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Marmelade gegen Umzugshilfe

Tauschring „Tauschen-am-See“ trifft sich in der Weilermühle

Ruth Weidmann (links) tauscht drei selbstgemachte „Glückstüten“ mit -Initiatorin Christine Bauer.
Ruth Weidmann (links) tauscht drei selbstgemachte „Glückstüten“ mit -Initiatorin Christine Bauer.
Johanna Muro

Friedrichshafen sz Auf dem Freizeitgelände der Weilermühle in Friedrichshafen hat vor Kurzem ein Treffen des Tauschrings „Tauschen-am-See“ stattgefunden. Gemütlich bei Kaffee und Kuchen wurde sich unterhalten und im wahrsten Sinne des Wortes „ausgetauscht“: Selbstgemachtes, Kreatives und vieles andere wurde gehandelt und getauscht.

Im Jahr 2000 rief Initiatorin Christine Bauer die Organisation ins Leben, und steht seit dem für „gelebte Nachbarschaftshilfe“. Derzeit hat der Tauschring knapp über 110 Mitglieder und regelmäßig werden Treffen veranstaltet, bei denen getauscht werden kann. Doch nicht nur der klassische Tausch – eine Ware gegen die andere – ist möglich: Auch Dienstleistungen, wie zum Beispiel die Hilfe beim Umzug können „eingetauscht“ werden. Dafür benutzt die Organisation ein Online-Konto-Führungssystem namens „Cyclos“, über das ein Tausch abgerechnet werden kann.

Für „Cyclos“ wird eine eigene Währung verwendet. An einem Beispiel machte Birgit Kubalczyk, die für die Region Friedrichshafen zuständig ist, klar, wie das System des Tauschrings funktioniert: „Braucht jemand kurzfristig Hilfe beim Umzug, im Garten oder beim Putzen kann er uns benachrichtigen. Meistens melden sich schnell Leute, die Zeit und Lust haben, zu helfen.“ Eine Stunde Arbeit wird im System „Cyclos“ mit zehn Talenten, der Währung von „Cyclos“ berechnet. Die Talente und „Cyclos“ ermöglichten den Mitgliedern eine erweiterte Version des Tausches: Hat jemand etwas gefunden, das ihm gefällt, muss er dem Gegenüber nicht zwingend eine eigene Ware dafür anbieten, sondern kann ihn quasi mit Talenten bezahlen.

„Tauschen-am-See ist noch mit viel Idealismus verbunden“, sagte Kubalczyk. Eigeninitiative sei erforderlich, um aussichtsreich tauschen zu können. Von Überlingen über Salem, Friedrichshafen und Tettnang bis nach Vorarlberg gäbe es viele Tauschringe, am meisten Erfolg habe aber der Tauschring in Vorarlberg. Die Mitglieder tauschten auf regionaler Ebene, bei dringenden Angelegenheiten sei aber auch der überregionale Tausch möglich.

Die Mitglieder treffen sich regelmäßig, basteln, kochen und zeigen ihre Kreativität in ihren Tauschprodukten. Dadurch, dass die meisten von ihnen nicht gewerblich sind, bleibe die familiär-freundschaftliche Atmosphäre im Tauschring erhalten. Außerdem sollen alle Mitglieder nie mit ihrem Konto zu sehr ins Minus oder Plus gehen, damit alle Mitglieder im Ausgleich miteinander bleiben. Für die Mitgliedschaft fallen kleine Gebühren an: Zwei „Talente“ im Monat und 10 Euro im Jahr, die die Organisationsarbeit und Unterhaltung der Website finanzieren. Ansonsten erfolgt die Organisationsarbeit ehrenamtlich. Neue Mitglieder sind im Tauschring „Tauschen-am-See“ immer herzlich willkommen. Das nächste Großtreffen soll im Herbst in Salem stattfinden, Regionaltreffen finden regelmäßig in Tettnang, Salem und Überlingen statt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter

www.tauschen-am-see.jimdo.com

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