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Lindau (Bodensee)
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Schulsozialarbeit im Landkreis weiter ausbauen

Jugendhilfeausschuss soll auch Stellen in den staatlichen Realschulen beschließen

Der Jugendhilfeausschuss soll auch Stellen in den staatlichen Realschulen beschließen.
Der Jugendhilfeausschuss soll auch Stellen in den staatlichen Realschulen beschließen.
dpa/Felix Kästle/Archiv

Lindau ee Wenn sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses am Donnerstag zur öffentlichen Sitzung treffen, dann steht ein Thema besonders im Mittelpunkt: Schulsozialarbeit. Gleich in vier der neun Tagesordnungspunkt geht es darum, die Jugendsozialarbeit in Schulen im Landkreis auszubauen. So hoffen die staatlichen Realschulen in Lindau und Lindenberg auf jeweils eine halbe Stelle, die künftige Mittelschule Lindau auf zwei ganze Stellen und die Grundschule Reutin-Zech sogar auf ein sozialpädagogisches Team.

Jene Schulen, in denen bereits Jugendsozialarbeiter aktiv sind, wollen auf diese Kollegen nicht mehr verzichten. Neben den vier Mittelschulen im Landkreis sind das auch die Antonio-Huber-Förderschule, die Lindauer Berufsschule und fünf Grundschulen. Rechnerisch 9,3 Stellen gibt es in diesen Schulhäusern. Darunter ist auch die Grundschule Reutin-Zech: Gut 350 Kinder besuchen die ersten bis vierten Klassen in Reutin und Zech. Bisher gibt es dort eine Vollzeitstelle für Schulsozialarbeit. Da jedoch die „Schülerschaft geprägt ist durch sowohl große soziale als auch kulturelle Heterogenität“, wie es in der Sitzungsunterlage des Jugendamtes heißt, und zudem in zwei verschiedenen Schulhäusern unterrichtet werde, reiche das nicht mehr aus.

Auch Realschüler brauchen Rat und Hilfe

Das vor einem Jahr gestartete Pilotprojekt „sozialpädagogisches Team“, bestehend aus Jugendsozialarbeit und sozialpädagogischen Fachkräften, habe hingegen gezeigt, dass diese Idee „passgenau für diesen Schulstandort ist und so die bestehende Lücke zu den bisherigen Systemen wirkungsvoll“ schließen konnte. Dabei verweist das Lindauer Jugendamt darauf, dass damit auch die Anzahl der Einzelhilfen im Bereich der Grundschule Reutin-Zech verringert werden konnte. Vor diesem Hintergrund sollte die Jugendsozialarbeit in der Grundschule Reutin-Zech um fünfzig Prozent aufgestockt und damit auf 1,5 Stellen ausgebaut werden.

Auf künftig feste Schulsozialarbeiter hoffen auch die beiden staatlichen Realschulen in Lindau und Lindenberg: Projekte hatten in beiden Schulen gezeigt, dass Schüler, Eltern und Lehrkräfte ein solches Angebot sehr zu schätzen wissen. In der Realschule im Dreiländereck in Lindau ist eine selbständige Fachkraft unter dem Arbeitstitel „Soziale Arbeit in der Schule“ an einem Tag pro Woche im Schulhaus und zudem telefonisch und elektronisch erreichbar gewesen. Sehr schnell sei deutlich geworden, dass ein solches Angebot auch in einer Realschule Rat und Hilfe geben kann, ob bei familiären oder schulischen Problemen, bei sozialen Auffälligkeiten, Verhaltensproblemen oder Perspektivlosigkeit, stellt das Jugendamt in seiner Sitzungsvorlage fest. In der deutlich größeren Realschule in Lindenberg sehe es ähnlich aus. Deswegen hält das Jugendamt an beiden Standorten eine halbe Stelle für einen Schulsozialarbeiter für wichtig. Den gleichen Wunsch hat auch die Grundschule in Scheidegg.

In den Lindauer Mittelschulen in Aeschach und Reutin gibt es zwar bereits jeweils eine ganze Stelle für Jugendsozialarbeit. Die Stadt Lindau will jedoch die beiden Schulen organisatorisch zu einer Mittelschule Lindau zusammenfassen und hat dies auch Ende November offiziell beantragt. Deshalb müsse formell eine Aufstockung auf zwei Vollzeitstellen beantragt werden, damit diese im gleichen Umfang wie bisher gefördert werden, stellt das Jugendamt fest. Angesichts dessen, dass drei von vier Schüler dort Migrationshintergrund haben und auch in den nächsten Jahren mit mehr Mittelschülern gerechnet werde, sei der Bedarf durchaus gegeben.

Die öffentliche Sitzung des Jugendhilfeausschusses beginnt am Donnerstag, 22. Juni, um 14.30 Uhr im Sitzungszimmer 332 im Landratsamt in der Bregenzer Straße. Weitere Themen des Nachmittags sind das Pflegekinderwesen, die Erziehungsberatung, die Jugendberufshilfe und ein Bericht über die aktuelle Situation in der Kinderbetreuung.

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