Schwäbische.de Schwäbische.de
Gewitter 25
Wangen im Allgäu
Lokales

Schwungvolles an Orgel, Querflöte und Trompete

Konzert zum Patrozinium der Spitalkirche Wangen am Pfingstmontag

Barocke Musik in barocker Umgebung. Es passte alles zusammen beim Konzert von Gerd Leiprecht (Trompete), Alisa Heutmann (Querflöte) und Georg Enderwitz (Orgel).
Barocke Musik in barocker Umgebung. Es passte alles zusammen beim Konzert von Gerd Leiprecht (Trompete), Alisa Heutmann (Querflöte) und Georg Enderwitz (Orgel).
Johannes Rahn

Wangen sz Das Konzert zum Patrozinium der Spitalkirche am Pfingstmontag ist inzwischen so etwas wie eine Tradition. Bei dem gut besuchten Konzert waren diesmal Georg Enderwitz (Orgel), Gerd Leiprecht (Trompete) und Alisa Heutmann (Querflöte) zu hören. Der Schwung und die Begeisterung des Konzerts standen Pfingsten wohl an.

Die Flöte dominierte das Programm, Alisa Heutmann spielte ihr Instrument virtuos und fügte unzählige Nuancen zu einem facettenreichen Mosaik zusammen. Die Sonate A-Moll für Querflöte Solo von Carl Philipp Emanuel Bach war harmonisch und deutetet durch extreme Lagenwechsel Zweistimmigkeit an. Die schnellen Sätze bewahrten eine exquisite Balance zwischen Virtuosität und schwingenden Melodien.

Elegantes Ebenmaß, spritzig dahineilende Sequenzen und edler Gesang waren das Markenzeichen der Sonate G-Moll für Flöte und Orgel von Antonio Vivaldi, ohne die wirbelnde Technik zu vernachlässigen. Ebenfalls von Vivaldi erklang das „Largo“ aus dem Konzert für Flautino in C-Dur, ein losgelöstes Schweben und Fließen in Ausgeglichenheit und höchsten Tonlagen.

Die Variationen über „Les Folies d’Espagne“ für Flöte solo von Marin Marais entwickelten sich über einer alten Harmoniesequenz und steigerten sich zu der im Titel enthaltenen „Verrücktheit“ in Komplexität. In der Sonate G-Moll für Flöte und Orgel von Johann Sebastian Bach übernahm die Orgel in einem geistreichen Wechselspiel melodische Aufgaben es entspann sich ein gelöster Dialog, trotz der strengen inneren Architektur von Bachs Musik.

Gerd Leiprecht steuerte klare Trompetenklänge bei. Die Ouverture aus der Suite D-Dur für Trompete und Orgel von Georg Friedrich Händel strebte in geschickt aneinander gereihten Motiven auf. Bourrée und Marche des gleichen Komponisten verströmten leichtfüßige Festlichkeit, während „Rigaudon et Bourée“ von Marc Antoine Charpentier die förmliche Eleganz und das in sich ruhende Selbstbewusstsein des französischen Hofes unter Ludwig XIV. verströmte.

Ungebremste Spielfreude

In den „Orgelintermezzi“ über „Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein“ nahm Georg Enderwitz den durchsichtigen, losgelösten Stil der Flöten-Sonaten improvisatorisch glänzend auf, spielte einfühlsam mit den Motiven und zauberte einen filigranen, wie von der Sonne durchglänzten Klangteppich, der schwerelos durch den Kirchenraum wogte. Das „Adagio“ für Orgel von Wolfgang Amadeus Mozart besetzte den anderen Pol musikalischen Ausdrucks: Reichhaltig und zurückhaltend zugleich war es ein Ruhepunkt vor der „Passepied“ von Isfried Kayer einem harmonisch farbigen, melodisch entzückenden Stück voll ungebremster Spielfreude.

Als gemeinsames Lied sang das Publikum im Wechsel mit der Orgel dann das Lied „Der Geist des Herrn erfüllt das All“. Erfüllend war auch das Konzert und stellte glänzend gespielte barocke Musik in den nicht weniger glänzenden Raum einer barocken Kirche. Eine sehr schöne und vor allem begeisternde Verbindung.

Ihr Kommentar zum Thema

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Schwungvolles-an-Orgel-Querfloete-und-Trompete-_arid,10680470_toid,731.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.