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Partybus nur mit Jugendbeteiligung

Verwaltungsausschuss befürwortet Projekt, wenn die Beteiligungsstruktur stimmt
August 2017: Robert Döring, Franziska Döring, Daniel Funke und Julian Tenbohlen (von links) reichen den Antrag für den „ParTTy Bus“ beim Rathaus für das politische Gremium ein.
August 2017: Robert Döring, Franziska Döring, Daniel Funke und Julian Tenbohlen (von links) reichen den Antrag für den „ParTTy Bus“ beim Rathaus für das politische Gremium ein.
JU

Tettnang sz Eine Rückkehr des Partybusses wünscht sich die Junge Union (JU) Tettnang. Im Verwaltungsausschuss hat der JU-Vorsitzende Daniel Funke dafür geworben, Mittel dafür bereitzustellen. Dieser Bus soll, so die Idee, analog zur Lake-Line Jugendliche aus der Region zu ausgewählten Festen und Veranstaltungen fahren und dort wieder abholen.

Der Ausschuss ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Maßnahme mit 2000 Euro gefördert werden soll. Dies unter der Maßgabe, dass die Jugendlichen den Partybus selbst organisieren. Das letzte Wort hat der Gemeinderat in der Haushaltsberatung Ende Januar. Der ursprüngliche Tettnanger Partybus war mit dem Ende des Jugendgemeinderats im Jahr 2011 eingestellt worden. Daniel Funke verwies darauf, dass der Partybus (mit dem Projektnamen „ParTTy-Bus“) seinen Ursprung in Tettnang habe: „Andere Kommunen haben das abgeschaut.“ Dort sei das Modell zu einer Erfolgsgeschichte geworden. Die Junge Union habe Rückmeldungen von Jugendlichen, dass sie gern wieder einen Partybus hätten. Funke schlug vor, eine Anlaufstelle in der Verwaltung einzurichten: „Dann gäbe es eine Bestandsgarantie.“ Grundsätzlich möchte die Junge Union, dass die Stadt Tettnang in den nächsten drei Jahren Mittel für das Projekt bereitstellt, um Erfahrungen sammeln zu können. Das Budget, so die Idee, solle für 2018 bei 1500 Euro für sechs Veranstaltungen liegen. Die Fahrpreise sollen 3,50 Euro (einfache Fahrt) oder fünf Euro (Hin- und Rückfahrt) betragen. Die Busse sollen um 20 und 21.30 Uhr zu Veranstaltungen fahren sowie um 0.30 Uhr, 1.30 Uhr und 2.30 Uhr zurückfahren.

Thomas Psenner vom Jugendhaus Tettnang kritisierte, dass ihm bei diesem Modell die Beteiligungsstruktur fehle. Dass es hier nur um ein Angebot gehen solle, das die Jugendlichen konsumieren könnten, sei aus seiner Sicht nicht richtig: „Wir müssen die Jugend wieder stärker beteiligen.“

Hans-Josef Gindele (Freie Wähler) fragte, ob man Tettnang nicht einfach bei der Lake-Line der Gemeinden Langenargen, Kressbronn und Meckenbeuren einbinden könne. Schließlich fahre diese ja auch bereits Obereisenbach an, man müsse das Rad ja nicht neu erfinden. Grünen-Rätin Susanne Lund begrüßte die Idee der JU. Sie betonte aber auch, dass es gut sei, wenn Jugendliche das für Jugendliche organisieren würden. Sie konnte sich aber auch vorstellen, in einem ersten Schritt mit Langenargen zusammenzuarbeiten und das Lake-Line-Angebot zu erweitern. Peter Gaissmaier (Freie Wähler) sagte, dass es jedenfalls nicht ginge, dafür eine Verwaltungsstelle zu schaffen. Aber, so Gaissmaier: „Trotzdem würde ich gern ein positives Signal setzen.“ Das Grundengagement müsse allerdings aus dem Bereich der Jugendlichen kommen. Sylvia Zwisler (CDU) unterstützte den Vorschlag. Thomas Psenner wies darauf hin, dass es keine Anfragen Jugendlicher nach einem Partybus gebe. Es habe auch keinen Sinn, Jugendliche hierfür überreden zu wollen. Strukturen zu schaffen sei aufwändig. Hermann König (SPD) schlug vor, erst einmal in ein Projekt einzusteigen. Er sehe nicht, dass das jetzt schon beschlossen werden müsse. Das sah Peter Gaissmaier anders. Er plädierte für das positive Signal, das Budget bereitzustellen. „Wenn sich Jugendliche melden, kann das abgerufen werden.“ Dies unterstützte auch Manfred Ehrle (CDU). Die JU könne die Aktion zu Beginn unterstützen, sagte Daniel Funke. Er plädierte allerdings dafür, Vereine mit an Bord zu holen. Als Beispiel nannte er die Landjugend, die man möglicherweise darauf ansprechen könne. Bürgermeister Bruno Walter schlug auf dieser Basis vor, 2000 Euro in den Haushalt einzustellen und das Projekt weiter zu konkretisieren. Die Organisation und der Ablauf der Fahrten dürften nicht bei der Verwaltung liegen. Susanne Lund schlug vor, dies so zu fassen, dass das Geld für das Projekt bereitgestellt werde. Jugendliche sollten die Fahrten mit Unterstützung der Verwaltung organisieren, ohne dass diese die Organisation übernehme.

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