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Medaillengewinner erobern die Herzen

Land- und Sportkreis ehren erfolgreiche Sportler der Region
Die Schwendier Tennis-Jugendspieler (v. li.) Philipp Schürrle, Emanuel Bagaric, Johannes Baur und Ralf Maier sowie Lukas Ottenbreit und Tobias Jöchle (beide nicht im Bild) ernteten für ihren württembergischen Mannschaftstitel der Knaben auch den EnBW
Bernd Baur

Biberach/Laupheim sz Höhepunkte kommen ja meist am Schluss einer Veranstaltung. So war es auch bei der vierten gemeinsamen Sportlerehrung des Sport- und Landkreises Biberach in der Gigelberghalle. Nach rund anderthalb Stunden zahlreicher Auszeichnungen von Einzel- und Mannschaftssportlern aus allen Teilen des Kreises – garniert mit Auftritten der Showtanzgruppen aus Gutenzell und Äpfingen – kamen die Helden von London auf der Bühne: Annabel Breuer, Hans-Peter Durst und Michael Schaub, die allesamt bei den Paralympics Medaillen holten.

„Das Fechten hat sicher geholfen“, meinte Annabel Breuer, die schon unzählige Male als erfolgreiche Fechterin geehrt wurde und jetzt eben als Rollstuhlbasketballerin mit Gold aus London zurückkehrte. Eine waschechte Birkenharderin ist Annabel Breuer, die bis vor einem Jahr noch als Rollstuhlfechterin beim TSV Lauheim trainiert hat und jetzt für die TSG Söflingen Basketball spielt. Über einen Freund sei sie zum Basketball gekommen und dann vom Bundestrainer entdeckt worden. Eine schnelle Karriere, die in der britischen Hauptstadt gekrönt wurde. „Es war sehr imposant, was die Engländer auf die Beine gestellt haben und welche Begeisterung auch bei den Paralympics herrschte.“

Davon schwärmte auch Michael Schaub, der an der Biberacher Hochschule studiert und in Birkenhard bei Wolfgang Hess trainiert. „Schießen ist ja nicht gerade eine sehr populäre Sportart, aber in London waren sehr viele Zuschauer auf der Anlage.“ Völlig beeindruckend sei dies gewesen. Schaub holt sich seine Medaille im Kleinkaliberschießen und berichtete auch darüber, wie das ganze deutsche Team beim Basketballendspiel mit gefiebert habe. „Wir haben das Spiel im olympischen Dorf verfolgt, rund 300 Meter von der Basketballhalle entfernt.“ Der junge Mann war sichtlich angetan von London, aber auch von Biberach. Hier könne man es aushalten, und dass er hier noch einen so erfahrenen Trainer gefunden habe, sei ein Glücksfall gewesen. „Ich bin eigentlich nur wegen des Studiums von Stadtallendorf in Nordhessen nach Biberach gekommen.“

Der dritte im Bunde ist der mit Abstand älteste der drei Paralympics-Teilnehmer und lebt auch seit geraumer Zeit nicht mehr im Landkreis Biberach: Hans-Peter Durst aus Dortmund. Im Ruhrgebiet hat er seine zweite Heimat gefunden, hat durch Mutter und Schwester aber nach wie vor gute Beziehungen nach Oberschwaben. Durst hat Silber im Bahnradfahren gewonnen. Eine Energieleistung, weil er zehn Tage vor dem Start noch einen schweren Unfall mit dem Rad hatte. „Das war eine ganz besondere Herausforderung. Ich musste die Schmerzgrenze einfach ausblenden“, sagte Durst, der in London mit einem gebrochenen Daumen und mehreren starken Prellungen an den Start gehen musste.

Das waren Weltklasseleistungen von Sportlern aus Biberach, die die Herzen der Menschen in der Gigelberghalle bewegten und die auch Ansporn sein können für alle Ausgezeichneten, noch einen weiten Weg zu gehen.

Bei der Sportlerehrung des Sport- und Landkreises in Biberach sind auch Athleten aus dem Raum Laupheim ausgezeichnet worden:

Marcus Ehrler (TSV Laupheim), 1. Platz bei den württembergischen Meisterschaften M 35 im Kugelstoßen; Jürgen Littwin (TSV Laupheim), 2. Platz württembergische Meisterschaften M 55 über 200 m; Julia Zweifel (TSV Laupheim), 1. Platz württembergische A-Jugendmeisterschaften über 3000 m; Reinhold Lamp (SF Schwendi), 1. Platz deutsche Meisterschaften im 24-Stunden-Lauf Ak 50 Mannschaft; Ralf Maier, Emanuel Bagaric, Philipp Schürrle, Johannes Baur, Lukas Ottenbreit, Tobias Jöchle (alle SF Schwendi), jeweils 1. Platz württembergische Tennismeisterschaften Mannschaft Knaben; Tobias Saiger (Mietingen/KSC Hattenburg), zweiter Platz deutsche Meisterschaften U 23.

Preisträger Jugend trainiert für Olympia: u.a. Grundschule Wain, Friedrich-Adler-Realschule Laupheim. EnBW-Sportjugendpreis: 1. SF Schwendi, Abt. Tennis; 2. SV Alberweiler, Fußball-B-Juniorinnen; 3. SV Baltringen, Jugendfußball. Hilde-Frey-Sportpreis: u.a. Annabel Breuer (TSG Söflingen), 1. Platz EM Rollstuhlbasketball; Moritz Hamberger (TSV Laupheim), 1. Platz DM Telemark-Skisport.

Toto-Lotto-Sportfotopreis: Herbert Blersch (Mietingen).

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