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Lokales

Regionale Ärzte sind bei Cannabis skeptisch

Mediziner können Cannabis künftig verschreiben – Wenig Zustimmung rund um Ehingen
Viele Ärzte in der Region wollen Cannabis nur zurückhaltend oder gar nicht verschreiben.
Viele Ärzte in der Region wollen Cannabis nur zurückhaltend oder gar nicht verschreiben.
ARchiv

Ehingen sz Schwer Erkrankte sollen künftig Cannabis auf Rezept bekommen. Das hat der Bundestag vor ein paar Tagen einstimmig beschlossen und ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Verschreiben Ärzte das Hanfgewächs, müssen die Krankenkassen die Therapie bezahlen. Patienten, die etwa an Krebs, Spastiken oder Multipler Sklerose leiden, müssen die Kosten für Cannabis, monatlich mehrere Hundert Euro, nicht mehr selbst tragen. Bei den Ärzten der Region stößt das neue Gesetz auf wenig Zustimmung. Das Hauptargument der Kritiker: Der medizinische Einsatz des Rauschgiftes sei nicht ausreichend erforscht.

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Kommentare (4)
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"Das Hauptargument der Kritiker: Der medizinische Einsatz des Rauschgiftes sei nicht ausreichend erforscht." Wer im Zusammengang, als Arzt, mit Cannabis von "Rauschgift" schreibt, dem Spreche ich jegliche Fähigkeit ab, Mediziner zu sein! Dieser Begriff wurde in einer Dunklen Zeit Deutschlands geprägt und suggeriert das es sich bei Cannabis um ein Gift handeln würde, das ist gelogen! Jedes höher entwickelte Lebewesen besitzt ein eigenes Endocannabinoidsystem (https://de.wikipedia.org/wiki/Endocannabinoid-System), an welchem die Rezeptoren der Pflanze andocken. Schon mit der Muttermilch bekommen wir als Säuglinge Cannabinoide um unseren Appetit anzuregen und unsere Entwicklung zu fördern. Das wir in einem Aufgeklärten Land noch solch einen Unfug zu lesen bekommen empfinde ich als beschämend! LG mehr

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Wie sieht es mit den Nebenwirkungen des Cannabis-Konsums aus? Prof. Wayne Hall hatte aus Studien heraus diese zusammengestellt und kam bei den Risiken zu folgendem Ergebnis:
"Was 20 Jahre Forschung über Cannabis-Konsum uns sagen"

1) Akut
1.1. Es gibt KEINE tödliche Überdosierung
1.2. Konsum erhöht das Verkehrs-Unfallrisiko auf das Doppelte (vergleichbar Alkohol- 0,5 o/oo (oder 0,3?) BAK)
1.3. Cannabis-Konsum verringert bei Schwangeren das Geburtsgewicht von Babies (BTW: Konsum von Drogen einschließlich Alkohol und bestimmter Medikamente verbietet sich in der Schwangerschaft)

2) Chronisch
2.1 - 4 bezieht sich nur auf Effekte, wenn der (exzessive) Konsum bereits in der Jugend einsetzt
2.5 bezieht sich aufs Rauchen - Verbrennungsresultate einzuatmen ist sowieso riskanter als es anderweitige Konsumformen sind.
2.6 Erhöhung des Herzinfarktrisikos bei Konsumenten mittleren Alters, das kann bei ungewohntem Sex ebenso zutreffen
(2.x weitere langfristige Nebenwirkungen sind unbekannt, man vergleiche mit in Apotheken frei verfügbaren Schmerz- und Entzündungshemmern, wie Ibuprofen, Diclophenac, Paracetamol oder ASS)

aus der Pressemitteilung zur Studie, Übersetzung von mir
http://www.addictionjournal.org/press-releases/what-twenty-years-of-research-on-cannabis-use-has-taught-us

Was bleibt übrig? Cannabiskonsum ist für Erwachsene arm an Risiken, bei Jugendlichen (Risiken 2.1 - 4) müssen Jugendschutzmaßnahmen greifen.- Das Totalverbot ist keine solche.

