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Ehingen (Donau)
Lokales

Scheidende Bäume im Blick

In Ehingen gab es ein letztes Treffen, um Bäume aus dem Fällkatalog zu begutachten
Auch am Groggensee müssen Bäume weichen. Baumwart Rüdiger Lesehr (r.) erlärte der Gruppe am Mittwoch die Gründe.
Auch am Groggensee müssen Bäume weichen. Baumwart Rüdiger Lesehr (r.) erlärte der Gruppe am Mittwoch die Gründe.
FSZ- Prandl

Ehingen sz Zehn Bäume aus dem Fällkatalog der Stadt Ehingen für das Winterhalbjahr 2017/18 sind zurückgestellt worden, nachdem klar wurde, dass in der Wolfert-Anlage mehr Bäume gefällt werden müssen, als gedacht (die SZ berichtete). Vertreter des BUND und Leonhard Hauler vom Imkerverein haben sich am Mittwoch zusammen mit Vertretern der Stadt auf die letzte Besichtigungstour begeben, um die ausstehenden Bäume in Augenschein zu nehmen und über Ersatzpflanzungen zu sprechen. Insgesamt werden 39 Bäume gefällt.

Los ging es an der Schmiech beim Alb-Donau-Center. Hier muss eine markante Weide weichen – die Diagnose lautet: Überalterung. Einige Bruchschäden seien zu erkennen, erklärte Baumwart Rüdiger Lesehr. Ein Meter des Stammes soll stehen bleiben mit der Hoffnung, dass Triebe und Äste daraus erwachsen. „Die nagt der Biber liebend gerne“, sagte Lesehr. Auch zwei Bergahorne an der Biberacher Straße haben Bruchstellen, Äste seien bereits auf den Radweg heruntergefallen, erklärte Michael Heim vom Stadtbauamt. Einer der Bäume reiße unten auseinander, sagte Lesehr, das sei „brandgefährlich“. Die Vertreter vom BUND regten Ersatzpflanzungen an, ohne die Bäume sehe die Stelle nämlich traurig aus. Doch ein Problem sei, dass durch den Boden Leitungen laufen, erklärte Lesehr. Eine Möglichkeit wäre, hinter den Zaun auf das Sappi-Gelände auszuweichen.

Der Bergahorn vor der Schule in Nasgenstadt hat im April auch unter Schneebruch gelitten. Das Problem sei damals gewesen, dass die Bäume schon Laub trugen, erklärte Heim. Der Baum hat vor der Schule zudem nur wenig Platz und stirbt langsam ab. Die Gruppe nahm eine ukrainische kleinwüchsige Baumart, identisch mit einer Winterlinde, als Ersatz in den Blick, doch soll der Baum dann auf einer deutlich größeren Baumscheibe gepflanzt werden. Ersatz für zwei Birken auf der anderen Straßenseite zu pflanzen, ist dagegen schwieriger, da zwischen Privatgrundstück und Straße nicht viel Platz vorhanden ist. Angela Scheffold vom BUND regte einen Walnussbaum an, das müsse aber mit dem Grundstückseigentümer abgesprochen werden, erklärte Heim.

Am Spielplatz in der Kolpingstraße muss eine Birke weichen, die zu nah am nächsten Baum wächst und statisch nicht mehr sicher steht. Ein Ersatz ist hier nicht möglich. Eine Eberesche am Spielplatz ist vom Pilz befallen. Die Gruppe favorisierte eine Essbare Eberesche als Ersatz.

Auch drei Traubenkirschen am Groggensee beim Spielplatz müssen gefällt werden, weil sie vom Pilz befallen sind und Bruchschäden dazugekommen sind. Ersatzpflanzungen gibt es bereits, erklärte Heim. Die Gruppe einigte sich zudem darauf, drei Schwarz-Erlen an der Schmiech als Ersatz anzustreben. Eine Birke auf der anderen Seite der Schmiech muss ebenfalls weichen, weil sie keine Standsicherheit hat.

BUND-Vorsitzende Angela Scheffold regte am Mittwoch auch noch an, zehn Walnussbäume an der Geißenweide zu pflanzen. „Das Treffen war ein Erfolg für uns“, sagte sie mit Blick auf die besprochenen Ersatzpflanzungen.

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