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Nicht in allen Gemeinden rund um Wangen sind Flüchtlinge aufgenommen worden

  • In manchen Gemeinden sind bereits Flüchtlinge angekommen - andere Kommunen warten noch auf Zuweisungen.
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  • In manchen Gemeinden sind bereits Flüchtlinge angekommen - andere Kommunen warten noch auf Zuweisungen.
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Region sz Es ist noch nicht allzu lange her, dass die Gemeinde Argenbühl 13 Flüchtlinge aufgenommen hat (die Schwäbische Zeitung berichtete): Im Dezember 2012 begrüßte gleich ein ganzes Empfangskomitee die Afrikaner. Andernorts fiel die Aufnahme von Asylsuchenden nicht ganz so groß aus – doch mittlerweile leben auch in anderen Gemeinden rund um Wangen Flüchtlinge. Die eine oder andere Kommune wartet allerdings auch noch darauf, dass ihr Asylbewerber zugeteilt werden.

Beispielsweise in Kißlegg . Nachdem die Gemeinde im vergangenen Jahr noch mehr oder weniger händeringend nach Wohnraum für etwaige Asylbewerber suchte, hat sie mittlerweile insgesamt zehn von ihnen untergebracht, sagt Hauptamtsleiter Markus Wetzel. Dabei handelt es sich um zwei Familien mit je drei Kindern – eine kommt aus Serbien, die andere aus Mazedonien. Seit Herbst 2013 sind die beiden Familien in der Gemeinde: eine von ihnen direkt in Kißlegg, die andere in Waltershofen.

Trotz der langen Suche der Gemeinde können die Familien auch in ganz normalen Wohnungen leben. „Container wären nur eine Notlösung“, sagt Markus Wetzel. Die Kißlegger rechnen damit, dass noch weitere Asylbewerber in ihre Gemeinde kommen werden. „Es könnten fünf bis zehn weitere kommen“; so Wetzel“, aber weitere zehn wären das Maximum.“ Wie viele es tatsächlich sein werden, und wann sie kommen, das steht noch in den Sternen. Was hingegen sicher ist: Auch in Kißlegg gibt es Leute, die den Flüchtlingen bei der Integration und dem Einleben helfen müssen. Ein Helferkreis existiert bisher noch nicht, „aber wir sind demnächst in Gesprächen deswegen“.

„Wir stehen parat“

Die Gemeinde Achberg hingegen befindet sich derzeit noch im Wartemodus. „Wir haben noch keine Flüchtlinge zugewiesen bekommen“, sagt Bürgermeister Johannes Aschauer, „aber wir gehen davon aus, dass wir zeitnah welche bekommen. Wir stehen parat.“ Mit der Wohnung im Gemeindehaus in Siggenreute könnte die Gemeinde auch „sofort aufwarten“; mit einer weiteren Wohnung könnte es allerdings noch bis März dauern.

Allerdings könnte eine Wohnung fast schon ausreichen für die Anzahl der Flüchtlinge, die Achberg laut Zuweisung vom Landratsamt Ravensburg aufnehmen müsste: „Wir sind aufgefordert, für vier Personen Wohnraum zu stellen“, so Aschauer. Dass Achberg für die Folgeunterbringung der Asylbewerber interessant sein könnte, bezweifelt der Bürgermeister aber. „Da waren wir noch nie sehr begehrt. In den letzten sieben oder acht Jahren hatten wir in der Folgeunterbringung nie was zu tun.“ Dies liege vielleicht an der Infrastruktur, die Achberg im Gegensatz zu größeren Städten wie Ravensburg so nicht bieten könne.

„Wir warten ab, was kommt“

Auch in Hergatz sind noch keine Flüchtlinge eingetroffen. Die Gemeinde habe vom Landratsamt Lindau noch nicht einmal Bescheid bekommen, ob sie überhaupt welche aufnehmen muss, sagt Bürgermeister Uwe Giebl. Allerdings habe es eine Anfrage vom Landratsamt gegeben, ob gemeindliche Wohnungen für Flüchtlingsunterbringung da sind, und die Gemeinde habe auch einen Aufruf im Amtsblatt gemacht, in der auch Privatpersonen um Hilfe bei der Wohnraumsuche angesprochen wurden.

Mittlerweile hätten sich auch schon Leute bei der Gemeinde gemeldet. Diese wurden ans Landratsamt Lindau weitergeleitet. „Wir haben zwar ein – in Anführungszeichen – Obdachlosenheim“, sagt Giebl, „aber das ist unterster Standard.“ Sein Fazit: „Wenn Räumlichkeiten vorhanden wären, könnten schon Flüchtlinge kommen. Wir warten ab, was kommt.“ Allerdings seien im Kreis Lindau sowieso eher die größeren Städte angesprochen – wie beispielsweise Lindenberg, Scheidegg oder Lindau.

„Wichtig, dass Gemeinde Räumlichkeiten bereithält“

In Amtzell wiederum leben aktuell zwei Flüchtlinge: ein Ehepaar aus Mazedonien. Die beiden wohnen bereits seit Sommer 2013 im Container und haben mehr oder weniger ihre Vorgänger – ebenfalls ein Ehepaar – abgelöst. Damit bleiben noch zwei Wohnungen in der Gemeinde übrig für weitere Flüchtlinge. „Die sind für Familien geeignet“, sagt Hauptamtsleiterin Bettina Haller.

Auch in Amtzell haben sich mittlerweile Menschen gefunden, die den Flüchtlingen zur Seite stehen möchten, Hilfestellung beim Einleben bieten, weiß Haller. Das mazedonische Ehepaar, das momentan in der Gemeinde lebt, ist aber sowieso nicht ganz allein in seiner neuen Heimat: Laut der Hauptamtsleiterin leben Verwandte von ihnen in umliegenden Gemeinden.

Auch in Amtzell wird damit gerechnet, dass noch weitere Asylbewerber kommen werden. Wie viele das sein werden, kann Bettina Haller nicht sagen. „Die Zahlen vom Landratsamt beziehen sich ja auf die Anschlussunterbringung“, sagt sie. „Jetzt war halt wichtig, dass die Gemeinde noch Räumlichkeiten für weitere Flüchtlinge bereithält.

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