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Lindau (Bodensee)
Lokales

Lindau leuchtet jetzt nachts in LED-weiß

Stadt baut in 1200 Straßenlaternen moderne und energiesparende Technik ein

Wie hier im Motzacher Weg stattet die Stadt Lindau bis Ende Oktober 1200 Straßenlaternen mit LED-Leuchten aus.
Wie hier im Motzacher Weg stattet die Stadt Lindau bis Ende Oktober 1200 Straßenlaternen mit LED-Leuchten aus.
Christian Flemming

Lindau sz Bis Ende Oktober lässt die Stadt bei 1200 Straßenlaternen die alten Lampen gegen moderne LED-Technik austauschen. Die sparen Energie und verursachen weniger Wartungskosten. Einigen Lindauer gefällt aber die Lichtfarbe nicht. Andere haben den Eindruck, es sei weniger hell in den Straßen. Dem widerspricht Kai Kattau, zuständiger Werkleiter der Garten- und Tiefbaubetriebe, mit dem die LZ gesprochen hat.

In Lindau haben bisher nachts noch uralte sogenannte Quecksilberdampflampen den Bürgern den Weg gewiesen. Die verbrauchten so viel Energie, dass sie nicht mehr hergestellt werden. Ersatzteile gibt es für diese Laternen auch nicht mehr. Deshalb hat der Stadtrat vor einem Jahr den Austausch von 1200 Laternen beschlossen, im Frühjahr haben die Räte den Auftrag vergeben. Bis Ende Oktober sollen überall die neuen LED den Lindauern heimleuchten.

Kattau freut sich, weil die Stadt künftig 100 000 Euro im Jahr an Stromkosten sparen wird. Außerdem freut er sich, dass das Bundesumweltministerium über die sogenannte Jülichgruppe die Umstellung mit fast 160 000 Euro fördern wird. Somit bleiben bei der Stadt noch knapp 550 000 Euro. Somit wird sich angesichts der langen Lebensdauer der LEDs die Umstellung in einigen Jahren bezahlt machen. Von Anfang an sparen wird Lindau Energie, nämlich 341 Megawattstunden pro Jahr. Kattau freut sich zudem, dass die Stadt der Umwelt 182 Tonnen Kohlendioxid erspart und damit zum Klimaschutz beiträgt.

Der GTL-Werkleiter räumt ein, dass nicht alle Lindauer glücklich sind mit der Umstellung. In Gesprächen und auf Facebook klagen Bürger, dass ihnen das Licht zu kalt erscheint im Vergleich zu den alten organgefarbenen Leuchten. Außerdem hat mancher das Gefühl, die neuen LED-Lampen seien dunkler als die alten Laternen. Andere dagegen fühlen sich sogar geblendet, und viele freuen sich, dass Lindau Geld spart und was für den Klimaschutz leistet.

Technik lenkt das Licht besser auf Gehwege und Fahrbahnen

„Wenn ich in die Lampe schaue, ist es dunkler. Trotzdem ist die Straße mindestens so gut ausgeleuchtet wie vorher“, kommentiert Kattau die unterschiedlichen Erfahrungen der Bürger. Er erklärt das damit, dass die neuen Lampen das Licht viel besser auf Gehwege und Fahrbahnen lenken als die alten Pilzleuchten. Das vermeidet Lichtverschmutzung, die vor allem Insekten schadet.

Auf der anderen Seite habe man Blendwirkungen verhindert, ergänzt Kattau. Denn auch wenn viele Bürgern die Laternen vor allem wollen, um ein besseres Sicherheitsgefühl zu haben – weil es draußen nicht dunkel ist und sie sich nicht vor Einbrechern oder anderen Verbrechern fürchten müssen –, für die Stadt geht es vor allem um die Verkehrssicherheit.

Kattau ergänzt, dass die Stadt ein warm-weißes Licht ausgewählt hat, das die Farben der Umgebung möglichst wenig verändern soll, auch wenn das manchem als zu kalt erscheinen möge. Kattau ist aber sicher, dass sich die Lindauer schnell an die neuen Laternen gewöhnen. Andererseits sei auch das Urteil über das Licht letztlich Geschmackssache, sagt Kattau, und darüber lasse sich bekanntlich nicht nur in Lindau gut streiten.

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