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Biberach an der Riß
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Orgelkonzert begeistert Besucher

Kantor Ralf Klotz spielt Werke von Knecht in der Dreifaltigkeitskirche
Ralf Klotz begeistert mit Knecht-Werken an der Jann-Orgel.
Ralf Klotz begeistert mit Knecht-Werken an der Jann-Orgel.
privat

Biberach sz Innerhalb der Konzertreihe „200 Jahre Knecht“ hat Kantor Ralf Klotz in der Dreifaltigkeitskirche mit Orgelwerken von Justin Heinrich Knecht die Besucher begeistert. Knecht (1752-1817) war seiner Zeit über den süddeutschen Raum hinaus wegen seiner außerordentlich zahlreicher Menge an komponierter Orgelmusik bekannt.

Neben seinem Können als Komponist wurde auch sein Improvisationstalent von seinen Zeitgenossen gerühmt. In den ausgewählten Musikstücken beeindruckte daher die stilistische Vielseitigkeit des musikalischen Schaffens von Knecht. Diese Vielseitigkeit zeigte sich gleich im ersten Programmpunkt – Capriccio, Fantasie, Toccata und Romanze. Heiter und tänzerisch mit wechselndem Forte und Piano folgten die kurzen Handstücke gefolgt von zwei Nachspielen und einem Vorspiel mit teilweise rasanten Tempi.

Ein musikalischer Block war dem Choralkomponisten Knecht gewidmet: „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und „Nun lasst uns Gott, dem Herren Dank sagen“. Beide Choräle wurden aus dem „Württembergischen Choralbuch, Zweiter Teil“ aus dem Jahr 1816 entnommen und bei dem Konzert wieder aufgeführt. Der Choralblock wurde mit dem bekannten Choral „Nun danket alle Gott“ abgeschlossen. Klangschön und eindrucksvoll die sich anschließende Fuge über den Namen B-A-C-H. In der „Hommage à Knecht“ waren Improvisationen von Ralf Klotz zum Knecht-Choral „Womit soll ich dich wohl loben – Forte und Piano“ sowie „Pastorale für zwei Manuale zur Abwechslung der Forte und Piano“ zu hören, beides Uraufführungen. Forte und Piano waren wunderbar herausgespielt und die Pastorale erklang leicht und tänzerisch mit ländlichem Charme.

Ein Höhepunkt des Orgelkonzerts war Knechts „Die Auferstehung Jesu, ein Tongemälde für Orgel“ von 1784 mit den Sequenzen: „Die schauerliche Stille des Grabes“, „Das allmähliche Verschwinden der Morgendämmerung“, „Das Beben der Erde“, „Das Herabfahren eines Engels vom Himmel“, „Das Emporsteigen Jesu aus dem Grab“, „Das Zurückstürzen der römischen Soldaten“ und „Der Triumphgesang der Engel“ mit Sprecher Michael Pfeiffer. Beginnend mit mystischen Klängen bei der „Schauerlichen Stille“, Piano und Forte begleiten „Das Verschwinden der Morgendämmerung“, „Die Erde bebt“ unter den gewaltigen Klängen der Orgel und nach dem „Herabfahren der Engel“ erklingt die Orgel zum „Emporsteigen Jesu“ zuerst erdig tief um dann immer heller das Emporsteigen musikalisch zu begleiten. Nach dem heftigen „Zurückstürzen der Soldaten“ erklingt der „Triumphgesang der Engel“, leicht, heiter und triumphierend.

Die von Ralf Klotz ausgewählte und in die Rubriken „Galanter Stil“, „Kontrapunktik“, „Programmmusik“, „Formenvielfalt“ und „Choralkompositionen“ zugewiesene Musik überzeugte die Zuhörer, dass Knecht gerade auch als Orgelkomponist in seiner Zeit Einzigartiges und Abwechslungsreiches geschaffen hat. Mit viel Beifall honorierten die Besucher dieses besondere Konzert.

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