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Neue Ideen für das Bodenseefestival

Katharina Ess tritt an, das Internationale Bodenseefestival strategisch weiter zu entwickeln.
Katharina Ess tritt an, das Internationale Bodenseefestival strategisch weiter zu entwickeln.
Ralf Schäfer

Friedrichshafen sz Katharina Ess ist neue Geschäftsführerin des internationalen Bodenseefestivals und folgt damit auf Bettina Pau, die nach Stuttgart gegangen ist. Sie hat Ideen für das Festival, will es erneuern und vor allem im Bewusstsein der hier lebenden Menschen und des Publikums neu verankern. Die nötige Erfahrung bringt sie mit, zuletzt hat sie als kommissarische Geschäftsführerin der Kulturregion Suttgart gearbeitet.

In den ersten Tagen über einen neuen Job zu sprechen, bedeutet, vieles anzudeuten, das sie vorhat. Sie wird Kontakte aufnehmen, mit den Beteiligten sprechen und dem Geschäftsführer dieses Festivals, der seit Anbeginn 1989 dabei ist, eng zusammenarbeiten. Das ist Winfried Neumann, Leiter des Kulturbüros der Stadt Friedrichshafen. Mit ihm gestaltet die 29-jährige Vorarlbergerin die strategische Ausrichtung sowie die zentrale Organisation des Internationalen Bodenseefestivals. Vorrangiges Ziel für sie ist der Aufbau eines Netzwerkes, aus dem das Festival schließlich wachsen kann. Sie hat die Debatten um die Geldgeber und den Absprung vieler finanziell Beteiligter in den vergangenen Jahren mitbekommen. Sie glaubt aber auch daran, diejenigen wieder an Bord holen zu können, die sich damals abgewendet haben.

Konzepte und Ideen

Die grundsätzliche Überlegung, die sie dazu hat, wird das Festival nicht revolutionieren, soll es auch nicht. Schließlich ist das Bodenseefestival seit Jahren etabliert und die Akteure machen eine gute Arbeit. Trotzdem ist Katharina Ess überzeugt, es noch verbessern zu können.

„Die Kulturvermittlung, das Marketing und das Programm dieses Festivals müssen zusammengehören“, sagt sie. Ein Festival, das wie das Bodenseefestival vier Wochen im Jahr stattfindet, habe ganz andere Möglichkeiten, als die einzelnen Spielstätten, an denen es stattfindet und wo kulturelle Angebote auf ein Publikum treffen.

Das Festival dürfe auch andere Wege gehen. „Die Menschen sind interessiert an neuen Orten in ihrer Umgebung“, meint sie und nennt als Beispiel Konzerte in den Barockkirchen, Picknick-Konzerte im Weinberg oder Events an Orten, an denen solche Konzerte eher ungewohnt sind. Im Mittelpunkt dabei müsse stehen, für das Publikum eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen.

Und dazu gehöre auch, diejenigen ins Konzert zu locken, die ansonsten eher eine Scheu entwickelt hätten, einen festlichen Konzertsaal zu besuchen. „Zu einem Konzert gehört nicht nur die Aufführung, sondern auch das Ambiente, die Möglichkeit, andere Menschen zu treffen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.“

Dazu könne man Formate schaffen, die Überraschungen anbieten, die Menschen sollten etwas erleben, wenn sie das Festival besuchen. Sie hat das Marketing des Festivals im Blick. Die Vorarlbergerin schaut nach Bregenz, wo die dortigen Festspiele unübersehbar seien. Beinahe an jeder freien Fläche werde von den Festspielen erzählt oder Bilder gezeigt. Das sei beim Bodenseefestival anders. Sie vergleicht die beiden Veranstaltungen nicht miteinander, weil das Bodenseefestival an Orten von Weingarten bis St. Gallen stattfindet und somit eine ganz andere Dimension umfasst.

Aber auch darin sieht sie eine Möglichkeit für das Bodenseefestival. „Man sollte den See auch mal als Brücke betrachten. Er ermöglicht es, auf einfache Art zu neuen Orten zu gelangen.“ Im Ansatz schwebt Katharina Ess eine – zumindest auf kulturellem Sektor – gemeinsame Vermarktung dieser Region vor, auch wenn das im Tourismus immer wieder kläglich gescheitert ist. „Ein Konzert auf einem Schiff“ – die Varianten, die Katharina Ess mitdenkt, sind vielfältig. Gefördert wird das sicherlich auch durch ihre bisherige berufliche Karriere. Sie hat das Podiumsfestival in Esslingen ebenso überzeugend vertreten und damit der Kammermusik ein neues Publikum erschlossen, wie sie koordinierend über 43 Kommunen in der Kulturregion Stuttgart unterwegs war. Auch da ging es stets um die Wahrung einzelner Interessen und die Schaffung einer gemeinsamen Veranstaltung.

Technisch ist sie versiert in den Sozialen Netzwerken unterwegs und nutzt im Internet ihre Netzwerke und Plattformen.

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