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Lichtstube in Suppingen: Stammtisch „vermostet“ Kommunalpolitik

Lichtstube in Suppingen: Stammtisch „vermostet“ Kommunalpolitik
Meindl

Suppingen cm Die sechste Auflage der Lichtstube des gemischten Chors Suppingen unter dem Motto „schwäbisch g’songa, g’schwätzt ond g’spielt“ ist erneut zu einem großen und stark beklatschten Erfolg geworden. Die Mitwirkenden waren großartig in Fahrt: Angefangen beim gemischten Chor, über die sechs politisierenden und singenden Stammtischbrüder Friedrich „Frieder“ Hetterich, Hans „Fuzzy“ Nüssle, Andreas „Endress“ Mutschler, Adalbert „Berti“ Röschl, Peter Schneider und Walter „Wasti“ Strohm. „Charly und seine Freunde“ gestalteten zudem für ihre Gäste einen unvergesslichen und das Zwerchfell strapazierenden Abend.

Der gemischte Chor eröffnete den bunten Reigen von Musik, Moritat und G’schwätz mit seinem örtlichen „SuppingerSchnitz“ . Dabei standen nicht nur alle Aktiven in Tracht auf der Bühne, auch die Gäste in der Kornberghalle waren zünftig in Tracht oder Blauhemd erschienen. Hätten die Damen im Publikum ihr Strickzeug zur Hand gehabt, wäre der ganze Saal zu einer gemütlichen aber riesigen Lichtstube geworden.

Nur Dirigent Christian Vogt aus Ulm blieb seinem Stil in schwarzem Anzug und obligatorischem Schal treu und leitete seine Sänger gekonnt und engagiert durchs Programm. Der gemischte Chor besitzt ein eigenes „Suppinger Liederbuch“, aus dem die Schnitz (spritzige und humorvolle Lieder) entnommen waren. Erst im vergangenen Jahr hat der Chor eine CD herausgebracht unter dem Titel „So seng mr's no“. Der Chor ist zudem erster Preisträger beim Volksmusikwettbewerb des Landesmusikrats Baden-Württemberg.

Die sechs frei von der Leber schwätzenden Stammtischbrüder Frieder, Fuzzy, Endress, Berti, Peter und Wasti waren wieder humorvoller und hintergründiger Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung mit Wiederholungsbedarf. Dabei tranken sie traditionsgemäß „Moschd vom Vorstand“. „Dr Moschd vom Walter hot’s dies Johr en sich. Halded euch beim Trinka a bissle zurück“, riet Berti, der wie jedes Jahr die Moderation des Abends übernommen hatte, den Besuchern. Wie üblich „vermosteten“ die sechs Komiker dann auch alles an Kommunalpolitik, was ihnen so unter die Feder gekommen war. Aussagen wie „Nadur isch zom Putza da“ oder kernige Aussagen zum „Vergänglichkeitsdenkmal an der Schinderwasenbuche“ brachten den Saal zum Brüllen. „Des Chaos, wo unbestattete Baumleichen romstracket, wobei des Holz wohl bess‘r em Ofa verheizt hät werra solla….“ oder ein Liedchen des betreffenden Baumes im wechselnden Licht und Schatten der Windanlagenriesen in der Nachbarschaft brachten das Thema, das die Suppinger beschäftigt, markant auf den Punkt. „Dies Leben fiel dem Baum sehr schwer, da ist er bei Sturm und Gewitter zur Erde niedergerauscht… der alte Baum ist tot.“ Und nun liege er da und soll als Schlupfwinkel für Insekten und Tier renaturiert werden.

Über Schweinehaltungen und andere Suppinger Bauwerke nahm das Gespräch aber auch „großpolitische“ Themen aus der Hauptstadt auf. Die „Schweinestadt im Süden des Fleckens“ gab für Fuzzy Anlass, auf die „Großstadt-Sau“ und damit auf Berlin zu kommen, wo mehrere Rotten Wildschweine den Berlinern das Leben unterhaltsam machten. „Berlin isch eine saufreundliche Stadt“, war sich der schelmische Stammtischbruder sicher. „Ond die Städter händ koi Ahnung, wie se die Schweine in d‘ Pfann bekomma sollet.“ Die Berliner sind halt keine erfinderischen Schwaben. Und wer hätte es gedacht: Schon war auch Suppingen bei Wolfgang Thierse und seiner „Stänkerei gegen die Schwaben“ angekommen.

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