9
Schwäbische.de Schwäbische.de
Bedeckt -6
Sigmaringen
Lokales

Nach Fehlalarmen in LEA Konsequenzen gefordert

Weil Bewohner mutwillig den Alarm auslösen, muss die Feuerwehr mehrfach ausrücken
Der Hausalarm soll künftig nicht mehr direkt mit der Feuerwehr verbunden sein. Das Regierungspräsidium kündigt an, dass die Umstellung bereits beauftragt ist. Die Anlage muss noch umgebaut werden.
Der Hausalarm soll künftig nicht mehr direkt mit der Feuerwehr verbunden sein. Das Regierungspräsidium kündigt an, dass die Umstellung bereits beauftragt ist. Die Anlage muss noch umgebaut werden.
Thomas Warnack

Sigmaringen sz Allein sechs Mal musste die Feuerwehr am vergangenen Wochenende in Richtung Erstaufnahmestelle ausrücken. Der Grund: Wie berichtet, lösten Bewohner der Einrichtung überwiegend mutwillig den Feueralarm aus. Kommandant Thomas Westhauser spricht von einer „extrem großen Belastung“ für die Feuerwehr. „Wir waren kaum eine Stunde im Bett, da mussten wir schon wieder ausrücken“, sagt er.

Geht es nach der Feuerwehr dann soll das vergangene Wochenende nicht ohne Konsequenzen bleiben. Wie in anderen Erstaufnahmestellen üblich, soll die Alarmkette auch in Sigmaringen so schnell wie möglich geändert werden. Laut Feuerwehr ist beabsichtigt, dass erst der Sicherheitsdienst das Gebäude in Augenschein nimmt, wenn per Knopfdruck ein Alarm ausgelöst wird. Im Ernstfall würde der Sicherheitsdienst dann die Feuerwehr verständigen. In der Erstaufnahmestelle ist der Brandschutz so organisiert, dass die Treppenhäuser der Unterkunftsgebäude mit manuellen Rauchmeldern ausgestattet sind. Diese Rauchmelder wurden zuletzt häufig mutwillig ausgelöst, in dem die Scheiben eingeschlagen wurden.

In einer für Donnerstag geplanten Besprechung, an der der Bezirksbrandmeister, der Kreisbrandmeister, die Verantwortlichen der örtlichen Feuerwehr und Vertreter des Regierungspräsidiums anwesend sein werden, soll das künftige Vorgehen besprochen werden.

Der Umbau wurde bereits beauftragt

Laut Regierungspräsidium ist vom Bezirksbrandmeister und dem Kreisbrandmeister bereits am Montag ein neues Konzept für den Brandschutz ausgearbeitet worden. Die Feuermelder in den Treppenhäusern müssten so umgebaut werden, dass sie künftig nicht mehr bei der Feuerwehr, sondern beim Sicherheitsdienst Alarm schlagen. „Die technischen Umbaumaßnahmen der Brandmeldeanlage wurden vom Regierungspräsidium Tübingen bereits beauftragt. Als Sofortmaßnahme wurde noch am vergangenen Wochenende der Personaleinsatz des Sicherheitsdienstes in den betroffenen Unterkünften erhöht, um eine engmaschige Kontrolle zu gewährleisten“, schreibt das Regierungspräsidium auf Anfrage.

Weiter direkt mit der Feuerwehr verbunden bleiben sollen die in den Schlafzimmern der Asylbewerber angebrachten Rauchmelder. Das heißt: Wenn ein solcher Melder auslöst, rückt die Wehr automatisch aus.

Für die Feuerwehr ist es keine Option, die Zahl der Einsatzkräfte zu reduzieren: „Wir müssen immer davon ausgehen, dass es ein echter Alarm ist“, sagt der Kommandant. Das heißt: Bei einem Feueralarm fährt ein Löschzug auf schnellstem Weg in Richtung Erstaufnahmestelle. Zu einem Löschzug gehören drei Löschfahrzeuge plus ein Führungsfahrzeug sowie 24 Mann Besatzung. Als im November in einem Zimmer eine Matratze Feuer fing, habe sich gezeigt, dass das Brandschutzkonzept funktioniere. Das Gebäude sei so verraucht gewesen, dass man keine zwei Meter mehr gesehen habe. Die Feuerwehr war rechtzeitig vor Ort und dank der Mithilfe der Sicherheitskräfte konnte Schlimmeres verhindert werden.

