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Rat und Wehr beschließen alte Technik

Vergabebeschluss für neues Lösch- und Bergungsfahrzeug HLF 10

BU HLF10:
So ähnlich könnte es aussehen, das neue HLF 10 mit MAN-Fahrgruppe und Rosenbauer-Aufbau inklusive Lichtmast.
BU HLF10: So ähnlich könnte es aussehen, das neue HLF 10 mit MAN-Fahrgruppe und Rosenbauer-Aufbau inklusive Lichtmast.
Olaf E. Jahnke

Neukirch sz Im Gemeinderat haben Kommandant Josef Nuber und sein Stellvertreter, Joachim Schmid, die Details zur Vergabe des Auftrags für ein neues Feuerwehrfahrzeug nach europaweiter Ausschreibung beschrieben. Danach stimmten die Räte darüber ab.

Als Ersatzfahrzeug zum nicht mehr zeitgemäßen Tragkraftspritzenfahrzeug TSF von 1995 sei das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) die passende Ergänzung zum Fuhrpark der Neukircher Wehr, auch nach aktuellem Feuerwehrbedarfsplan. Schmid hob hervor: „Wichtig war uns als ausschreibende Feuerwehr, dass ein Rettungssatz ins Fahrzeug integriert sein sollte, dazu ein Lichtmast, permanente Allradzuschaltung sowie ein Handschaltgetriebe mit acht Gängen und Anhängeroptionen.“ Die leistungsfähigen Generatoren, besonders Pumpleistungen von 2400 Litern pro Sekunde, und die Möglichkeit mit Sondergenehmigung, noch ein Fahrzeug nach Abgasstufe Euro 5 in Betrieb nehmen zu können, hätten schließlich zur Empfehlung für den Rosenbauer-Ausbau auf MAN-Basis geführt.

Dabei haben die Angebote von Mercedes MAN und Iveco bei den Fahrgestellgruppen dicht beisammen gelegen, um die 80 000 Euro. Und auch die Angebote der Ausbaufirmen Ziegler, Rosenbauer und Magirus haben mit rund 273 000 bis 290 000 Euro kaum große Unterschiede aufgewiesen.

350 Grad Celcius nicht erreichbar

Dennoch sei die MAN-Variante mit Rosenbauer-Ausbau kostengünstiger ausgefallen. Dazu hätte dieser Ausbau eine teilweise höhere Leistung, technische Vorteile und einigen Nachrüstungsmöglichkeiten.

Um etwaigen Befürchtungen wegen der Abgasnorm vorzubeugen, erläuterten Schmid und Nuber, dass für den kurzfristigen und relativ wenigen Einsatz bei der Feuerwehr die Anlagen mit Euro-Abgasnorm E 5 besser geeignet seien. Die Norm E 6 bringe die Schwierigkeit mit sich, dass man die notwendigen Abgastemperaturen von 350 Grad Celcius mit kurzer Anfahrt nicht erreiche. Dazu kämen die technischen Anforderungen sowie der Aufwand durch die Verwendung von auswechslungsbedürftigem AddBlue (Harnstofflösung zur Reduzierung von Stickoxiden bis zu 90 Prozent) und dem Ausbrennen der Filter. Daher habe man sich entschieden, die Ausnahmegenehmigung zu nutzen und bei der alten Technik zu bleiben.

Bestätigung bekamen die Feuerwehrverantwortlichen von den Räten Andreas König (FW) und Udo Hunstiger (CDU), die das Verfahren begleiteten. Die Räte lobten außerdem die sorgfältigen Vorarbeiten bei der Ausschreibung.

Zur Frage nach der Euronorm war sich Hunstiger sicher: „Da kommt bei Euro 6 außer Ärger und Kosten nichts heraus.“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Adrian Strauß meinte: „Im Berufskraftverkehr fahren wir schon seit drei Jahren mit Euro 6, aber das (die Technik) ist im Gegensatz zu Euro 5 eine Mimose.“

270 000 Euro Eigenmittel

Er schlussfolgerte weiter, dass man da kein schlechtes Gewissen haben müsse. Bürgermeister Reinhold Schnell fand ebenfalls, das vorgestellte Angebot sei durchaus vernünftig.

Es liege ein Zuschussbescheid über 90 000 Euro Landesförderung zu den rund 360 000 Euro Gesamtkosten vor. Ein weiterer Antrag laufe in gleicher Höhe beim Ausgleichstock des Regierungspräsdiums für leistungsschwache Gemeinden. Da sei jedoch der Ausgang ungewiss. Man müsse daher mit etwa 270 000 Euro Aufwand an Eigenmitteln im nächsten Jahr rechnen, errechnete Bürgermeister Reinhold Schnell.

Die Zustimmung zur Anschaffung erfolgte schließlich einstimmig im Gemeinderat.

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