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Riedlingen (Donau)
Lokales

Riedlinger wird zum Lebensretter

Bastian Fisel zieht eine 54-Jährige Frau in Riedlingen aus der Donau

Riedlingen sz Der 28-jährige Bastian Fisel aus Riedlingen ist am Donnerstagabend zum Lebensretter geworden. Der junge Mann hat eine 54-jährige, verwirrt wirkende Frau aus der Donau gerettet. Von seinem Balkon aus hat er das Geschehen auf der Donauinsel beobachtet – und beherzt eingegriffen. „Das war eine Selbstverständlichkeit“, sagt Fisel hernach – und ging heim, ohne sich der Polizei zu erkennen zu geben.

Der 28-Jährige und seine Freundin saßen gemütlich auf ihrem Balkon. Von dort aus haben sie einen guten Blick auf die Donauinsel. Das Tagwerk geschafft, das Wetter ideal um draußen zu sitzen. Auch auf der Donauinsel war viel los. Da wurden sie auf eine Frau im Rollstuhl aufmerksam, die ans Wasser geschoben wurde. Von dort robbte sie an die Donau und lässt sich in die Donau gleiten. Der Rollstuhl blieb einsam am Ufer stehen, kein Begleiter war dabei. „Da habe wir uns Sorgen gemacht“, sagt er. Das schlechte Gefühl verstärkte sich, als sie die Frau im Wasser mit den Armen rudernd sahen.

Obwohl noch etliche Leute auf der Donauinsel waren, obwohl in der gegenüberliegenden Gaststätte sich viele Besucher tummelten, hat er sich nicht darauf verlassen, dass diese helfen: Er ist der Donau entlang über die Brücke und auf die Insel gerannt. Die Frau im Wasser machte auf ihn einen verwirrten Eindruck. Die Inselbesucher am Sandstrand haben die Frau gesehen, sind aber nicht aktiv geworden. „Das ist schon ein Armutszeugnis“, sagt Fisel.

Erst weiter unten an der Donau haben Bewohner an der gegenüber liegenden Seite und Flüchtlinge auf der Donauinsel sie angesprochen. Auf die Fragen, ob sie ihr helfen können, wehrte die Frau ab. Sie schwimme öfters in der Donau. Und an der Inselspitze warte ein Bekannter, der ihr aus dem Wasser helfen werde.

Der 28-Jährige nahm dies aber nicht als bare Münze, zumal der Rollstuhl noch am Sandstrand war. Er ging zur Inselspitze, um nachzusehen. Da war niemand. Als die Frau dann von der Strömung mitgerissen Gefahr lief, an ihm und der Insel vorbei zu treiben, hat er nicht lange gefackelt: Handy und Schlüssel aus der Tasche und rein ins Wasser. „Kommen Sie“, hat er die Frau angesprochen, die in der Donaumitte schwamm. Dort ist das Wasser bereits hüfthoch.

Der 28-Jährige hat die Frau geschnappt und ans Ufer gebracht. Gemeinsam mit einem weiteren Passanten zog er sie aus dem Wasser die Böschung nach oben und gab sie in die Obhut der Rettungskräfte, die verständigt worden waren.

Feuerwehr, Rettungskräfte und Polizei waren vor Ort und kümmerten sich hernach um die 54-Jährige. Die hat den Vorfall mit einer leichten Unterkühlung überstanden. Die Polizei lobt hernach das Verhalten des 28-Jährigen. „Er hat sehr gut reagiert“, sagt Pressesprecher Uwe Krause.

Nachdem die Frau bei den Rettungskräften gut aufgehoben war, hat Bastian Fisel sein Handy und seinen Schlüssel genommen und ist einfach heim gegangen. Dort hat er erst einmal geduscht und sich dann wieder auf den Balkon gesetzt. Zum Lesen. Die Polizei wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, wer denn der Lebensretter war. Denn der saß auf der anderen Seite des Wehrs und hat das weitere Geschehen auf der Insel ganz relaxed von seinem Balkon aus beobachtet.

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