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Sigmaringendorf
Lokales

Philip Schwaiger ist neuer Bürgermeister

Sigmaringendorfer wählen den 29-jährigen Reutlinger mit überwältigender Mehrheit

Sigmaringendorf sz Jetzt ist es amtlich: Der neue Bürgermeister von Sigmaringendorf heißt Philip Schwaiger. Bei der Wahl erhielt er am Sonntag 93,72 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Wirklich überraschend ist das Ergebnis nicht, gab es mit dem 29-jährigen Reutlinger schließlich nur einen Bewerber, der es mit seiner Kandidatur ernst meinte. Trotzdem machte sich unter Gemeinderäten und anderen Beobachtern eine gewisse Erleichterung breit, dass mit 49,96 Prozent die Hälfte der Wahlberechtigten auch tatsächlich an die Urnen gegangen ist. „Das Bewerberfeld war nicht so groß, dass es besonders zur Wahl animiert hätte“, sagte Philip Schwaiger bei seiner Dankesrede denn auch selbst und hatte damit die Lacher auf seiner Seite. Zwar stand auch der Name von Silvia Fink auf dem Wahlzettel; doch die Bewerberin aus Heilbronn hatte bereits vor der Wahl mitgeteilt, kein Interesse mehr an dem Amt zu haben.

Als Alois Henne dann am Sonntag gegen 19 Uhr in der Donau-Lauchert-Halle das Wahlergebnis verkündete, dürfte manchem etwas komisch zumute gewesen sein. Henne selbst sprach von einer „historischen Stunde“ und davon, dass „am 31. Mai eine Ära zu Ende geht“. Wenn Philip Schwaiger am 1. Juni die Amtsgeschäfte übernimmt, wird sein Vorgänger 37 Jahre lang Chef im Rathaus gewesen sein. Doch Schwaiger will den Blick nach vorne richten, das machte er in seiner Rede deutlich. Die hielt er frei von Programmatik und legte den Fokus stattdessen auf die künftige Zusammenarbeit mit ihm als Bürgermeister. „Kommunalpolitische Entscheidungen sind immer die Summe der Leistung derjenigen, die sich einbringen“, sagte Schwaiger. „Jeder einzelne zählt, das ist ganz wichtig.“

Er wolle ein offenes Ohr haben und den Bürgern ein Ansprechpartner sein. „Transparenz und Offenheit sind mir wichtige Attribute.“ Er sei überwältigt und freue sich, dass die Wähler ihm dieses Vertrauen entgegenbringen. Dass sie das tun, bewiesen sie nicht nur mit einer respektablen Wahlbeteiligung, sondern auch mit Anwesenheit. Etliche waren in die Halle gekommen, um die Ergebnisverkündung direkt mitzuerleben. Schwaiger selbst bedachten sie immer wieder mit Applaus.

„Ich möchte sie von meiner Arbeit überzeugen“

„Die vielen Vereinsvertreter sind mir gegenüber von Anfang an offen gewesen und haben mir viele wichtige Impulse gegeben“, sagte Schwaiger. So eine Haltung sei nicht überall gang und gäbe – habe aber dazu beigetragen, „dass wir uns hier von der ersten Sekunde an wohlgefühlt haben“. Die Bürger von Sigmaringendorf hätten sich dazu entschlossen, „dass sie ihr Umfeld aktiv mitgestalten wollen“ – davor habe er großen Respekt. „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit.“ Zugleich wolle er auch um das Vertrauen derjenigen werben, die ihm ihre Stimme nicht gegeben haben. „Ich möchte sie von meiner Arbeit überzeugen.“

Im Anschluss wurde die Schlange der Gratulanten schnell länger und länger – unter ihnen auch Landrätin Stefanie Bürkle und mehrere Bürgermeister umliegender Gemeinden.

Das Endergebnis

Wahlberechtigte: 2868

Wähler: 1433

Ungültige Stimmen: 25

Gültige Stimmen: 1408

Wahlbeteiligung: 49,96 Prozent

Silvia Fink: 20 Stimmen (1,4Prozent)

Philip Schwaiger: 1343 Stimmen (93,72 Prozent)

Sonstige: 45 Stimmen – davon sieben für den scheidenden Amtsinhaber Alois Henne.

Ihr Kommentar zum Thema
Kommentare (3)
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Wenn Philip Schwaiger am 1. Juni die Amtsgeschäfte übernimmt, wird sein Vorgänger 37 Jahre lang Chef im Rathaus gewesen sein. Für Alois Henne wird es ein Rätsel bleiben, warum sich nur ein Bewerber für seinen "Posten" bzw. sein Amt interessiert hat. mehr

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Das gibt es wohl selten, dass jemand als bereits gewählter Bürgermeister seine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten beenden kann. Herr Schwaiger kann die noch ausstehenden Prüfungen gelassen angehen.

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Lob an die Wählerschaft! Knapp 50 Prozent der Wahlberechtigten gingen in Sigmaringendorf an die Urne, obwohl es nur einen BM-Kandidaten gab.

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