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Kurt Efinger

Rupert Vogl ist in Schelklingen das Glück im Unglück

Stadtkapelle beeindruckt mit Höhepunkten aus der Vereinsgeschichte – Volker Frank gelingt glänzender Einstand
Rupert Vogl ist in Schelklingen das Glück im Unglück
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Schelklingen sz Mit einem glänzenden Konzert hat der Musikverein Schelklingen am Samstag in der mit 400 Zuhörern besetzten Stadthalle das Jubiläumsjahr zur Feier des 90-jährigen Bestehens der Stadtkapelle eröffnet. Als „Glück im Unglück“ bezeichnete Vorsitzender Wolfgang Bierer die Vertretung des erkrankten Dirigenten Peter Rehm durch den stellvertretenden Kreisverbandsdirigenten Rupert Vogl, der bis vor kurzem 25 Jahre lang den benachbarten Musikverein Schmiechen erfolgreich geführt hatte. Innerhalb kurzer Zeit erarbeitete Vogl mit dem Schelklinger Blasorchester ein auf den Anlass abgestimmtes Programm. Die Wiedergabe überzeugte in allen Teilen – von der Ouvertüre „Wiener Jubel“ von Franz von Suppé bis zur Polka française „Feuerfest“ für Schmiede und Schlosser von Josef Strauss. „Rupert Vogl hat in einer Handvoll Proben gute Arbeit geleistet und uns aus der Patsche geholfen“, zeigte sich Wolfgang Bierer erleichtert über eine gute Lösung des plötzlich aufgetretenen Problems.

Reizvolle Motivverarbeitung kennzeichnete das abwechslungsreiche Spiel in Max Kaempferts schwäbischer Rhapsodie Nr.4 „Hie gut Württemberg alleweg“. Betörend in Klang, Harmonie und Dynamik brachte das Schelklinger Blasorchester die von Stephan Jaeggi 1922 im Alter von 19 Jahren komponierte programmatische Fantasie „Titanic“ zu Gehör. 1987 hatte die Stadtkapelle das effektvolle Werk unter der Leitung von Werner Buchholz schon einmal aufgeführt. „Möge die Macht mit euch sein“ zitierte Wolfgang Bierer als Moderator einen Kernsatz aus dem Film „Star Wars“. Es folgte die von John Williams geschaffene und von der Stadtkapelle 1992 im Rahmen eines Programms mit Filmmusik gespielte Szenenuntermalung. Einfühlsam gestalteten die Musiker unter Vogls präziser Leitung die Themen in vier von Jan van der Roost unter dem Titel „Puszta“ zusammengefassten ungarischen Tänzen. 1996 hatten die Schelklinger damit das Publikum in Széged an der Theiss begeistert. Die nach der schwung- und humorvollen Feuerfest-Polka herbeigeklatschte Zugabe kam in Form des „Fliegermarschs“ von Hermann Dostal und zwar mit dem markigem Männergesang „Kerzengrad steig ich zum Himmel“. Es geht nämlich um eine Ballonfahrt. Als zweite Zugabe bekam das Publikum noch einmal den bereits bei der Ehrung von sechs Musikerinnen gespielten „Laridah“-Marsch von Max Hempel.

Jugendorchester überzeugt

Wohltuend saubere Intonation fiel schon bei den ersten Takten des Jugendgemeinschaftsorchesters Schmiechen-Schelklingen auf, als es unter der Leitung seines neuen Dirigenten Volker Frank mit „A Little Opening“ von Thiemo Kraas das Jubiläumskonzert eröffnete. Mit „Yorkshire Ballad“ von James Barnes hatten die rund 50 jungen Musiker schon vor kurzem beim Benefizkonzert in der Kirche beeindruckt. „Ich freue mich auf viele Jahre mit dir als musikalischer Leiter der Jugendkapelle“, brachte Wolfgang Bierer nach „Choreography“ von Robert Sheldon seine Zufriedenheit über den gelungenen Einstand zum Ausdruck.

„Wir spielen, was wir schon in der Kirche gespielt haben ,Jesus berühre mich‘ – oder vielleicht Franziskus“, machte Volker Frank eine humorvolle Anspielung an die Bescheidenheit des neuen Papstes, als er nach den begeistert beklatschten Vorträgen der Gemeinschaftsjugendkapelle eine besinnliche und gefühlvolle Zugabe ankündigte.

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