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Punkte sammeln für die Klimaschutz-Medaille

2017 steht die Rezertifizierung beim „European Energy Award“ an – Langfristiges Ziel ist der Goldstatus

Auf zur Probefahrt: (von links) Regionalwerk-Geschäftsführer Michael Hofmann, Bügermeister Bruno Walter und Stephan Sulger von Bike-Tec testen das neue Stadt-Pedelec.
Auf zur Probefahrt: (von links) Regionalwerk-Geschäftsführer Michael Hofmann, Bügermeister Bruno Walter und Stephan Sulger von Bike-Tec testen das neue Stadt-Pedelec.
Linda Egger

Tettnang sz In Sachen Energiesparen und Klimaschutz tut sich was in Tettnang. Im Jahr 2014 ist die Hopfenstadt erstmals mit dem European Energy Award ausgezeichnet worden, 2017 steht die Rezertifizierung an. Das große Ziel ist langfristig der Goldstatus – zahlreiche Maßnahmen sollen auf dem Weg dorthin möglichst viele Punkte einbringen.

Einen Umsetzungsgrad von 61 Prozent und damit den Silber-Award hat die Stadt 2014 erreicht. Verschiedene Handlungsfelder spielen in die Bewertung für die Auszeichnung mit hinein. Zu den bereits durchgeführten Maßnahmen zählen beispielsweise die regenerative Wärmeversorgung in Obereisenbach durch den Wärmeverbund von Schule, Haus der Vereine, kleiner Turnhalle, Mehrzweckhalle, Feuerwehrhaus und Kindergarten sowie am Manzenberg, wo das Schulzentrum mit einer Hackschnitzelanlage geheizt wird. Auch gebe es regelmäßige Energieteamsitzungen und jährliche Hausmeisterschulungen, teilt Stadt-Pressesprecherin Judith Maier mit.

Stadt setzt auf LED und E-Mobile

Des weiteren verweist sie auf die kostenlose Energieberatungsstelle im Rathaus, bei der die Energieagentur Ravensburg Bürgern, die in Sanierung oder Neubau von Gebäuden investieren wollen, mit Rat und Tat zur Seite steht. Zusätzlich gibt es ein kommunales Energiemanagement, im Zuge dessen auch jährlich ein Energiebericht erstellt wird. Dieser enthält Informationen über den Energieverbrauch der kommunalen Liegenschaften. Bereits im vergangenen Jahr gab es an Tettnanger Schulen Projekte, um Schüler zum Thema Energieeffizienz zu schulen. „Diese sind auch für 2017 geplant“, so Maier.

So auch eine Reihe von weiteren Maßnahmen, die teils schon jetzt schrittweise umgesetzt werden. Tettnangs Straßen etwa sollen künftig durchgängig von LED-Straßenlaternen beleuchtet werden. Auch das Energieleitbild werde überarbeitet, erklärt Judith Maier. Noch in diesem Jahr ist die Erstellung eines Quartierskonzepts geplant. Dabei werde ein Quartier ausgewählt, in dem mit Anwohnern energietechnische Fragen zu bestehenden Gebäuden erfasst werden, etwa zu Heizung, Isolierung oder Sanierungen, erläutert Maier.

Und auch bei der E-Mobilität steht Tettnang mehr und mehr unter Strom. Neben der geplanten Errichtung von Ladesäulen für Elektrofahrzeuge (die SZ berichtete) gehen auch die Mitarbeiter der Stadtverwaltung mit gutem Beispiel voran. Ein neues Pedelec steht den städtischen Angestellten seit einigen Monaten zur Verfügung. Es kann alternativ zu Dienstwägen benutzt werden – und soll diese irgendwann ersetzen, sodass man einen Dienstwagen einspare, so der städtische Personalleiter Gerd Schwarz. „Das soll nicht das lezte Pedelec sein“, fügt er hinzu.

Am 12. Oktober werden Vertreter der Energieagentur, des Forums European Energy Award, das die Auszeichnung vergibt, sowie der örtlichen Verantwortlichen der Stadtverwaltung zusammenkommen und alle relevanten Maßnahmen beurteilen. Die Punktezahl, die dann unterm Strich steht, gibt Aufschluss darüber, wie weit Tettnang vom Goldstatus noch entfernt ist.

Das ist der EEA

Der European Energy Award (EEA) ist ein Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren für kommunale Energieeffizienz und Klimaschutz. Er soll Erfolge einer Kommune in diesen Bereichen mess- und sichtbar machen. Kommunen, die am European Energy Award teilnehmen, sind EEA-Partner. Um verschiedene Erfolgsstufen zu dokumentieren, bietet der EEA ein zweistufiges Auszeichnungssystem: Bei 50 Prozent und mehr der für die jeweilige Kommune maximal erreichbaren Punkte gilt die Kommune als „Partner mit Auszeichnung“. Wie viele Punkte maximal erreicht werden können, wird für jede Kommune individuell berechnet. Bei 75 Prozent und mehr der maximalen Punkte erhält die Kommune vom Europäischen Forum European Energy Award die EEA-Auszeichnung in Gold. Mittlerweile nehmen mehr als 1340 Kommunen in elf Ländern am EEA teil. (Quelle: www.european-energy-award.de)

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