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Lebenshilfe Wangen-Isny freut sich über 5000 Euro-Spende

Über einen Scheck in Höhe von 5000 Euro und 450 Euro aus dem Niederwangener Weihnachtsmarkt-Erlös durfte sich die Lebenshilfe Wangen-Isny am Samstag freuen. Unser Bild zeigt von links: Madlen Gärtner, Maria Diem von den Landfrauen Niederwangen, Klaus
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Wangen swe Einmal im Jahr kommt die große Lebenshilfe-Familie, kommen gut 100 Menschen mit und ohne Handicap, Angehörige, Betreuer und Sponsoren zusammen, um Gemeinschaft zu erleben, Rückblick zu halten und gemeinsam zu feiern. Dass dies in diesem Jahr im Gemeindezentrum St. Ulrich und nicht wie sonst üblich im Gemeindehaus St. Martin passierte, lag an den Umbautätigkeiten, die dort gerade im Gange sind. Ansonsten blieb es am Vortrag zum dritten Advent beim gewohnten und traditionellen Rahmen.

„Menschen mit Behinderung brauchen Unterstützung. Sie sollten jedoch nicht nur auf die Rolle des Hilfeempfängers festgelegt werden. Auch sie können im Kleinen Unterstützung leisten und diese Fähigkeit sollte geweckt werden“, sagte Wilfried Rogg im Rahmen seiner Ansprache.

Es sei normal, verschieden zu sein, meinte der Vorsitzende der Lebenshilfe Wangen-Isny: „Was wir aber brauchen ist eine Kultur der Aufmerksamkeit.“ Der Prozess, Behinderte als gleichberechtigte Partner in der Gesellschaft anzusehen, werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen: „Ich stelle fest, dass besonders ältere Menschen sich dabei schwer tun.“ Rogg bat um „heilende Hinwendung und Toleranz“. Derzeit ist eine

1:2-Betreuung möglich

Doris Rimmele, neben Petra Jungblut und Gerhard Reischmann Teil des Betreuer-Führungstrios, dankte allen Unterstützern, die den behinderten Menschen überhaupt erst ein Jahresangebot ermöglicht haben. „Mit 20 ehrenamtlichen Mitarbeitern und 38 behinderten Menschen haben wir derzeit eine 1:2-Betreuung“ stellte Gerhard Reischmann fest.

Von einem hohen Engagement des Betreuerteams sprach Bürgermeister Ulrich Mauch: „Mit großer Begeisterung denke ich auch an das Behindertensportfest zurück, das wirklich ein ganz besonderes Erlebnis war.“

Mauch überreichte Rimmele ein Kuvert „mit einem kleinen, städtischen Beitrag“. Auch die Landfrauen Niederwangen überreichten ihren Weihnachtsmarkterlös in Höhe von 450 Euro. Noch um eine Spur größer fiel die Spende der Firma Biedenkapp aus. „Wir haben in diesem Jahr auf Weihnachtsgeschenke für unsere Kunden verzichtet“, erklärte Klaus Biedenkapp. Dafür wurde die Lebenshilfe Wangen-Isny mit 5000 Euro bedacht. „Damit lässt sich ein tolles Jahresprogramm auf die Füße stellen“, freute sich Doris Rimmele, die gegenüber der Schwäbischen Zeitung erklärte: „So viele Spenden auf einmal wie in diesem Jahr hatten wir noch nie.“

Neben Musik gibt es einen Jahresrückblick

Die Behinderten Rainer Fähndrich, Miriam Werne und Karin Rogg sorgten – neben der Kißlegger Formation „Tüten & Friends“ - mit ihren Instrumenten für die musikalische Umrahmung, Klaus und Petra Jungblut dafür, dass die Besucher in Bildern einen Eindruck vom abgelaufenen Vereinsjahr mit zahlreichen Aktivitäten vom Faschingsball bis hin zum Hütten-Wochenende erhielten. Wie in jedem Jahr tauchte am Ende der Feier der Nikolaus auf und überreichte den Behinderten Jacken im bereits bekannten „Lebenshilfe-rot“.

„Eigentlich sollte es hier nicht Lebenshilfe, sondern Lebensfreude heißen“, stellte St. Nikolaus fest und freute sich über alle Gesangsbeiträge oder Gedichte. Von Herzen kam ein ganz besonderer Dank, der mit viel Überwindung zum Sprechen vor so vielen Menschen und einem kräftigen Durchatmen am Ende verbunden war.

„Ich finde es super, wie ihr euch um behinderte Menschen kümmert“, sagte Andreas an die Betreuer gerichtet. Ein kräftiger Applaus drückte aus: So dachten und denken viele andere auch.

Menschen, die sich ehrenamtlich für Menschen geistiger Behinderung engagieren möchten, sind bei der Lebenshilfe Wangen-Isny immer willkommen. Informationen erteilt Doris Rimmele, Telefon 07522/6699.

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