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Mit Walzer und viel Schwung ins neue Jahr

Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen glänzt unter Gastdirigent Thomas J. Mandl

Alles, was das Herz eines Neujahrskonzert-Besuchers höher schlagen lässt, hat das Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen am Donnerstagabend in der Stadthalle Tuttlingen serviert.
Alles, was das Herz eines Neujahrskonzert-Besuchers höher schlagen lässt, hat das Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen am Donnerstagabend in der Stadthalle Tuttlingen serviert.
Kornelia Hörburger

Tuttlingen sz Alles, was das Herz eines Neujahrskonzert-Besuchers höher schlagen lässt, hat das Sinfonieorchester Villingen-Schwenningen am Donnerstagabend in der Stadthalle serviert: Operettenouvertüren, Polkas, Märsche – und immer wieder Walzer aus der goldenen Strauß-Ära. Abgerundet hat Dirigent Thomas J. Mandl seine Programmauswahl unter dem Titel „Wiener und andere Juwelen“ mit einigen unbekannteren Schätzen und mit Filmmusik.

Was Gastdirigent Mandl aus dem Villinger Orchester herausgelockt hat, hinterlässt einen hervorragenden Eindruck: Altvertrautes Neujahrs-Repertoire wie Johann Strauß‘ „Banditen-Galopp“, seiner „Armenball-Polka“ oder Josef Strauß‘ Polka „Ohne Sorgen“ präsentieren die Musiker temperamentvoll, mit viel Esprit und voller Spielfreude. Die unterschiedlichen Genres in den facettenreichen Ouvertüren zum „Zigeunerbaron“ und „Cagliostro“ sind fein herausgearbeitet. Und mit Mendelssohn-Bartholdys Hochzeitsmarsch finden die Sinfoniker zu ganz großem, ausgewogenem Orchesterklang. Der Einladung auf Henry Mancinis akustisch breit und silbrig glänzend dahingleitenden „Moon River“ folgt man als Zuhörer allzu gerne, gleichermaßen zum Träumen laden aber auch unbekanntere Melodien wie Ballettmusik von Riccardo Drigo ein.

Mandl beleuchtete den Hintergrund des goldenen Wiener Operettenzeitalters mit Anekdoten – etwa um berühmte, aber kapriziöse Sängerinnen, die durchaus auch Handgreiflichkeiten bei den Proben provozierten. Oder mit dem Bericht vom Hin- und Herpendeln Johann Strauß‘ zwischen seinen sechs Orchestern an einem einzigen Abend im „von Tanzpalästen geradezu verseuchten Wien“.

Mit den fünf Konzerten der Neujahrskonzert-Tournee gibt Thomas J. Mandl auch den Musikern des Sinfonieorchesters Villingen-Schwenningen seine Visitenkarte als Bewerber um die Nachfolge ihres langjährigen Dirigenten Jörg Iwer ab. Aus insgesamt fünf Gastdirigenten wird das Orchester im Lauf des Jahres einen neuen Dirigenten wählen.

Das Potential an Solisten im Orchester hat Mandl in diesem Konzert sowohl im Streicher- als auch im Bläserbereich bereits bestens ausgelotet - genau wie die Klangfarben der verschiedenen Register: In Walzerglückseligkeit schwelgten die Streicher mit Lehárs „Gold und Silber“, humoreske Akzente setzten die Blechbläser beim „Anatevka“-Medley, deutlich spanisch angehaucht kamen die Perkussionisten beim offiziellen Programmende mit dem „Estudiantina-Walzer“ des „Pariser Walzerkönigs“ Emil Waldteufel daher.

Nichts geht ohne Donauwalzer

Auch Zugaben gehören traditionell zu einem Neujahrskonzert. Johann Strauß Sohn war mit „Österreichs heimlicher Nationalhymne“, dem Donauwalzer, und der schnellen „Unter Donner und Blitz“-Polka vertreten – und Strauß Vater mit dem sehnlichst vom Publikum erwarteten Radetzkymarsch. Leider waren einige Plätze in der Stadthalle unbesetzt geblieben, doch die Anwesenden spendeten begeisterten Applaus.

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