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Mehrfacher Knochenbruch und ein angebissener Finger

Nach einer Diskotheken-Schlägerei müssen sich drei Angeklagte vor dem Tettnanger Amtsgericht verantworten

Vor knapp zwei Jahren endete ein Discobesuch in Friedrichshafen in einer Schlägerei mit den Security-Mitarbeitern – nun müssen sich drei Männer vor dem Amtsgericht Tettnang verantworten.
Vor knapp zwei Jahren endete ein Discobesuch in Friedrichshafen in einer Schlägerei mit den Security-Mitarbeitern – nun müssen sich drei Männer vor dem Amtsgericht Tettnang verantworten.
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Friedrichshafen sz Eine ausgelassene Geburtstagsfeier ging in einer Häfler Diskothek für zwei Security-Angestellte mit einem blutig gebissenen Finger und einem mehrfach gebrochenen Gesichtsknochen zu Ende: Jetzt müssen sich drei Männer im Alter von 33, 28 und 27 Jahren wegen des Vorwurfs der gefährlichen Körperverletzung vor dem Tettnanger Amtsgericht verantworten.

Zugetragen hat sich der Vorfall an einem Abend im Oktober 2015, als die drei Angeklagten mit ihren Partnerinnen und weiteren Bekannten im VIP-Bereich einer Friedrichshafener Diskothek feierten. Zu einer ersten Rangelei sei es auf der Tanzfläche gekommen, sagte der 27-Jährige Angeklagte gestern vor Gericht. Ein anderer Gast habe seiner Verlobten erst ständig auf den Hintern geschaut und ihr schließlich noch einen Klaps auf den Allerwertesten gegeben, schilderte er. Er habe er den Mann dann weggestoßen, der daraufhin zu Boden ging. Zwei Security-Angestellte hätten ihn hinaus verwiesen, festgehalten und die Treppe hinunter in Richtung Ausgang geschoben. Die Verlobte des Angeklagten war zwischenzeitlich zurück in den VIP-Bereich gegangen, um den Rest der Gruppe hinzu zu holen.

Auf einem Zwischenpodest der Treppe kam es erneut zum Handgemenge zwischen den Security-Angestellten und dem 27-Jährigen – dieser will Fußtritte von hinten bekommen haben, im weiteren Verlauf habe man sich gegenseitig gepackt und gewürgt. Ein Arbeitskollege des Angeklagten, der ebenfalls unter den Feiernden im VIP-Bereich war, war inzwischen auf der Treppe angekommen und zog den 27-Jährigen von dem Gerangel weg. Daraufhin seien sie gemeinsam hinaus gegangen, in dem Glauben, dass der Rest der Gruppe nachfolgen werde. Nachdem sie einige Minuten draußen gewartet hätten, von ihren Bekannten aber niemand nachgefolgt war, gingen sie wieder hinein. „Es gab Stress“, lauteten die Worte des Nebenklägers, der an dem Abend ebenfalls als Security-Mitarbeiter im Dienst war. Ein anderer Zeuge sprach von einem „Wortgefecht und Geschubse“.

Angklagter streitet Biss ab

Die Frage, wer letztlich wem wie viele Schläge verpasst hat, blieb in der Auftaktverhandlung am Montag nicht ohne Widersprüche. Da der Vorfall bereits knapp zwei Jahre zurückliege, seien zahlreiche Details in ihrer Erinnerung bereits verblasst, gaben einige Zeugen an. Fest steht jedoch, dass Fäuste geflogen sind – sowohl von Seiten der Angeklagten wie auch von Seiten der Sicherheitsleute: Vier Knochenbrüche im Gesicht, infolgedessen er noch immer drei Platten im Gesicht habe, trug der Nebenkläger davon. Mit einem offenen, blutenden Finger trotz Handschuhen fand sich sein 40-jähriger Kollege im Krankenhaus wieder. „Hätte ich keine Handschuhe angehabt, wäre der Finger wahrscheinlich ab“, sagte er. Der Biss soll von dem 33-jährigen Angeklagten stammen, der jedoch abstritt, jemanden gebissen zu haben. Auch habe er keine Schläge verteilt, da seine Hände von Security-Mitarbeitern auf dem Rücken fixiert gewesen seien, gab er an – einige der geladenen Zeugen wollen jedoch beobachtet haben, wie er sich schützend die Hände vor den Kopf gehalten habe.

Er sei dreimal mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden, die Security-Mitarbeiter hätten ihn festgehalten, erklärte der 33-Jährige weiter. Auch der 27-jährige Angeklagte stellte die Sicherheitsangestellten als aktive Beteiligte der Schlägerei dar: So habe er, als er in den Club zurückkehrte beobachtet, wie zwei von ihnen seinen Bekannten, den 28-jährigen Angeklagten, „bearbeitet“ hätten. Die als Zeugen geladenen Security-Mitarbeiter hingegen gaben an, dass die Gruppe im VIP-Bereich von Anfang an negativ aufgefallen und mehrmals verwarnt worden sei. Am Mittwoch, 21. Juni, wird die Verhandlung fortgesetzt.

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