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Lindau (Bodensee)
Lokales

Pflegeunternehmen will nicht nach Achberg

Verwaltung startet Anfrage zur Tagespflege

Die Räte versuchen jetzt über die Tagespflege das Seniorenheim in der Gemeinde zu halten.
Die Räte versuchen jetzt über die Tagespflege das Seniorenheim in der Gemeinde zu halten.
Olaf Winkler

Achberg isa Das Pflegeunternehmen, mit dem die Verwaltung nach Willen des Gemeinderates Gespräche um das Seniorenheim in der Schulstraße geführt hat, will das Haus nicht übernehmen. Weil der Gemeinderat aber nach wie vor die Betreuung seiner Senioren vor Ort haben möchte, hat das Gremium nun die Verwaltung damit beauftragt das Thema Tagespflege abzuklopfen.

„Das Unternehmen St. Vinzent von Paul wird sich nicht für einen ambulanten Dienst in dem Gebäude engagieren“. Mit dieser Hiobsbotschaft hatte Bürgermeister Johannes Aschauer die Ergebnisse der Gespräche und der Begehung des Gebäudes in der Schulstraße mit einem Architekten und der Unternehmensleitung zusammengefasst.

Grundsätzliche habe sich, so erklärte er auf der jüngsten Gemeinderatssitzung weiter, bei der Besichtigung ergeben, dass das Dach saniert werden und die Südseite neue Fenster bekommen müsste. Außerdem gehöre der Grundriss umorganisiert. Wie die LZ berichtete, will die Gemeinde unter dem Dach des ehemaligen Seniorenheimes im Erdgeschoß einen Kindergarten und in den beiden oberen Stockwerken eine Senioreneinrichtung unterbringen.

Aschauer informierte die Räte weiter, dass die Vertreterin des sozialen Unternehmens Abstand davon genommen habe in dem Gebäude einen ambulanten Dienst einzurichten, weil im Dachgeschoss die Räume zu niedrig seien und sich die acht Zimmer auf zwei Stockwerke verteilten. Zudem vermute sie eine „ablehnende Skepsis“ von Seiten der Achberger, wie Aschauer weiter erklärte und fasste das Ergebnis der Vertreterin zusammen: „Daher ist das Projekt zu risikoreich.“

Der Bürgermeister appellierte an die Gemeinderäte, nun einen Schlussstrich unter das Thema Senioren zu ziehen. „Man hat alles versucht“, sagte er, nachdem er davon abgeraten hatte, die Möglichkeit einer „bewohnerverwalteten Wohngemeinschaft“ in Betracht zu ziehen. Das nämlich wäre, so begründete er, „ein gesellschaftliches Engagement, wie wir das beim Bauernhofkindergarten hatten. Ich habe keine Lust mehr auf diesen Eiertanz.“ Deshalb plädierte er dafür: „Wir müssen uns von dem Gedanken trennen in den oberen Geschossen eine Seniorenbetreuung zu haben.“

Sich jetzt schon von der Seniorenbetreuung verabschieden wollte Heidi Herzog sich jedoch nicht. Nachdem Brigitte Hartmann das Thema Tagespflege zur Sprache gebracht hatte, bat Herzog darum, dieses vor dem Schlussstrich abzuklären. „Vielleicht ist ja eine Zusammenarbeit mit Lindau möglich“, stellte sie in den Raum und sagte: „Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass das gut für Achberg wäre. Wenn das auch nicht funktioniert, dann geb´ ich auch auf.“

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