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Lokales

"Lehrer sollen ein Sprachvorbild sein"

Sprachwissenschaftlerin Cordula Löffler über Identität, soziale Herkunft und warum Lehrer kein Schwäbisch sprechen sollten.
Cordula Löffler forscht an der PH Weingarten über der den Alemannischen Dialekt im Bodenseekreis.
Cordula Löffler forscht an der PH Weingarten über der den Alemannischen Dialekt im Bodenseekreis.
Markus Reppner

Weingarten sz Ist Dialekt sprechen eine Schwäche oder Stärke? Gehören „Ha noi“ und „Glump“ bald der Vergangenheit an? Oder erlebt das Regionale eine Renaissance? Über diese Fragen sprach SZ-Redakteur Markus Reppner mit Cordula Löffler, Professorin für Sprachliches Lernen im Fach Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Weingarten.

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Kommentare (14)
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"Professoren sollten Sprachvorbild sein"
Gleich zu Anfang: "Genau das ist Frau Löffler nicht."
Mit ihrer Forderung der Verbannung des schwäbischen Dialekts in den Bereich des Unsichtbaren leistet sie dem weiteren Verschwinden der Dialekte, in diesem Fall des Schwäbischen, weiter Vorschub. Seien wir doch froh, dass im Süden der Bundesrepublik ein derartiges Klassendenken in Bezug auf die Mundart noch nicht eingesetzt hat, wie das in NRW wohl schon vor Jahrzehnten der Fall gewesen ist. Frau Löffler sollte sich Kommentar 11 dieser Kommentarspalte mehrmals durchlesen und im Anschluss noch einmal die gesammelte Fachliteratur zum Thema Diglossie zu Gemüte führen. Ich gebe Frau Löffler darin Recht, dass Studenten, den Unterschied zwischen Standardsprache und Dialekt kennen sollten und später so als Brückenbauer in der Schule agieren können. Und zwar verstanden als eine Gleichberechtigung zwischen Schriftart und Mundart. Nach dem Ansatz von Frau Löffler werden sie das aber nicht werden. Vielmehr wird ihnen auferlegt sich von Ihrer Identität zu trennen. Es ist durchaus schade, dass solch' wichtige Positionen vom Land Baden-Württemberg so fehlbesetzt werden. mehr

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Ich denke es wäre auch möglich ,dieser babylonischen Sprachvervielfältigung durch Dialekte ein Ende zu machen . Wenn sich 3 Hipster-Schwaben mit 3 Hipster - Badener im angesagten Berliner Szene-Cafe treffen , welche Sprache sprechen sie dann ? ENGLISCH ! ... in english please !
Man könnte in EUROPA eine Sprache als Amtssprache einführen , die jedes Schulkind zusätzlich zur Muttersprache lernen muss . Die Sprache könnte per Losentscheid unter allen europäischen Sprachen ( außer Bayerisch ), ermittelt werden . Spanisch , Räto-Romanisch ,Englisch , Deutsch ...was auch immer . mehr

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Die meisten bruddelnden Tüftler und Erfinder kommen wohl aus Schwaben und nicht aus NRW

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Frau Löffler,
man kann Ihnen nur beipflichten.
Wie wir alle wissen, ist die Schweiz ein total rückständiges Land, ökonomisch, intellektuell, akademisch und schulisch.

Natürlich nicht vergleichbar mit den Topergebnissen, die an NRW-Schulen erreicht werden.
Das kommt sicherlich daher, dass in der Schweiz alle schwyzerdüütsch schwätzet und niemand das Schriftdeutsch richtig dahinkrakeln kann.

Kinder mit MGH kommen natürlich in NRW auch viel besser klar, weil die depperten Schweizer Lehrer immer nur schwyzerdüütsch schwätzet. Gottseidank, verirren sich nicht soviele Menschen mit MGH.

Ich finde gerade einfach nicht den Link zu den Pisa-Ergebnissen der Schweiz im Vergleich zu Deutschland. Können Sie mir helfen, Frau Löffler?

(Wer einen Hauch von Ironie entdeckt, kann ihn gern behalten) mehr

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Kommentar 12 Fortsetzung (Sorry, Speicherfehler)

Falls "pädagogische Zuwanderer" aus anderen Dialektzonen eingestellt werden sollten, bestünde akute Gefahr, dass die Standardsprache zusätzlich durch bayrische, hessische, sächsische und pfälzische "Sprachelemente" verwässert wird.

Jetzt mal im Ernst:

Die ganz überwiegende Anzahl der Lehrer weiß schon lange, welche Unterrichtssprache angebracht ist und wendet sie auch an. Die Lehrer-Azubis erfahren es dann hoffentlich spätestens vor den Prüfungslehrproben und nicht erst hinterher aus der Zeitung.

