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Mehr Straftaten von Flüchtlingen in Sigmaringen


Polizeibeamte sehen sich steigender Gewaltbereitschaft ausgesetzt.
Polizeibeamte sehen sich steigender Gewaltbereitschaft ausgesetzt.
Maurizio Gambarini/dpa

Sigmaringen sz Im Landkreis Sigmaringen steigt die Kriminalität von Flüchtlingen. Das belegt die aktuelle Kriminalstatistik für das Jahr 2016.

Ekkehard Falk, der Chef des Polizeipräsidiums Konstanz, hat am Freitag die Kriminalstatistik für die Region vorgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr waren 2016 im Landkreis Sigmaringen mehr Flüchtlinge an Straftaten beteiligt. Sorge bereitet Falk auch die steigende Gewaltbereitschaft gegen Polizisten.

Häufigkeitszahl ist unter dem Landesschnitt

Als die entscheidende statistische Kennzahl für die Belastung mit Kriminalität gilt bei der Polizei die so genannte Häufigkeitszahl. Sie beschreibt die Anzahl der Straftaten auf 100 000 Einwohner. Im Landkreis Sigmaringen ist sie im vergangenen Jahr regelrecht in die Höhe geschnellt – von 3977 auf 4444. Wie Polizeichef Falk betonte, ist dieser Anstieg sehr eng mit der Entwicklung der Flüchtlingszahlen verbunden. Dennoch: Die Häufigkeitszahl im Kreis ist niedriger als im Land Baden-Württemberg (5390) und auch niedriger als im Bereich des Polizeipräsidiums Konstanz (4992). Zum Vergleich: Der Landkreis Ravensburg kommt auf 4710, der Bodenseekreis auf 4359.

Straftaten gegen das Leben

„Deutlich von 23 auf 36 Fälle zugenommen haben die vollendeten und versuchten Tötungsdelikte“, erklärte Falk und machte dabei deutlich, dass nicht nur bei diesen Straftaten, sondern auch bei den Rohheitsdelikten ein Anstieg um nahezu zehn Prozent zu verzeichnen sei. Dazu zählen Raub, Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Nötigung oder Bedrohung. Für die größten Schlagzeilen sorgten das Familiendrama mit drei Toten in Untereschach, der Kopfschussmord in Weingarten und der Fall einer erhängten Frau, der gerade vor dem Landgericht verhandelt wird. Großes öffentliches Interesse fand auch der Mordversuch in Brochenzell, als ein 22-Jähriger einen 30-Jährigen als Zufallsopfer aussuchte und mit einem Messer attackierte. Falk berichtete, dass die Aufklärungsquote bei den Kapitalverbrechen nahezu bei 100 Prozent liege und zollte seiner Kriminalpolizei ein großes Lob.

Wohnungseinbrüche

Wie kaum eine andere Straftat rührte in den vergangenen Jahren der Wohnungseinbruchsdiebstahl am Sicherheitsgefühl der Menschen. In den vier Landkreisen des PP Konstanz wurden insgesamt 683 versuchte oder vollendete Fälle (+23) erfasst, darunter 84 (+15) im Landkreis Sigmaringen. Präsidiumsweit betrachtet, sagte Falk, gebe es zwar einen leichten Anstieg bei den Fallzahlen – aber auch bei der Aufklärungsquote. „Da sind wir landesweit mit an der Spitze“, betonte der Polizeipräsident. Er ist überzeugt, dass das vor zwei Jahren eingerichtete Spezialistennetzwerk zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität gute Arbeit leistet.

Rauschgift

Kein Wunder ist es für Ekkehard Falk, dass die Rauschgiftdelikte im Präsidium um über vier Prozent auf 3453 Straftaten (Landkreis Sigmaringen: 382/+68) zugenommen haben. Dies liege am verstärkten Einsatz von revierübergreifenden Ermittlungsgruppen.

Gewalt gegen Polizisten

Der sinkende Respekt und die steigende Gewaltbereitschaft gegenüber den Ordnungshüter bereitet dem Polizeipräsidenten echte Sorgen. Die neueste Statistik des Präsidiums weist insgesamt 453 Fälle auf. Die Gewalttätigkeiten gegen Beamte reichten von Anspucken über Handgreiflichkeiten bis hin zum Versuch, dem Polizist die Waffe zu entreißen. „Wir stehen für Recht und Ordnung und dafür gebührt uns Respekt und Anerkennung“, stellte Falk klar.

