeden Ort.“ An den Etappenzielen sollen jetzt belebte Plätze aufgesucht werden, „immer wieder können wir uns auch in Gottesdienste einklinken und diese mitgestalten“.

In Ehingen am 22. Juni auf dem Marktplatz hat es Sabine Steinwand geschafft, die Line-Dance-Gruppe der Schmiechtalschule für einen Auftritt zu gewinnen. Sie unterrichtet dort Religion und hat mit einigen Schülern im Unterricht Kartons gestaltet, auf die die Schüler schreiben konnten, was sie behindert. „Das war nicht immer einfach“, gibt Sabine Steinwand zu. Doch einige Exemplare sind entstanden, die an den Haltepunkten als Mauer aufgebaut und die dann mit sogenannten Inklusionsbällen eingerissen werden soll. Abends wird es am selben Tag eine Kabarettaufführung mit dem Titel „Voll-Toll-Behindert?!“ in der Oberschaffnei geben. „In Ehingen unterstützt uns der Arbeitskreis Inklusion der Lokalen Agenda“, erklärt Sabine Steinwand.

Mit den Menschen ins Gespräch kommen

Neben Aufführungen und verschiedensten Aktionen geht es den Planern aber primär darum, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und über die Themen Behinderung und Inklusion zu sprechen. Dabei soll es dann auch um ganz persönliche kleine Behinderungen gehen, die die Passanten auf kleine Wimpel schreiben können, die am Traktorgespann befestigt sind. „Vielleicht ist ein Ziel dieser Tour, Ängste abzubauen“, fasst Sabine Steinwand zusammen. „Wir sind gespannt, was passiert und was bei den Gesprächen so herauskommt.“

Am Mittwoch, 21. Juni, sind die Seelsorger in Biberach mit einem Stand auf dem Wochenmarkt . Am 22. Juni ist die Tour in Ehingen und am 23. Juni in Erbach. Ulm folgt am 23. Juni und am 24. Juni.

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