Von daher erübrigt sich eine breit angelegte, akademische Diskussion darüber, was die Lehrer „sonst noch“ falsch machen. Diesbezüglich sind schon genug „Baustellen“ in Bearbeitung, von denen manche glauben, damit das Bildungssystem optimieren zu können.

Wesentlich konstruktiver wäre dagegen eine wissenschaftliche Abklärung der soziokulturell, ökonomisch, materiell und strukturell bedingten Ursachen der kontinuierlich sinkenden Leistungsstandards an "schwäbischen Schulen."

Mediziner würden sagen: Zuerst Diagnose, dann Therapie.



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Irgendwie witzig:

Da sucht man nun händeringend nach Lehrern, stellt aus lauter Verzweiflung bereits Nicht-Erfüller, Quereinsteiger ein und ruft aus der Lehrerbildungsstätte lauthals nach dem "Standardsprache sprechenden Lehrer," als ob das jahrzehntelang akademisch diskutierte Thema aktuell am dringendsten einer Lösung bedarf.

Falls "pädagogische Zuwanderer" aus anderen Dialektzonen eingestellt werden sollten, bestünde akute Gefahr, dass die Standardsprache zusätzlich durch bayrische, hessische, sächsische




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Es versuchen immer Menschen die keine Ahnung von unserer Sprache haben sich eine Meinung zu Bilden, ich fahr ja auch nicht nach Hamburg und behaupte etwas zu wissen über Platt.

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"Der Lehrer oder Erzieher sollte ein Sprachvorbild sein" Richtig, und das gilt auch für Zeitungsredakteure. Da wünscht man sich doch öfter mehr Sorgfalt und weniger von den modischen aber meist unnötigen Anglizismen. mehr

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Was hochdeutsch sprechende Menschen wirklich von alemanisch oder schwäbisch
sprechenden Menschen halten , will ich mal mit einer kleinen Anekdote erläutern .
Vor gut zwanzig Jahren war einmal ein Bekannter aus Norddeutschland bei uns zu Besuch , von dort wo man das ( "die wo da" ist für hochditsche auch unverständlich) beste Hochdeutsch spricht . Nachdem wir uns eine weile unterhalten hatten , bemerkte er plötzlich . :...."Sag mal , sprechen dort wo du herkommst eigentlich alle Menschen so wie du , ich meine mit den vielen sch..,
hasch , bisch, warsch und dem Ausdruck als hätte man eine schwere Zunge ? Ich meine dies ist ja ein Vorteil , da kansch den ganzen tag angetrunken sein , merkt kein Mensch, weil alle so sprechen als hätten sie grad zwei viertele intus ! "
ha,ha ,ha ......ganz schön fies was ?
Doch , wer weiss ? Vielleicht hat er am end noch recht . Am Kaiserstuhl wird seit 50000 v.Chr Wein angebaut , und tatsächlich spricht man dort breitestes Alemanisch mit hoher stimmlage bei den Männern .Vielleicht hat sich die Sprache so entwickelt , weil Wein detmols a Alltagsgetränk war ?
jedoch , es ist mir auch zu Ohren gekommen ,dass man im Norden von Deutschland nicht unerheblich dem "Korn "( vermutlich ein trinkbarer Schnaps) zuspricht , und gerade Frauen sollen die Angewohnheit dort haben männliche Gäste rigoros mit demselben abzufüllen . Nun , ich denke es wird Zeit einen zusammenhang zwischen Alkoholischen Getränken und Sprachfärbungen zu eruieren . Vielleicht gibt es ja gar keinen Zusammenhang . mehr

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"Aber vor der Klasse ist Distanz gefragt und mit der Standardsprache verschafft er sich Respekt."

In der Schulwirklichkeit - und nur auf die kommt es an - haben es Lehrer heutzutage mit heterogenen Lerngruppen und mit einem nicht unerheblichen Anteil verhaltensorigineller Schüler(innen) zu tun.
Da kommt es mitunter maßgeblich auf eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung an. Beziehung schafft man aber nicht durch Distanz, sondern durch Nähe. Umgekehrt verhindert Distanz Nähe und somit eine gute Beziehung. Respekt verschafft man sich aber u.a. wiederum nur durch eine gute Beziehung.

Wer behauptet, die Standardsprache sei geeignet, sich Respekt zu verschaffen, hat wohl schon länger keinen direkten Kontakt zu einer Schulklasse mehr gehabt.
Schön "frisierte" Einzelstunden unter Laborbedingungen zählen dabei ausdrücklich nicht.

Das Problem mit dem Respekt ist wesentlich komplexer, als es die Frau Professorin Dr. phil. vorträgt. Aber es ist ja auch kein zentrales Thema der Sprachwissenschaft. mehr

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