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Ellwangen (Jagst)
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Schmökern und Stöbern im Rathausinnenhof

Ellwangens erster Bücherschrank ist gut angekommen – Inge Hauber ist der gute Geist

Inge Hauber ist eine der guten Seelen, die sich um den Bücherschrank ehrenamtlich kümmern.
Inge Hauber ist eine der guten Seelen, die sich um den Bücherschrank ehrenamtlich kümmern.
Petra Rapp-Neumann

Ellwangen sz Seit Oktober 2016 steht im Innenhof des Rathauses der erste Ellwanger Bücherschrank (wir berichteten). Das idyllische Eckchen ist geschützt und für Freunde des gedruckten Worts von der Pfarrgasse jederzeit zu erreichen, auch abends, wenn der Zugang von der Spitalstraße geschlossen ist. Die zündende Idee hatte Inge Hauber: „In Vellberg, Obersontheim, Aalen, Rosenberg und Crailsheim gibt es schon länger solche Bücherschränke. Warum nicht auch in Ellwangen? Bei Bürgermeister Volker Grab haben wir offene Türen eingerannt.“ Die Erbschaft der Geschwister Ringler sicherte die Finanzierung durch die Stadt. Im Gespräch mit der „Ipf- und Jagst-Zeitung“/„Aalener Nachrichten“ zieht Inge Hauber eine erste Bilanz.

Der Bücherschrank platzt fast aus allen Nähten

„Der Bücherschrank ist gut angenommen worden“, freut sich die engagierte Ellwangerin. „Ich betreue ihn mit Freundinnen ehrenamtlich. Wir kommen mehrmals die Woche vorbei und schauen nach dem Rechten. Jedes Mal stehen neue Bücher im Schrank.“ An heißen Tagen ist es ein Stück Ellwanger Sommerglück, im üppigen Angebot zu stöbern und sich auf einer der schattigen Bänke in ein gutes Buch zu vertiefen. Wer will, kann den Lesestoff nach Hause in den Garten oder ins Freibad auf die Liegewiese mitnehmen.

Über die fleißig gesammelte Erstausstattung ist der von drei Konstruktionsmechanikern der Berufsschule gebaute Bücherschrank längst hinaus. Derzeit platzt er aus allen Nähten. Die Bücher stehen in Zweierreihen. Wie aufs Stichwort schaut die Ellwangerin Helga Lux mit noch mehr Lesefutter vorbei. Wer Bücher liebt, wirft sie nach der Lektüre nicht weg, sondern stellt sie in den blauen Bücherschrank. Es ist alles vertreten, was Leseratten glücklich macht, Überraschungen inklusive. Jeder kennt Alfred Hitchcocks Film „Marnie.“ Aber die wenigsten wissen, dass der Thriller auf dem gleichnamigen Buch von Winston Graham basiert. Im Ellwanger Bücherschrank ist der 1961 veröffentlichte Krimi neben vielen anderen zu finden.

Das Sortiment reicht von Romanen bis hin zu Kochbüchern

Und natürlich Romane. Konsalik reiht sich an Simmel, Dean R. Koontz an V.C. Andrews und Barbara Wood, Anne Golons historische „Angélique“-Romane an Jane McClarys Südstaatenepos „Den Füchsen zur Beute.“ Auch Betty Mahmoodys Weltbestseller „Nicht ohne meine Tochter“ und Kochbücher fehlen nicht. „Nur Kinderbücher und Bildbände wurden nicht gut angenommen“, sagt Inge Hauber. Laden- beziehungsweise Schrankhüter entsorgt sie nach einer Weile. Auch Johannes Effinger, Leiter der Stadtbibliotek, kümmert sich um den Bestand.

Der Standort ist mit Bedacht gewählt. Die ursprüngliche Idee, den Bücherschrank auf den Marktplatz zu stellen, wurde schnell verworfen: „Da ist die Gefahr von Vandalismus zu groß. Außerdem soll es ein Angebot für die Ellwanger und nicht für Touristen sein.“

Die Idee ist nicht alles. Man muss sie in die Tat umsetzen. Inge Hauber, der gute Geist nicht nur des Bücherschranks, sondern auch der Theatermenschen und der Gute-Nacht-Geschichten, bewegt viel in Ellwangen, ohne Aufhebens davon zu machen.

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