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Scholl, Einstein, Knef und Erhard: Namen neuer ICE mit Ulm-Bezug

Deutsche Bahn tauft ihre Schnellzüge - OB Czisch begrüßt Namensgebung - SPD will Tauffeier im Ulmer Hauptbahnhof

 Vier ICE 4-Schnellzüge werden auf Namen von Persönlichkeiten mit Ulm-Bezug getauft.
Vier ICE 4-Schnellzüge werden auf Namen von Persönlichkeiten mit Ulm-Bezug getauft.
Maurizio Gambarini

Ulm sz Gleich vier neue ICE 4-Züge der Deutschen Bahn sollen nach Persönlichkeiten mit Ulm-Bezug benannt werden: Eine Jury der Bahn hat für die Namensgebungen 2018 und 2019 die Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl, Bundeskanzler Ludwig Erhard, den Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein und die Schauspielerin Hildegard Knef ausgewählt. Der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch begrüßt die Namensgebung und hofft, dass indirekt auch der Name Ulm auf den Zügen wahrgenommen wird.

Knapp vier Wochen konnten bei der Deutschen Bahn Namensvorschläge historischer deutscher Persönlichkeiten für den ICE 4 eingereicht werden. Die Jury interner und externer Fachleute bewertete die eingereichten Vorschläge. Das Unternehmen hatte die Namenssuche vorab eingegrenzt. Als Namensgeber waren deutsche historische Persönlichkeiten aus den Bereichen Kultur, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Sport gesucht. Rund 19 400 Vorschläge gingen ein, eine sechsköpfige Jury sichtete die Ideen.

Erfinder, Dichter und Denker

Bei den Einreichungen waren nach Angaben der Bahn viele bekannte deutsche Erfinder, Dichter und Denker dabei. Aber auch Überraschungen wie Tamara Danz (Frontfrau der Gruppe Silly), Hedwig Dohm als Kämpferin für Frauenrechte oder Michael Ende (Autor von Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer) erfreuten sich großer Beliebtheit. Unvergessen bleiben die Altkanzler wie Konrad Adenauer, Helmut Schmidt und Helmut Kohl. Schauspielerlegenden wie Marlene Dietrich oder deutsche Maler wie Albrecht Dürer und August Macke konnten eine Vielzahl von Nennungen auf sich vereinen, teilt die Bahn mit. Nun müsse einzeln geprüft werden, ob Namensrechte verletzt würden.

Unter den 25 Namen, die die Bahn als Namenspaten für die nächste ICE-Generation ausgewählt hat, sind fünf Persönlichkeiten, die einen engen Bezug zu Ulm haben: neben Albert Einstein und Hildegard Knef, die hier geboren wurden, auch die Geschwister Scholl und Ludwig Erhard. Oberbürgermeister Gunter Czisch kommentierte auf Anfrage der „Schwäbischen Zeitung“: „Noch steht die rechtliche Prüfung der Namensrechte aus, aber selbstverständlich würden wir uns als Stadt freuen, wenn über diese Namensgeber in den nächsten Jahren indirekt auch der Name Ulm auf schnellen Zügen mitreiste!“

Wann die Zugtaufen stattfinden, steht noch nicht fest. Die SPD-Fraktion im Ulmer Gemeinderat regt an, dass die Stadt Ulm die Bahn einlädt, die Taufe des ICE 4 „Albert Einstein“ im Ulmer Hauptbahnhof zu feiern: „Nicht einmal eine Zuglänge von Einsteins Geburtshaus entfernt!“

Im Dezember nimmt der ICE 4 auf den Strecken Hamburg–München sowie Hamburg–Stuttgart seinen Regelbetrieb auf. Von anfangs fünf Zügen wird das künftige Rückgrat des Fernverkehrs bis 2023 auf eine Flotte mit über 100 Zügen anwachsen.

Der erste Zug heißt „Martin Luther“

Im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums fand bereits die erste Zugtaufe eines ICE 4 statt. Der Taufname des Zuges lautet, passend zum Reformationsjahr, Martin Luther.

Im November 2017 sind zwei weitere Zugtaufen geplant: In Berlin die Namensgebung auf Werner von Siemens, in München die auf König Ludwig II.

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