Schwäbische.de Schwäbische.de
Wolkig 18
Merklingen (Alb)
Lokales

Mann in Schredder zerquetscht

Unfall am Donnerstag auf der A8-Baustelle bei Merklingen – Zweiter Mann schwer verletzt

Zwei Männer wollten einen Defekt an diesem Schredder beheben. Als sie sich über die Maschine beugten, wurden sie von einem Deckel eingeklemmt, der sich plötzlich schloss.
Zwei Männer wollten einen Defekt an diesem Schredder beheben. Als sie sich über die Maschine beugten, wurden sie von einem Deckel eingeklemmt, der sich plötzlich schloss.
Ralf Zwiebler

Merklingen rau/isi Bei einem Unfall auf der A8-Baustelle bei Merklingen ist am späten Donnerstagvormittag ein Mann ums Leben gekommen. Er starb in einem Schredder, der Felsbrocken zerkleinern sollte. Ein weiterer Arbeiter wurde schwer verletzt. Es ist der zweite schwere Unfall auf der A8-Baustelle.

„Das ist ein tragisches Unglück und es geht nicht spurlos an den Beteiligten vorüber“, teilt Dirk Abel, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Tübingen, mit, das Bauherr des A8-Ausbaus ist. Zwei Männer versuchten am Donnerstag gegen 12 Uhr, einen Defekt an einer Steinbruchmaschine zu beheben, teilt die Polizei mit. Die 21 und 29 Jahre alten Arbeiter schalteten dazu die Maschine ab und öffneten einen Deckel, um an einen Rotor zu gelangen. Dabei klappte aus ungeklärter Ursache der sechs Tonnen schwere Deckel zu. Die Arbeiter wurden eingeklemmt und schwer verletzt. Der 21-Jährige wurde so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle verstarb. Ein 29-Jähriger wurde schwer verletzt. Der Rettungsdienst brachte ihn ins Krankenhaus.

Polizei ermittelt

Ein Vertreter des Landratsamts schaute sich die Unfallstelle an. Notfallseelsorger kümmerten sich um einen Arbeiter, der den Unfall entdeckt hatte. Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist nun Gegenstand der polizeilichen Ermittlungen. Geschehen ist der Unfall auf der Baustelle für die neue sechsspurige A8 nahe Merklingen/Nellingen.

„In der gesamten Bauzeit ist das der zweite große Unfall“, berichtet Dirk Abel. „Mehr ist uns nicht bekannt.“ Anfang Mai 2016 war ein etwa 45 Tonnen schweres Baufahrzeug zwischen Merklingen und Widderstall umgekippt und hatte einen damals 38 Jahre alten Arbeiter zerquetscht. Dieser war mit seinem Fahrzeug beim Rückwärtsfahren zu weit nach rechts gekommen.

Die Bodenfräsmaschine hatte damals den Halt verloren und war eine etwa vier Meter hohe Böschung hinunter gekippt. Das Fahrzeug hatte sich seitlich überschlagen und war auf dem Dach liegen geblieben. Kollegen hatten den 38-Jährigen damals gerettet: Mit Baggern hatten sie die heruntergestürzte Bodenfräsmaschine angehoben und den eingeklemmten Mann noch lebend befreien können.

Etwa 100 gewerbliche Arbeiter sind derzeit auf einem 23 Kilometer langen Abschnitt damit beschäftigt, die Autobahn von vier auf sechs Spuren zu erweitern. Zeitweise waren 150 Arbeiter in Spitzenzeiten beschäftigt. Um Unfälle bei so vielen Arbeitern möglichst zu vermeiden, setzt das Regierungspräsidium auf einen Sicherheits- und Gesundheitskoordinator, der die Baustelle in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Die letzte Kontrolle am 12. August brachte keine Mängel, ergänzt Dirk Abel. „Von unserer Seite haben wir alles getan, um Unfälle zu vermeiden“, ergänzt er. Wieso der Deckel runter fiel und die Arbeiter einquetschte, muss nun geklärt werden.

Ihr Kommentar zum Thema

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Mann-in-Schredder-zerquetscht-_arid,10735517_toid,340.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.