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Spaichingen
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Neujahrsempfang: Dem Handwerk geht es gut

Kreishandwerksmeister Armin Schumacher skizziert Herausforderungen der Zukunft

Spaichingen sz Die zentrale Bedeutung des Handwerks und die anstehenden Herausforderungen hat Kreishandwerksmeister Armin Schumacher beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Tuttlingen am Samstagabend in der Stadthalle Spaichingen betont. Zu Gast war der Direktor des Steinbeis-Europa-Zentrums Norbert Höptner.

Das Handwerk sei das Herz der Volkswirtschaft, so Schumacher vor zahlreichen Gästen. Es trage maßgeblich dazu bei, dass Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt werden, die Versorgung des Verbrauchers gesichert ist und mittelständische Zulieferstrukturen gestärkt werden. Das gesamte Knowhow der gesamten Wirtschaft werde durch eine praxisgerechte Ausbildung im Handwerk unterstützt, die duale Ausbildung verhelfe zur Berufsqualifizierung, die wiederum zu einem optimalen Einstieg ins Berufsleben führe und zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten biete.

Die zunehmende Digitalisierung werde viele Veränderungen bringen, die ersten Auswirkungen des demografischen Wandels seien schon spürbar, so Schumacher. Eins der größten Probleme im Handwerk sei die Fachkräftesicherung.

Weitere Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft seien durch die Energiewende und den Klimawandel zu erwarten. Es müssten frühzeitig Konzepte und Strategien entwickelt werden. Technische Entwicklungen sollten in diesem Zusammenhang genutzt werden, um neue Märkte zu erschließen. Nicht zuletzt deshalb habe man zur Neujahrsansprache auch den Europabeauftragten des Landeswirtschaftsministeriums und Direktor des Steinbeis-Europa-Zentrums Armin Höptner eingeladen.

„Wir können mit dem abgelaufenen Jahr 2017 zufrieden sein“, meinte Armin Schumacher, „auch deutet alles darauf hin, dass dieses Jahr ebenfalls erfolgreich für das Handwerk verlaufen kann. Niedrige Arbeitslosigkeit, volle Staatskassen, ein starker Export und eine starke Binnennachfrage dienen hierbei als Indikator. Vor dem Hintergrund der vielen weltweiten Konflikte sind aber auch negative Auswirkungen auf unser Land nicht auszuschließen“, meinte der Kreishandwerksmeister, bevor er auf die zahlreichen Aktivitäten der Kreishandwerkerschaft im vergangenen Jahr einging.

Grußworte sprachen als Vertreter des Landrats der Erste Landesbeamte Stefan Helbig, Spaichingens Bürgermeister Hans Georg Schuhmacher, der Präsident der Handwerkskammer Konstanz, Gotthard Reiner. Sie alle gingen auch auf die derzeitige politische Situation im Lande ein.

Der Neujahrsempfang wurde musikalisch schwungvoll umrahmt von der Stadtkapelle Spaichingen, bei einem Stehempfang konnten sich die Gäste der Kreishandwerkerschaft austauschen.

Höptner: Gemeinsame Ziele solidarisch umsetzen

Norbert Höptner – er stellte zunächst das Steinbeis-Europa-Zentrum (SEZ) vor, das 1990 als Initiative des Europabeauftragten des Wirtschaftsministers des Landes Baden-Württemberg gegründet wurde. Es unterstützt kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Antragstellung und Durchführung grenzüberschreitender Projekte und in Fragen europäischer Förder- und Technologieprogramme. Dabei geht es auch um Dienstleistungen, Software-Erstellung und Prozessoptimierungen und den gesellschaftlichen Diskurs dazu – auch dieser müsse unterstützt werden, so Höptner. Kleine Unternehmen sollen so bessere Möglichkeiten haben, den transnationalen Technologie-Transfer vorwärts zu bringen. Dies sei eine Herausforderung und biete eine positive wirtschaftliche Entwicklung auf der europäischen Ebene. Dies könne im Handwerk umgesetzt werden mit Projekten wie der „Open Innovation“, die zeige, wie Zusammenarbeit transnational möglich ist und Eigentumsrechte gewahrt bleiben. Dazu müssen Fachkräfte gefunden und auch Migranten einbezogen werden. Ohne soziale und gesellschaftliche Relevanz könne kein technischer Fortschritt erzielt werden. Gemeinsame Ziele müssen solidarisch umgesetzt werden, so Norbert Höptner.

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