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Biberach an der Riß
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Schützenfest: Kreative Jahrgänger ziehen durch Biberach

Jahrgängerzug lockt am Samstag viele Besucher – Freiluft-Gottesdienst hat Charme

Biberach gem/häf Der Abend des Schützensamstags hat ganz ihnen gehört: den 40er- bis 100er-Jahrgängern. Unzählige Besucher säumten die Straßen, als die Jubilare begleitet von den Musikkorps von der Bürgerturmstraße über den Marktplatz, Schulstraße und den Viehmarktplatz zu ihren Festlokalen zogen (-> zum Video). Zuvor gab es für die Teilnehmer einen gemeinsamen Jahrgänger-Gottesdienst auf dem Pausenhof des PG. Eine Premiere in diesem Jahr, weil die Stadtpfarrkirche St. Martin wegen Umbauarbeiten zu klein war.

Die Schützendirektion hatte extra ihren Glockenwagen einspannen lassen und in den Schulhof gefahren. Rainer Fuchs, Vorsitzender der Stiftung Schützendirektion, und Oberbürgermeister Norbert Zeidler betätigten sich als Läutebuben.

Für den Gottesdienst hatten Schüler der siebten Klasse eine große weiße Stoffbahn mit einem Kreuz aus schwarzen Fußspuren gestaltet. Dabei konnten sich auch Biberacher Passanten beteiligen. Die Abiturienten Hanna Brüggemann und Anna Schnaubelt erläuterten die Symbolik: Die schwarze Farbe, hergestellt aus Asche, stehe für die Vergänglichkeit des Lebens. Die Fußspuren zeigen, dass alle Menschen auf dem gleichen Weg unterwegs sind durchs Leben.

Pfarrer i. R. Friedrich Lechner, heuer bei den 70ern dabei, ging in seiner Predigt auf die Bedeutung des aaronitischen Segens ein, der älteste überlieferte Segenspruch der Bibel. „Als Gesegnete gehen wir nicht verloren“, so Lechner. Der Segen beim Jahrgängergottesdienst sei eine Stärkung für die weiteren Lebensjahre. Zelebriert wurde der Gottesdienst von den Stadtpfarrern Kaspar Baumgärtner und Ulrich Heinzelmann sowie von Pfarrer Philipp Kästle, ein 40er-Jahrgänger.

„Mehr Gelassenheit“

OB Zeidler, als 50er mit dabei, wünschte den Jahrgängern in seiner Ansprache mehr Gelassenheit. „Das ist das, was wir Jüngere auch von der älteren Generation immer noch lernen können“, so Zeidler. Musikalisch umrahmten den Gottesdienst die Biberacher Gospelfriends unter der Leitung von Maike Biffar sowie die Kleine Schützenmusik, die am Ende „Rund um mich her“ spielte.

Beim anschließenden Umzug war vor allem eines gefragt: eine starke Nackenmuskulatur. Verwandte, Freunde und Bekannte hängten „ihren“ Jährgängern Piccolo, Klopfer oder Gebäck um den Hals. Immer wieder stockte der Umzug, weil noch schnell ein Foto fürs Familienalbum gemacht werden musste oder eine herzliche Umarmung bei der Geschenkübergabe nicht fehlen durfte. Angeführt wurde der Jahrgänger-Zug von dem 100-jährigen Karl Raufeisen.

Prominentester Jahrgänger dürfte Oberbürgermeister Norbert Zeidler gewesen sein. Nicht nur Mitarbeiter der Stadtverwaltung überbrachten dem Stadtoberhaupt ein kleines Geschenk – nur gut, dass Zeidler einen Bollerwagen als Rathaus „verkleidet“ hinter sich herzog. Kurz zuvor war Zeidlers Vor-Vorgänger und Biberacher Ehrenbürger Claus-Wilhelm Hoffmann mit den 85ern durch die Straßen gezogen. Auch andere Jubilare zeigten sich kreativ: Einer trug ein Miniaturmodell eines Paragliders auf dem Kopf, zwei Jahrgänger ließen sich in einer fahrbaren Hollywood-Schaukel durch die Straßen ziehen oder ein anderer hatte einen Rollator zum Grill mit Biervorrichtung umfunktioniert.

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