Beschimpfungen erreichen eine neue Dimension

Eine neue Dimension haben laut Kommandant Westhauser die Beschimpfungen erreicht, die sich die Feuerwehr am Sonntag gefallen lassen musste. Zum ersten Mal in seiner Laufbahn habe er einen Rückzug befohlen, weil die Sicherheitslage für die Feuerwehr zu gefährlich gewesen sei. Zusammen mit der Polizei sei entschieden worden, dass das Gebäude erst geräumt werden muss, bevor es die Feuerwehr betritt. Sollten künftig ähnliche Gefährdungen vorliegen, will die Feuerwehr wieder nach diesem Muster verfahren.

13 Einsätze innerhalb weniger Wochen

Laut Statistik der Feuerwehr rückte sie im Dezember sieben Mal in Richtung LEA aus, im Januar waren es bislang sechs Einsätze. Einer davon war berechtigt. Der Wasserdampf eines geplatzten Heizkörpers hatte den Rauchmelder aktiviert. Westhauser ist froh, dass die Motivation der Wehr weiter besteht. „Da braucht man ein gutes Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein.“ Wenigstens erleidet die Stadt keinen finanziellen Schaden, denn das Regierungspräsidium ersetzt ihr die Auslagen.

Ihr Kommentar zum Thema
Kommentare (9)
9
Beitrag melden

Zu 7 : Das haben die Deutschen Wähler in der Hand. Nicht mehr und nicht weniger !

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
8
Beitrag melden

Aktuell sind die Zahlen in der Erstaufnahmeeinrichtung wieder angestiegen. Stand Montag sind dort 884 Flüchtlinge untergebracht! Die Info stammt von Sabine Stark, der Pressesprecherin des Landratsamtes Sigmaringen.

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
7
Beitrag melden

zu 1
Zitat:
Schauen wir mal was die bevorstehenden Bundestagswahlen zu dieser Thematik an Ergebnissen bringt.

Das haben die vermeintlich mündigen Bürger in Ihrer Hand.

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
6
Beitrag melden

Die paar Alarme ist doch nicht schlimm " wir schaffen das "
Übrigens diese drei Worte wären für mich das " Unwort des Jahre 2016 "

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
5
Beitrag melden

Das muss wohl diese gelebte Integration sein. Sigmaringen ist bunt und wird noch viel bunter werden.Spätestens nach dem Sommer werden wir hier wegen irgendwas Größerem landesweit in die Nachrichten kommen. Eigentlich ist es ja überfällig. mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
4
Beitrag melden

Wenn die Sicherheitslage für die Feuerwehr zu gefährlich gewesen ist, wird dies wohl auch in ähnlicher Weise für die Polizeibeamten gegolten haben. Sie müssen den Kopf hinhalten und werden dann noch von bestimmten politischen Kreisen gerügt! mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
3
Beitrag melden

Kommandant Thomas Westhauser spricht von einer „extrem großen Belastung“ für die Feuerwehr. „Wir waren kaum eine Stunde im Bett, da mussten wir schon wieder ausrücken“, sagt er. Die meisten der FFW-Angehörigen müssen am nächsten Tag wieder am Arbeitsplatz voll einsatzfähig sein. Wie sollen sie das meistern? mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
2
Beitrag melden

Zitat: "...Eine neue Dimension haben laut Kommandant Westhauser die Beschimpfungen erreicht, die sich die Feuerwehr am Sonntag gefallen lassen musste...". Das hört sich - gelinde gesagt - gar nicht gut an, allerdings verwundert mich das jetzt auch nicht allzusehr. Meine Frage hierzu: Wo sind die ganzen haupt- und ehrenamtlichen "Fachkräfte für Demokratie, offene Gesellschaft und Multikulti"? Hier, wie in so vielen Städten in Deutschland, hat mit der Integration und dem Darbringen unserer Werte und Normen wohl irgendetwas nicht so geklappt?! Man wir doch nicht schon nach 1 - 2 Jahren die Kopf in den Sand stecken und aufgeben wollen?! Wir sind doch, was die Zuwanderung angeht, doch noch nicht mal über das Anfangsstadium hinaus - das meiste liegt noch vor uns! Wie wollt ihr das denn schaffen, wenn es jetzt schon klemmt? Vielleicht denke ich aber auch nur "postfaktisch"? Wie dem auch sei: Kopf hoch, Mund abputzen, weitermachen... mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!
1
Beitrag melden

Zitat : Wenigstens erleidet die Stadt keinen finanziellen Schaden, denn das Regierungspräsidium ersetzt ihr die Auslagen. Bei solchen Aussagen könnte so mancher Steuerzahler grün anlaufen. Schauen wir mal was die bevorstehenden Bundestagswahlen zu dieser Thematik an Ergebnissen bringt. mehr

Bitte geben Sie den Grund der Meldung ein:

Bitte geben Sie mindestens 10 Zeichen ein!

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Nach-Fehlalarmen-in-LEA-Konsequenzen-gefordert-_arid,10595169_toid,623.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.