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Michael Skuppin ist der beste Prediger

Auftakt der rollenden Schwabenkanzel in Meßkirch – Rund 150 Besucher kommen zum Wettstreit

Trafen auf ein engagiertes Publikum (von links): Hugo Breitschmidt aus Dürnau, Renate Sieck aus Trossingen, Irmgard Ehjeij aus Rohrdorf, Michael Skuppin aus Bad Saulgau und Moderator Bernhard Bitterwolf. Auf dem Bild fehlt Paul Sägmüller.
Trafen auf ein engagiertes Publikum (von links): Hugo Breitschmidt aus Dürnau, Renate Sieck aus Trossingen, Irmgard Ehjeij aus Rohrdorf, Michael Skuppin aus Bad Saulgau und Moderator Bernhard Bitterwolf. Auf dem Bild fehlt Paul Sägmüller.
Günther Brender

Meßkirch sz Es ist ein freudvolles Fest der Worte gewesen, für das wiederum der berühmte Barock-Prediger Abraham a Sancta Clara Pate stand. Beim Auftakt der rollenden Schwabenkanzel im Schloss Meßkirch am Sonntag kürte ein engagiertes Publikum für ihren Vortrag Irmgard Ehjeij aus Rohrdorf und für seine Predigten Michael Skuppin zu den Predigern des Tages.

Man hätte sich im toskanischen Süden gewähnt, so lauschig wirkte der Innenhof des mächtigen Zimmern-Schlosses in Meßkirch. Gut 150 Besucher suchten sich ein Schattenplätzchen unter der mächtigen Kastanie und würdigten auch den Weinstand von Meggi Ratajczak. Die Dekoration der Tourist-Information mit blauem Lavendel tat ihr Übriges.

Spätestens als Moderator Bernhard Bitterwolf den Auftakt der rollenden Schwabenkanzel 2017 ausrief, herrschte jedoch das Schwäbische vor: mit einer – hanseatischen – Ausnahme huldigten die Prediger und ihr Publikum dem heimatlichen Dialekt. Für drei Runden nahmen Irmgard Ehjeij, Michael Skuppin, Paul Sägmüller, Renate Sieck und Hugo Breitschmidt die Bühne in Besitz. Bernhard Bitterwolf moderierte mit Charme und Witz und nahm das Publikum im Sinne einer objektiven Jury-Wertung in Anspruch.

Während für die erste Runde Irmgard Ehjeij aus Rohrdorf mit einem Text von Sebastian Blau zum Tagesmotto „Wein“ den Sieg davon trug, wählte das Publikum in den nächsten beiden Runden jeweils klar Michael Skuppin aus Wolfartsweiler bei Bad Saulgau zum Sieger. Er begeisterte mit zwei eigens verfassten Predigten, die er mit Verve vortrug. So ging es denn um die 95 Thesen, die der „Luther Maathe an sell Kirchadierle na klopfat hot“ – denn von einem „Thesen-Anschlag“ wollte Skuppin nicht sprechen, um nicht etwa missverstanden zu werden. Dass heute eher Pro-Thesen, genauer gesagt Hirn-Prothesen angezeigt wären, beschrieb er in einer wortgewaltigen Gesellschaftskritik über die Krankenkassen, den Sportkanal, das Finanzamt bis hin zu Klimawandel und Abschiebeproblematik mit listigen schwäbischen Wortspielen, die viele Lacher bei den Zuhörern auslösten.

Zweimal volle Punktzahl war sein Lohn und die Übergabe der Preise durch Organisatorin Jennifer Bausch von der Tourist-Information Meßkirch folgte prompt. Die Schwabenkanzel rollt bis zum Reformationstag weiter und macht Halt in Kreenheinstetten am 2. Juli, in Mengen am 3. September, in Lauterach am 3. Oktober und in Sigmaringen am 31. Oktober (erstmals ein Feiertag).

Wer als Prediger teilnehmen möchte, meldet sich telefonisch bei der Tourist-Info Meßkirch, 07575/206 46. Mehr Infos auf:

www.campusgallitours.de/wettstreit

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