Schwäbische.de Schwäbische.de
Gewitter 22
Friedrichshafen
Lokales

Leichen der Flugzeuginsassen gefunden

Konstanz dpa/lsw Nach dem Absturz eines Kleinflugzeugs am Bodensee mit zwei Toten beginnt für die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung die akribische Suche nach der Ursache.

Dass die Unglücksstelle im Wasser liege, stelle die Ermittler vor besondere Herausforderungen, sagte Pressesprecher Germout Freitag am Donnerstag. Zum einen könne sich dadurch die Lage des Wracks ändern. „So wie es auf der Oberfläche aufgekommen ist, liegt es nicht mehr am Grund.“ Einzelne Teile könnten auch weggeschwemmt werden.

„Wasser ist wie Beton“, sagte Freitag weiter. Wenn ein Flugzeug auf einem weicheren Untergrund - beispielsweise einem Acker - aufpralle, sei es wahrscheinlicher, dass die Wrackstücke noch komplett seien. Zudem rosteten einige Teile, etwa Speicherkarten, schnell unter Wasser. Auch bei der Bergung des Wracks könne es Schwierigkeiten geben - so müssten Einsatzkräfte darauf achten, die möglicherweise vollgelaufenen Teile langsam zu heben, damit sie nicht brechen.

Wie die Polizei mitteilte, haben Taucher im Rahmen der Bergungsarbeiten die sterblichen Überreste der beiden Flugzeuginsassen gefunden. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wird eine Obduktion des Piloten durchgeführt. 

Flugroute der Unglücksmaschine

Beweise werden akribisch gesammelt

Die Propellermaschine vom Typ Piper Malibu war am Dienstag mit zwei Menschen an Bord in Zürich gestartet und wenig später nahe der Blumeninsel Mainau ins Wasser gestürzt. Die Beamten gehen davon aus, dass beide Insassen ums Leben gekommen sind. Neben dem 74 Jahre alten Piloten war nach Polizeiangaben auch seine 75 Jahre alte Partnerin an Bord. Beide sind Schweizer Staatsangehörige.

Am Mittwoch war ein großes Stück der verunglückten Maschine aus dem Wasser gehoben worden. Weitere Bergungsmaßnahmen seien momentan nicht geplant, sagte ein Polizeisprecher. Es sei genügend Material vorhanden, um die Ermittlungen fortsetzen und abschließen zu können.

Bis ein abschließender Untersuchungsbericht vorgelegt werde, dauere es aber eine Weile, sagte Freitag. Generell gelte: Jeder Flugunfall ist einzigartig. „Wir können nie Parallelen ziehen zu anderen Vorfällen.“ Die Mitarbeiter untersuchten die Unfallstelle vor Ort, ebenso die gefundenen Wrackteile und befragten auch Zeugen. Anschließend würden die gesammelten Informationen aus- und bewertet. „Wir sammeln akribisch, um herauszufinden: Was ist in der Luft passiert, was hat das Flugzeug zum Absturz gebracht?“

Ihr Kommentar zum Thema

 
URL: http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Leichen-der-Flugzeuginsassen-gefunden-_arid,10717306_toid,310.html
Copyright: Schwäbisch Media Digital GmbH & Co. KG / Schwäbischer Verlag GmbH & Co. KG Drexler, Gessler. Jegliche Veröffentlichung, Vervielfältung und nicht-private Nutzung nur mit schriftlicher Genehmigung.
Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an online@schwaebische.de.