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Lindau (Bodensee)
Lokales

Moop Mama macht Musik aus dem Herzen

Die Urban-Brass-Band startet Deutschlandtour im Club Vaudeville

Lindau sz Es ist, als würde ihre Musik beim Publikum einen Schalter umlegen. Als würde der erste Beat den Zuschauern Lebensfreude einhauchen. Selbstverständlich fangen alle an, zu tanzen: Die Jungen, die Alten, Sänger Keno Langbein – und die sieben Bläser, die den Hip-Hopper gemeinsam mit zwei Schlagzeugern begleiten. Die Münchner Band Moop Mama hat am Mittwochabend ihre Deutschlandtour gestartet – und knapp 600 Zuschauer im Club Vaudeville von den Socken gehauen.

Moop Mama ist angesagt. Vor acht Jahren gehörte die Band zu den ersten, die deutschen Hip-Hop mit Elementen aus Funk, Jazz und Blasmusik kombinierte – ein echtes Erfolgsrezept, wie sich herausstellte. Der außergewöhnliche Musikstil allein ist es aber nicht, die den Hype um Moop Mama, deren Mitglieder ausschließlich in rot-weißen Outfits auftreten, ausmacht. „Unsere Musik kommt einfach aus dem Herzen“, formuliert es Trompeter Martin Hutter im Gespräch mit der LZ nach dem Konzert schlicht. Und der Sohn von Egerländer-Chef Ernst Hutter verrät auch, dass Lindau für die Band eine ganz besondere Stadt ist. „Vor acht Jahren haben wir hier unser erstes Guerilla-Konzert außerhalb Münchens gegeben“, sagt Hutter, der In Neuravensburg bei Wangen aufgewachsen ist. „Und für mich ist es hier natürlich sowieso etwas Besonderes, weil jede Menge Freunde von mir da sind.“

Die Guerilla-Konzerte von Moop Mama sind mittlerweile legendär: Die Musiker tauchen spontan in Fußgängerzonen oder Stadtparks auf und geben ein kurzes, unangekündigtes Mini-Konzert. Rapper Keno Langbein ist dabei meist mit einem Megaphone unterwegs – ansonsten würde er neben seinen neun Kollegen untergehen. Ziel dieser Konzerte ist die Zurückeroberung des öffentlichen Raums. Immer wieder müssen sich die Musiker wegen Ruhestörung mit der Polizei auseinandersetzen.

Moop Mama ist laut. Und mit Liedern wie „Typische Verhältnisse“ und „Die Erfindung des Rads“, bei dem Rapper Keno Langbein mit seinem roten Fahrrad auf der Bühne des Clubs umher kurvt, scheuen sie sich nicht, Kritik an gesellschaftlichen Verhältnissen zu üben. Allerdings bekommt die Band das hin, ohne dabei depressive Stimmung zu verbreiten. Im Gegenteil: Die allermeisten Zuschauer grölen die Texte am Mittwoch begeistert mit.

Ob Schlagzeuger, Bläser oder Rapper: Alle Musiker von Moop Mama haben auf der Bühne einfach Spaß. Und so wird selbst ein Battle zwischen Keno Langbein und Rapper Roger Rekless, der kurz vorher als Support von Moop Mama aufgetreten ist, zu einer großen Gaudi.

Bis Anfang Dezember fast täglich ein Konzert

Nach ihrem Auftritt am Mittwoch geht es für Moop Mama direkt weiter – der große Tourbus wartet bereits vor dem Club auf die zehn Musiker, die mit ihrer Crew bis Anfang Dezember fast täglich ein Konzert in Deutschland geben. Martin Hutter, der, wie er erzählt, mit der „dörflichen Blasmusik“ groß geworden ist, freut sich drauf. „Für mich ist Musik einfach die Sprache der Welt.“

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