Straftaten von Flüchtlingen

„Flüchtlinge sind im vergangenen Jahr im Kriminalitätsgeschehen angekommen, sagte Ralf Michelfelder, Präsident des Landeskriminalamts, schon Anfang der Woche in einem Interview. Doch nicht nur landesweit, sondern auch im Bereich des Polizeipräsidiums Konstanz ist die Zahl der Straftaten von Flüchtlingen deutlich gestiegen. Unter den insgesamt 19203 Tatverdächtigen waren auch 1943 Asylbewerber. Das entspricht einem Anteil von etwas mehr als zehn Prozent, im vergangenen Jahr waren es noch 6,8 Prozent. Der Landkreis Sigmaringen mit der Erstaufnahmestelle ragt hierbei natürlich heraus. Wenn Asylbewerber straffällig werden, handele es sich oft um Diebstahl oder Körperverletzungen. „Das ist für mich natürlich besorgniserregend“, sagte Falk. Gleichzeitig ließ er wissen, dass ein Großteil dieser Straftaten innerhalb von Flüchtlingseinrichtungen begangen wurde.

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Kommentare (11)
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Zu 10) Danke für Ihre klaren Worte.

Zu 8) Unzumutbar? Welch Hohn für viele Bundesbürger, die den Euro zwei Mal umdrehen müssen und auf die Tafel angewiesen sind.

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Zu 8 . Sie guter,guter Mensch . Ja , da schreibt wahrlich ein ganz großer unter den menschlichsten Menschen . Und dann kommt immer auch noch was in Klammern ( ... die zudem noch in kaum zumutbaren Verhältnissen leben müssen ) ... Haben sie sich schon bei der Kanzlerin deswegen gemeldet ? Machen sie doch einfach die Türen Ihres RMH ganz weit auf , und laden Sie von morgens 8 Uhr bis 17 Uhr Flüchtlinge zum Tee ein , und lassen Sie diese auch mal in die Luxus- Küche , um dort was traditionell syrisches zu kochen .
So schlecht sind Verhältnisse wohl nicht in Deutschen Flüchtlingslagern, jedenfalls scheint es dort besser zu sein ,als in Syrien , wo man bibbernd,hungrig und durstig in einer Ruinenstadt den nächsten Fassbombenangriff abwartet.. mehr

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Syrer sind in Sigmaringen die wenigstens, falls sie grad von hinterm Mond kommen oder Grün hinter den Ohren sind.

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Ein Vergleich der Anzahl der in Baden-Württemberg lebenden Ausländer-Nationalitäten mit ihrem jeweiligen Anteil an der Kriminalität zeigt z.B. dass Italiener, Polen, Türken und Rumänen öfters Straftaten begehen, als Syrer. Wer also fordert, keine Flüchtlinge ins Land zu lassen oder sie wieder abzuschieben, sollte mal darüber nachdenken, ob das eine Lösung sein kann und ob dadurch die Ursachen für eine höhere Kriminalität bekämpft werden. Und wieso ist das bei den aktuellen Flüchtlingen so ein großes Thema (die zudem noch in kaum zumutbaren Verhältnissen leben müssen) aber nicht bei Migranten, die schon viele Jahre bei uns leben? mehr

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Zu 2:
"Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast"! ;-)

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Tja, vor dem Gesetz sind halt nicht Alle gleich.

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Wie solche geschönten Statistiken wohl erst aussehen würden, gäbe es nicht die Weisung erstmal nach jeder Möglichkeit zu suchen, dass ein Vorfall garnicht erst in sie einfliesst?
Man denke z.b an Fehlalarme, versuchte Angriffe, Beleidigung oder Behinderung von Beamten und Rettungskräften/Feuerwehr etc. Also sozusagen alles weswegen der normale einheimische Bürger vor Gericht käme.
Das würde vermutlich die kühnste Vorstellungskraft, sogar die von realitätsmissachtenden Grünenwählern, sprengen. mehr

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Mit diesen Problemen werden die nächsten zwei Generationen beschäftigt sein, um alles wieder ins Lot zu bringen.

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Nein, das darf man doch nicht mehr öffentlich sagen. Wenn es mit Neueinwanderern zu tun hat, darf man höchsten noch "das hat nix mit nix zu tun" sagen, sonst ist man doch böse und ungebildet.

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Zitat: "Mehr Straftaten von Flüchtlingen in Sigmaringen". Sigmaringen zum einen - der Rest der Republik zum anderen... Da sich der Trend - mit steigenden Migrantenzahlen auch steigende Kriminalität - in der ganzen Republik zeigt, bewahrheitet sich jetzt doch genau das, was die ganzen "Dumpfbacken" und "Problembürger" ( mich eingeschlossen! ) bereits vor Jahresfrist sagten und dafür Vor-Erdogansche Beschimpfungen von allen Seiten aushalten mussten. Wie geht es jetzt weiter? Weiß vermutlich keiner; den Eliten ist es egal - die sitzen eh im Elfenbeinturm, die Medien blenden treu nach wie vor das meiste aus und um wenigstens nicht ganz als "Verlierer" dazustehen, werden gewisse Statistiken trotz allem noch geschönt. Und im September wird wieder das Kreuz bei den "Althergebrachten" gemacht und hinterher wird wieder geschimpft. Und die im Elfenbeinturm lachen sich halbtot und probieren es dann halt mit einem anderen Gesetz, um sich doch die Diäten zu erhöhen... Mann, was werden wir verar.... - mit Recht, wie ich meine! mehr

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