Auch die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (ACM) und Dr. Grotenhermen stellten anhand von Studien 2012 in ihrer Pressemitteilung fest: Cannabis ist sicher für Erwachsene.
Langzeitstudie beweist: Cannabiskonsum beeinträchtigt weder Intelligenz, Konzentrationsfähigkeit noch Gedächtnisleistung. Ein sicherer Einsatz von Cannabisprodukten ist in medizinischer Anwendung möglich. Der französ. Suchtexperte William Lowenstein bestätigte dies in einem arte-Interview vor acht Monaten. mehr

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Zum Glück sehen das nicht alle Ärzte in dieser Region so. Nebenan in Göppingen betreibt einer der führenden Schmerztherapeuten Deutschlands, Dr. Müller-Schwefe, seine Praxis und seine Meinung zu dem hier so als Rauschgift verteufelten Heilkraut ist diese:

"Das ist kein RauschGIFT, was wir verschreiben, sondern das sind Medikamente, deren Wirkmechanismen wir kennen und die bei richtigem Einsatz nicht süchtig machen sondern die die Schmerzkontrollmechanismen ansprechen. Darauf haben Patienten ein Recht.

Eine Irrationale, die in Amerika entstanden sind, Verbot von allem was Spaß macht, Alkohol - hat medizinischen Gebrauch unmöglich gemacht, das Verbot hat keinerlei sachliche Grundlage

Btm-Gesetz und Forschung: Es ist nahezu unmöglich Studien (mit Cannabis) anzustellen, die Hindernisse sind extrem Dabei gehen wir täglich mit Substanzen um, die weitaus gefährlicher sind als Cannabis-Derivate: frei verfügbaren Entzündungshemmer Diclofenac und Ibuprofen jährlich 3000 Tote durch Magenbluten, dazu Schlaganfall, Herzinfarkt,

Demgegenüber ist der Einsatz von Cannabis harmlos, eine Substanz, die all diese Nebenwirkungen nicht hat.

Das Verbot ist unbegreiflich.

Der Umgang mit Cannabis sollte geregelt werden, vergleichbar mit Alkohol und anderen Substanzen, aber diesen extremen Zustand beenden.

Cannabis war im übrigen Volksmedizin in Deutschland, nicht nur in Deutschland, sondern den Hanftee gegen Kopfschmerzen und allen möglichen Darreichungsformen, Hanfplätzchen für Menstruationsbeschwerden z.B. das war Volksmedizin in Deutschland und ist eigentlich erst aus Amerika heraus kriminalisiert worden." (aus dem Interview in frontal21 2014) mehr

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Sehr geehrter Herr Dr. Roland Schenzle,
ich weiß nicht wie alt sie sind, aber ich hoffe Sie haben das Alter um in den Ruhestand zu treten. Und wenn, dann bitte ich Sie, im Interesse Ihrer Patienten, dieses dann auch zu tun!
Begründung: Ein Arzt der Ignoriert, dass Cannabis vor dem Verbot, welches allein durch Rassismus und industrieller Korruption seitens der Pharmaindustrie und Textilindustrie entstand (Quelle: http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=56673).
Hanf war sein Jahrtausenden ein beliebtes Heilmittel, welches kurz vor seinem Verbot eines der meist verschriebenen Medikamente in den USA war. Der therapeutische Nutzen ist also nicht neu und es gab vorher nie Beschwerden oder negative Eigenschaften, über die in der Geschichte berichtet wurde.
Zum "Rauschgift", wie der Autor es hier schreibt, wurde es erst gemacht, sozusagen erklärt. Dass man beim Alkohol nicht vom "Rauschgift" spricht liegt wohl lediglich daran, dass es legal ist und was legal ist, kann ja kein Rauschgift sein, obwohl gerade Alkohol diese Bezeichnung viel eher verdient.
Dass es nicht erwiesen ist, ob Cannabis eine medizinische Wirkung hat ist gelogen, oder mal Ihnen zugunsten zu halten, ein Zeugnis der Unwissenheit.
Allein die Tatsache schon, dass es die Bundesregierung nach Jahrelangem widerstand dazu entschlossen hat, es für medizinische Zwecke freizugeben ist wohl mit Sicherheit nicht aus der Laune heraus.
Es ist BEWIESEN, dass Cannabis bei vielen Krankheiten hilft, ja sogar heilt, wie zB. Krebsarten. Es gibt da mehr als ein Präzedenzfall. Eine Weigerung das alles anzuerkennen könnte natürlich auch auf Lobbyismus hinweisen, aber das ist nur eine Annahme.
Alles in Allem ist Ihre Haltung sehr fraglich und man muss sich die Frage stellen, ob Patienten bei Ihnen wirklich in guter Obhut sind. Ich für mich denke jedenfalls nicht und würde mir wünschen, dass ein aufgeschlossener Arzt an ihre Stelle treten würde, im Interesse aller Patienten, denen Sie dieses Naturmittel vorenthalten wollen. mehr

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