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Nach Vorfällen: Red Devils kündigen Patrouillen an

Tuttlinger Rocker kündigen nach Vorfällen in Köln auf Facebook Patrouillen an. Die Polizei erwägt Platzverweise
Red Devils wollen „verstärkt unterwegs“ sein
Red Devils wollen „verstärkt unterwegs“ sein
Daniel Reinhardt

Tuttlingen sz Ein fragwürdiger Aufruf ist am Montag durch eine Tuttlinger Facebookgruppe kursiert. Rdmc Tuttlingen, ein Nutzer, hinter dem sich die lokale Rockergruppe Red Devils verbirgt, kündigt an, „ab sofort verstärkt unterwegs“ zu sein. „Solltet ihr euch bedroht vorkommen, sprecht uns an. Wir helfen ohne wenn und aber“, schreibt Rdmc Tuttlingen.

Hintergrund für die Veröffentlichung sollen mehrere Vorfälle sein, bei der junge Frauen angesprochen und belästigt worden sind. So erklärt es ein Mitglied der Red Devils, das in unserer Zeitung ungenannt bleiben möchte, auf Nachfrage. Die jüngsten Ereignisse in Köln seien „der Tropfen auf dem heißen Stein“ gewesen. In der Silvesternacht wurden dort zahlreiche Frauen sexuell belästigt und bestohlen.

Aus Sicht von Rdmc Tuttlingen ist es „eine Schande was in letzter Zeit auf Deutschlands Straßen los ist. Frauen und Kinder haben Angst sobald es dunkel wird das Haus zu verlassen. Einkaufen wird teilweise zur Hölle“. Die Polizei löse zudem „lieber Demos gegen diese Zustände auf anstatt etwas dagegen zu tun“.

Aufruf geht an andere Gruppen

Weiter hoffen die Red Devils, dass andere, „egal welcher Farbe“ sich ihnen anschließen – womit die Kuttenfarbe und damit andere Rockergruppen gemeint sein dürften. Und die User sollen ihnen sagen, wo in Tuttlingen sie sich am meisten bedroht fühlen.

Das Feedback ist groß: Bis zum Abend klickten 800 Nutzer auf Gefällt mir, über 650 Mal wurde der Post weiterverbreitet. Viele, die das Statement kommentieren, finden den Vorstoß der Red Devils gut. „Klasse von euch“, schreibt eine Nutzerin, „wenigstens ein paar Leute die an der Sicherheit von uns interessiert sind.“

Anders sieht das die Polizei, bei der das Statement ebenfalls aufgeschlagen ist. Ob es sich bei der Ankündigung um einen Straftatbestand handelt, konnte Sprecher Thomas Sebold bislang nicht sagen. Aber: „Wir werden Kontakt mit dem betreffenden Personenkreis aufnehmen“, so Sebold. Die Polizei werde die Personen auffordern, „solche Aufrufe zu unterlassen“.

Dass es ein Aufruf zur Selbstjustiz oder Gründung einer Bürgerwehr sein könnte, streitet das Red-Devils-Mitglied ab. Es gehe darum, Zivilcourage zu zeigen. Die Red Devils würden an Brennpunkten wie dem ZOB (Zentralen Omnibusbahnhof) präsent sein und Frauen begleiten, falls diese sich unsicher fühlen. Von Gewalt sei nicht die Rede, „dazu haben wir gar keine Rechte“. Die Polizei würden sie aber auch nicht rufen, das müsse das potenzielle Opfer selbst machen.

Rechtliche Prüfung

Sollten Rocker im Stadtgebiet verstärkt auftreten, erwägt die Polizei, Platzverweise zu verteilen. Ob das rechtlich möglich ist, werde derzeit geprüft, so ein Sprecher. Ebenfalls werde geprüft, ob es tatsächlich vermehrt Fälle der Belästigung junger Frauen gegeben hat. Auskünfte dazu solle es am Dienstag geben.

Wie groß die Gruppe der Red Devils in Tuttlingen ist, ist nicht bekannt. Schon seit geraumer Zeit hat sie ein Clublokal im Stadtzentrum an der Donaustraße. Immer wieder ist die Polizei dort vor Ort.

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Kommentare (3)
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Schade dass das Rocker übernehmen müssen, aber wenn der Staat wegen bestialischer Inkompetenz versagt, dann muss das natürlich so kommen. Also, macht weiter so.

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Alles was wir jetzt in Deutschland brauchen, sind nach sogenannten Patrioten noch selbsternannte Ordnungskräfte.

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Machen die Jungs sehr gut so!! Bei uns in Isny im Allgäu ist ab 20uhr keine Polizei mehr da !!

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