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Nach 48 Jahren will der Vorsitzende des Albvereins aufhören

Nach 48 Jahren will der Vorsitzende des Laichinger Albvereins aufhören – Interessante Hauptversammlung

Laichingen sz Mit einem Rückblick auf ein sehr abwechslungsreiches Wanderjahr hat Heinz Rauscher vor knapp 40 Vereinsmitgliedern seinen Bericht als Vorsitzender der Ortsgruppe Laichingen des Schwäbischen Albvereins begonnen. Und das Albverein-Urgestein kündigte seinen Rücktritt an. Der Verein ist im Umbruch.

Erfreuliches gab es von der Familiengruppe zu berichten, die im letzten Jahr kurz vor dem Aus stand. Ein Hoffnungsschimmer bestand dennoch und durch großes Engagement von Jutta Striebel-Möller wurde daraus ein loderndes Feuer und „kommt bei jungen Familien sehr gut an“. Ganz anders der Lichtstubenabend am 2. Februar: Dieser fiel in diesem Jahr wieder einmal so schlecht aus, dass er 2018 nicht mehr stattfindet. Manche Wanderungen der Ortsgruppe fielen dem Wetter zum Opfer. Doch nicht nur Schnee und Eisglätte machten den Wanderern zu schaffen, sie hatten auch teils mit Hitze zu kämpfen. „Ganz gut entwickelt“ hat sich die Nordic-Walking-Gruppe. Dieser „nette Haufen“ mit einem Alter von etwa 20 bis 66 Jahren traf sich zu den wöchentlichen Runden am Waldstadion und walkte pro Abend sechs bis acht Kilometer.

Im kommenden Jahr werden Touren rund um die Tiefenhöhle angeboten. Das Projekt „am Rhein entlang zu Fuß die Nordsee erreichen“ erreichte im Juni, bei teils tropischen Temperaturen, das diesjährige Ziel Basel. Wann es allerdings weiter geht in den nächsten Jahren Richtung Straßburg und Karlsruhe, ist derzeit aus Rauschers gesundheitlicher Sicht ungewiss. Durch den Wegzug des Volkstanzleiters kam es auch bei dieser Gruppe zu einer Umorganisation. Die Zusammenarbeit mit der Ortsgruppe Zainingen wurde vertieft und so treffen sich die Tanzpaare nun in 14-tägigem Wechsel. Immer dabei auch die Musikgruppe – auf die Heinz Rauscher besonders stolz ist. „So kann man auch mal zwischendrin weitermachen“, was bei Musik aus der Dose „halt nicht ganz so einfach ist“. Zwei Auftritte absolvierten die Tänzer in diesem Jahr.

Als negativ empfindet Rauscher das Vorgehen des Alb-Donau-Kreises mit den neu konzipierten Wanderwegen. Ein Weg in Laichingen sah zum Beispiel die Überquerung an einer gefährlichen Straßenkreuzung vor, „obwohl 200 Meter weiter die Straßenseite durch eine Unterführung gewechselt werden kann“; dies wurde aber mittlerweile geändert. Finanziert wurden die neuen, gelben Tafeln durch den Alb-Donau-Kreis, aufgestellt durch die Stadt; die Kontrolle obliegt weiterhin dem Albverein. Das Sommerfest der Ortsgruppe, das jahrelang an Jakob’s Hütte stattfand, musste heuer wetterbedingt ins Vereinsheim in der „Alten Realschule“ verlegt werden. Alle waren sich einig, dass dies künftig der bessere Platz für dieses Fest ist. „Sehr positiv und sehr erfolgreich“ konnte die Ortsgruppe das Stadtfest abschließen. Heinz Rauscher dankte dafür allen jahrelangen und neuen Helfern. Positiv entwickelt habe sich auch der Einsatz der neuen Medien wie WhatsApp bei den Vereinsmitgliedern. Sei es beim Volkstanz, beim Nordic-Walking oder bei den Familien – selbst bei den Senioren wird eine solche Gruppe regelmäßig für Infos oder Änderungen genutzt. Zum Schluss seines Berichts kündigte Rauscher seinen Rücktritt als Vorsitzender bei der nächsten Wahl 2020 an. „Nach dann 48 Jahren ist Schluss, die Gesundheit macht nicht mehr so mit wie sie soll“. Er appellierte an seine Vereinskameraden, bis dahin einen Nachfolger zu finden. Er wünscht sich für den Verein „junge Leute mit neuen Ideen“.

