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Rock kennt kein Verfallsdatum

Status Quo begeistert auf seiner elektrischen Abschiedstournee auf der Kapfenburg
Francis Rossi, Frontmann der britischen Band Staus Quo (vorne) kann es noch: Die Briten, die es in unterschiedlichen Besetzungen bereits seit über einem halben Jahrhundert gibt, haben die zahlreichen Zuschauer beim Festival Schloss Kapfenburg begeistert.
Francis Rossi, Frontmann der britischen Band Staus Quo (vorne) kann es noch: Die Briten, die es in unterschiedlichen Besetzungen bereits seit über einem halben Jahrhundert gibt, haben die zahlreichen Zuschauer beim Festival Schloss Kapfenburg begeistert.
Thomas Siedler

Lauchheim-Hülen sz „Wenn Ihr die Songs nicht kennt, dann schaut doch mal auf Euren Tickets, ob Ihr wirklich richtig seid." Das hat Francis Rossi beim Festival auf Schloss Kapfenburg gesagt, inmitten der Hits „What´s your proposing" oder „Again and Again" – und mit einem verschmitzen Grinsen. Wer über 50 Jahre im Musikgeschäft ist, der darf sich getrost solche Aussagen erlauben, zumal der Leadsänger von Status Quo auf der Kapfenburg ohnehin richtig gut angekommen ist – eben auch neben den Songs.

Den ganzen Tag hatte es geregnet, doch kurz vor 20.30 Uhr hörte das Nass von oben auf – wie bestellt. Damit waren für Gründungsmitglied Rossi, Andrew Bown (Keyboards), John „Rhino“ Edwards (Bass), Leon Cave (Schlagzeug) sowie Richie Malone (Gitarre) die letzte Hürde genommen, einen gelungenen Abend auf die Beine stellen zu können. Schon bei „Caroline“ aus dem Jahr 1973 (aus dem Album „Hello“) zu Beginn war schnell klar, dass dieser Abend einzig dem Rock gehören wird, vor allem, dass dem Rock über vier Jahrzehnte nichts anhaben kann.

Cover ist erfolgreicher

Die Briten zogen die Lauchheimer in ihren Bann, zum Mitsingen animieren musste Rossi kaum. Beim Cover-Song „In the army now“ gab es das bekannte „Stand up and fight“ fast automatisch lautstark aus den Zuschauerrängen zurück auf die Bühne geschleudert. Der Song, der 1986 in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf Platz eins war (und damit kommerziell deutlich erfolgreicher als die Ursprungsversion von Bolland & Bolland aus dem Jahr 1982), hat an seinem Charme nichts verloren, obwohl er ebenfalls schon über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Ein Highlight der rund 90 Minuten war das Schlagzeugsolo von Leon Cave. Ihn nahm Rossi erstmals auf seiner Solotour „One step at a time“ im Jahre 2010 mit. Warum er immer noch dabei ist, wissen nun auch die Fans in Lauchheim.

Der Wunsch Parfitts

Zwar waren die Gitarrensoli dem Meister Rossi auf seiner Green Fender Telecaster, einem Original-Modell von 1957, vorbehalten, doch auch der Ire Richie Malone hat gezeigt, dass er bei Status Quo hineinpasst. Erst 2016 wegen der Krankheit von Rick Parfitt (der am 24. Dezember 2016 verstorben ist) in die Band gekommen und damit wohl in einen der aktuell größten Fußabdrücke der Musikgeschichte gestapft, hat er den Quo-Sound bereits verinnerlicht. Wie lange dieses Arrangement noch hält, bleibt offen, denn es ist die letzte elektrisch verstärkte Tour der Briten, das haben sie bereits angekündigt. Passenderweise heißt die Tour „The last night of the electrics“, die auch auf Parfitts Wunsch hin hatte stattfinden sollen. Das Ende der Band aber sollte es nicht sein, denn der Status quo dieses Rocks hat kein Verfallsdatum.

Im Rahmen des Festivals Schloss Kapfenburg stehen noch zwei Konzerte an: Heute Abend um 20.30 Uhr kommt die bayerische Band LaBrassBanda auf die Festivalbühne, am Samstag um 20.30 Uhr ist dann die italienische Rockröhre Gianna Nannini dran. Beide Konzerte sind ausverkauft.

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