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Neue Radarfalle schnappt ständig zu

Stationäres Blitzgerät in der Gartenstraße wird für die Stadt zur Gelddruckmaschine
Kein traditioneller Starenkasten, sondern eine moderne Radarsäule steht seit Dezember in der Ravensburger Gartenstraße. Und blitzt und blitzt und blitzt.
Felix Kästle

Ravensburg bua Die neue stationäre Radaranlage in der Ravensburger Gartenstraße entwickelt sich für die Stadtverwaltung zur Gelddruckmaschine. Das moderne Gerät, im Dezember aufgestellt, blitzt in beide Fahrtrichtungen, kann mehrere Autos zeitgleich fotografieren und stellt zwischen 22 und 6 Uhr automatisch auf das dann geltende Tempolimit um und reagiert entsprechend.

Wie Siegfried Schöpfer, der Leiter des Rechts- und Ordnungsamtes, jetzt im Verwaltungsausschuss des Gemeinderats berichtete, hatte die Anlage anfangs noch Software-Probleme, aber seit diese beseitigt sind, läuft sie „seit einigen Wochen zu unserem Leidwesen sehr gut“, wie Schöpfer sagt.

Kein Wunder: Die Gartenstraße ist an dieser Stelle vierspurig und kerzengerade und lädt geradezu zum schnell fahren ein. Das war auch der Grund für die Verwaltung, diesen Standort zu wählen. Seit Einführung des nächtlichen Tempolimits von 30 Kilometern pro Stunde habe man dort auffällig viele Geschwindigkeitsverstöße registriert, sagte die Stadtverwaltung im Dezember.

Das in der Gartenstraße eingenommene Geld dürfte der Stadtkasse gut tun, sind doch die Einnahmen aus Bußgeldern rückläufig. Wie es ebenfalls im Verwaltungsausschuss hieß, sanken die Einnahmen der Stadt aus Bußgeldern für Verkehrsverstöße von 1,9 Millionen Euro in 2011 auf rund 1,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr. „Das Rechts- und Ordnungsamt als Straßenverkehrsbehörde wertet dies als positive Entwicklung im Verhalten der Verkehrsteilnehmer“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Und: „Es bleibt abzuwarten, was die neu installierte Kamera in der Gartenstraße bewirkt.“ Für konkrete Zahlen oder eine erste Bilanz sei es derzeit noch zu früh, sagte Siegfried Schöpfer im Ausschuss.

In den vergangenen Jahren entfiel rund ein Drittel der Bußgelder im Bereich der Verkehrsverstöße auf Falschparker, rund die Hälfte auf zu schnell fahrende Autofahrer. 2011 nahm die Stadt 500 000 Euro durch mobile Messungen ein, die damals drei stationären Anlagen in der Wangener Straße, in Untereschach und in Bavendorf brachten Einnahmen in Höhe von 450 000 Euro. Insgesamt schnappten die Radarfallen 2011 43 000 mal zu – und das, obwohl das mobile Radar nur 15 Tage im Monat eingesetzt wird und die Stadt die kontrollierten Straßen zu Monatsbeginn bekannt gibt.

Im Verwaltungsausschuss forderte Stadtrat Michael Lopez-Diaz (SPD) erneut häufigere Kontrollen. Die Fraktionen im Gemeinderat sind sich in diesem Punkt traditionell uneinig. SPD und Grüne äußerten erst im vergangenen Frühjahr den Wunsch nach mehr Tempokontrollen, die CDU beharrte auf einem Beibehalten der gängigen Praxis. Ganz anders die „Bürger für Ravensburg“: Sie forderten eine Reduzierung.

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