Um das Finanzielle brauchen sich die Vereinsmitglieder vorerst keine allzu großen Sorgen machen. Rechnerin Britta Ritzler berichtete von einem soliden Kassenbestand. Erfreulich der Gewinn am Stadtfest; enttäuschend aber der Bruchteil vom Mitgliedsbeitrag, der der Ortsgruppe bleibt. Leicht zurückgegangen ist die Mitgliederzahl, von 226 im vergangenen Jahr auf aktuell 220 Mitglieder. Es seien aber, so Britta Ritzler, neue Familien in Aussicht. „Und das sind dann meist gleich vier bis fünf Personen“. Erich Heck, der mit Jutta Striebel-Möller die Kasse geprüft hat, konnte das Gleiche vermelden wie jedes Jahr: eine korrekte und gewissenhafte Kassenführung.

Von den Fahnenschwingern berichtete Jutta Striebel-Möller in Vertretung für Wolfgang Harscher. Die neunköpfige Gruppe traf sich zu drei Übungen und hatte Ende April in Ulm einen beeindruckenden Auftritt auf dem Münsterplatz. Auch im kommenden Jahr wollen die Teilnehmer weiter schwingen. Sie würden sich über neue Mitschwinger freuen.

Erfreuliches konnte Jutta Striebel-Möller von der neuen Familiengruppe berichten. Neun Familien kamen zum ersten Treffen im März – mittlerweile besteht die Gruppe aus 18 Familien mit insgesamt 69 Personen. Sie nahmen an der Osterwanderung der Ortsgruppe teil, umrundeten den Schmiechener See und besuchten die Sinnwelt in Biberach, wo die Gruppe eine eigene Führung durch eine sehr nette Nonne bekam. Höhepunkt war das Backen im Zaininger Backhaus. Auch beim Rübengeister schnitzen waren Eltern und Kinder mit Feuereifer dabei. In diesem Jahr steht noch ein Laternenlauf durch Laichingen auf dem Programm. Da die Weihnachtsfeier nicht mehr in dem Rahmen stattfindet wie in den Jahren zuvor, organisiert die Familiengruppe am 10. Dezember einen „Adventskaffee“. Anschließend findet eine, von Jutta Striebel-Möller organisierte, Extrafahrt für die Ortsgruppe mit dem Bähnle von Amstetten nach Oppingen und zurück statt. Das Interesse allein aus der Familiengruppe war so groß, dass eine Mitfahrt bei einer normalen Tour nicht für alle möglich gewesen wäre. So fährt das Bähnle extra für die Laichinger am 10. Dezember um 17.30 Uhr in Amstetten los. Unterwegs steigen Nikolaus und Knecht Ruprecht ein. Wer mitfahren möchte, sollte sich rasch bei Jutta Striebel-Möller anmelden. Auch für das kommende Jahr plant die Familiengruppe Aktionen: ein Wintergrillen mit Schlitten fahren, die Teilnahme an der Osterwanderung, den Besuch des Lauteracher Wasserspielplatzes, auch zum Naturpfad Sinneswandel nach Bad Boll und nach Holzmaden soll es gehen. Zudem planen die Familien eine Wochenendfreizeit auf der Fuchsfarm sowie Weihnachtsplätzchen backen.

Von einem abwechslungsreichen Programm der Seniorengruppe berichtete Günter Kull. Bei zehn Ausfahrten waren durchschnittlich 30 Teilnehmer dabei – fünf weniger als 2016. Gerne dürfen es wieder mehr werden, denn der Bus habe 45 Plätze und je mehr Teilnehmer es seien, umso niedriger die Fahrtkosten. Kull berichtete von der Krippenfahrt nach Bonlanden, der Führung im Steinkohlekraftwerk Altbach, der Märzenbecherwanderung und weiteren Touren. Der Ganztagesausflug führte an den Brombachsee. Bei künftigen Aktivitäten werden er und seine anderen Wanderführer vermehrt auf die Schwierigkeitsgrade vor allem im Bereich Höhenunterschiede und Treppen achten. Denn bei Türmen zum Beispiel seien für die Senioren „12 bis 14 Zentimeter Treppenabsatz leichter zu bewältigen als 16 bis 18 Zentimeter“. Wenn weitere und vor allem auch jüngere Wanderführer oder -führerinnen für die Seniorengruppe gefunden werden, könnten einige Teilnehmer sogar am Bus bleiben und sich dort die Zeit vertreiben, denn „eine Biertischgarnitur hat unser Busfahrer Karl immer dabei“.

