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Planfeststellungsverfahren für Bahnübergang Herrot läuft

Regierungspräsidium leitet Verfahren ein – Ortsumfahrung und Brücke über die Gleise sollen kommen
Eine Brücke über die Gleise und eine Ortsumfahrung für Herrot sind geplant.
Eine Brücke über die Gleise und eine Ortsumfahrung für Herrot sind geplant.
Grafik: David Weinert

Kisslegg/ Leutkirch knf/sz Das Regierungspräsidium Tübingen hat auf Antrag des Landkreises Ravensburg ein Planfeststellungsverfahren für die Beseitigung der benachbarten Bahnübergänge bei Herrot (Gemeinde Kißlegg) und bei Lanzenhofen (Stadt Leutkirch), den Neubau einer Brücke zwischen den ehemaligen Bahnübergängen sowie eine westliche Ortsumfahrung bei Herrot eingeleitet.

Das Verfahren umfasst auch die Verlegung der K 7905 und der K 7910 und den teilweise Rückbau der alten Trasse im einschlägigen Bereich, wie das Regierungspräsidium mitteilt. Durch die Baumaßnahmen soll die Verkehrssicherheit auf der Verbindungsstrecke der beiden Mittelzentren Leutkirch im Allgäu und Wangen im Allgäu verbessert werden.

Die Bahnübergänge Herrot-Lanzenhofen und Herrot-Ellerazhofen werden im Zuge der Elektrifizierung der Allgäubahn geschlossen. Stattdessen soll eine Brücke über die Schienen gebaut werden. Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung die Planungen beschlossen (die SZ berichtete).

Wenn alles nach Plan läuft und die Witterung es zulässt, kann mit dem Bau der Brücke über die Bahngleise im März 2018 begonnen werden. Der größte Teil der Arbeiten soll im kommenden Jahr über die Bühne gehen, so dass der Verkehr Ende 2018 bereits über die neue Straße fahren kann. Der Kreuzungsbereich mit der Bahn müsse 2018 abgeschlossen werden, da die Bahn 2019 die Elektrifizierung und die Neigetechnik einrichten wolle.

Unfallrisiko fällt weg

Die Bahnübergänge liegen auf Leutkircher Gemarkung, Herrot gehört zu Kißlegg. Kißleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher bezeichnet das Bauprojekt als „epochal“. Profitieren würden Anwohner und Pendler außerdem von der „Neuordnung des Verkehrs“: Im Zuge des Brückenbaus werde die gefährliche Straßenkreuzung entschärft: Die Straße werde um 200 Meter verlegt, der Durchgangsverkehr gehe so künftig nicht mehr durch die kurvige Ortsdurchfahrt von Herrot. Dies sei eine bedeutende Verbesserung, da die Strecke eine „heimliche Hauptverbindung zwischen Leutkirch und Kißlegg“ sei.In der Vereinbarung mit der DB Netz AG sind die Gesamtkosten laut Vorlage mit knapp 4,7 Millionen Euro veranschlagt. Darin enthalten sind die Entfernung der beiden Bahnübergänge, der Bau der Ortsumfahrung von Herrot sowie Verwaltungskosten.

Von den Gesamtkosten trage die Bahn 1,33 Millionen Euro, der Bund und der Landkreis jeweils 1,31 Millionen. Der Landkreis beteilige sich für die Ortsumfahrung Herrot mit 720000 Euro. Der Anteil des Landkreises an den Gesamtkosten liege somit bei gut zwei Millionen Euro. Von Seiten des Landes wird mit einem Zuschuss in Höhe von rund 700000 Euro gerechnet. Da der Landkreis die Maßnahme plane, könne er gegenüber der Bahn und dem Bund die Verwaltungskosten in Höhe von rund 270 000 Euro geltend machen. Insgesamt habe der Landkreis somit rund 1,06 Millionen Euro zu tragen.

Die Gemeinde Kißlegg muss sich nur mit geringen finanziellen Beiträgen beteiligen, sie muss lediglich die baulichen Anpassungen an den Gemeindestraßen bezahlen.

Von Montag, 27. November, bis einschließlich Mittwoch, 27. Dezember, werden die Planunterlagen in den Rathäusern von Kißlegg und Leutkirch zur Einsicht ausgelegt.

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