Wegewart Peter Schott kontrollierte die Wanderwege einige Male. Sehr erfreulich sei gewesen, dass es keine Beschädigungen gab, doch Hecken und Sträucher müssten dennoch in Form geschnitten werden. Sein Vorschlag, die Pfosten für die neuen Wegeschilder einzubetonieren, wurde von den Verantwortlichen des Alb-Donau-Kreises nicht angenommen. Diese wurden jetzt nur in eine Hülse gesteckt, so kann es vorkommen, dass die Schilder leicht gedreht werden können.

Bei den monatlichen Abend-Radtouren von Mai bis September nahmen 61 Personen teil, die 126 Kilometer zurücklegten. Diese werden auch im kommenden Jahr angeboten. 32 Radler nahmen an der 65 Kilometer langen Tagestour der Ortsgruppen Laichingen und Merklingen teil. Diese wird auch 2018 stattfinden. Nach 26 Jahren kann Peter Schott aus privaten Gründen künftig keine viertägige Radtour mehr planen und ausführen.

Naturschutzwart Walter Ruoß berichtete von acht neuen Nistkästen, die Anfang März aufgehängt wurden. Bei der Kontrolle waren alle Nistkästen belegt – einer allerdings zweckentfremdet mit Hummeln. An drei Nachmittagen entstanden in Feldstetten Vogelnistkästen mit Schülern der Kinderakademie. Dies ist auch für 2018 geplant. Die Markungsputzete fand am 1. April statt. 36 Helfer, darunter Kinder und zwei syrische Mitbürger, sammelten fünf Kubikmeter Müll. Gerne würden die Albvereinsmitglieder auch einmal Bürgermeister Klaus Kaufmann begrüßen – vielleicht schaut der Schultes ja im kommenden Jahr bei der Markungsputzete vorbei?

Wanderwart Stefan Rauscher dankte den Wanderführern und Mitwanderern und blickte auf zehn Halbtageswanderungen mit 214 Teilnehmern und 84 zurückgelegten Kilometern zurück. Dazu kamen vier Ganztageswanderungen mit 74 gewanderten Kilometern und 18 Teilnehmern. Die Nordic-Walker legten 135 Kilometer zurück und 65 Mitglieder der Familiengruppe wanderten fünf Kilometer weit. Die Märzenbecher- und Osterwanderung fand mit der Ortsgruppe Zainingen statt. Es fanden eine Frühwanderung und eine sportliche Wanderung auf dem HW2 statt. Am 19. November steht eine Wanderung durch Laichingen mit Laternen an, zu der Jung und Alt eingeladen sind. Auch für 2018 stehen wieder abwechslungsreiche Wanderungen im Wanderplan, der bald an alle Mitglieder verteilt wird. Rauscher hofft dann auf mehr Wanderer als in 2017.

Nach den Berichten nahm Siegfried Frank die Entlastung vor – diese fiel einstimmig aus. Frank hofft auf „weiterhin gute Zusammenarbeit“ der Vorstandschaft „zum Wohle des Vereins“. Mit einer Bilderschau durchs Wanderjahr 2017 endete die Hauptversammlung.

Heinz Rauscher ehrte Vereinsmitglieder für langjährige Vereinstreue: Für 25 Jahre waren dies Hansjörg Baisch, Anna Burgmaier, Wolfgang Harscher, Irmgard Ostertag, Stephan Ritzler und Helga Strohm, für 40-jährige Treue wurden Hans-Jürgen Greiner, Gerda Hilsenbeck und Georg Mangold geehrt. Seit 50 Jahren dabei sind Werner Pöhler und Heinrich Gebhardt und stolze 60 Jahre Peter Schott. Alle Geehrten erhielten eine Urkunde mit Anstecknadel sowie ein Geschenk.

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