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Laupheim
Lokales

Laupheim registriert mehr Geburten und mehr Nationalitäten

Standesamtstatistik 2017: Laupheims Bevölkerung wächst und wird internationaler

Engagierter Standesbeamter: Rainer Ganser traut ein Paar – im Sommer bis zu acht an einem Samstag.
Engagierter Standesbeamter: Rainer Ganser traut ein Paar – im Sommer bis zu acht an einem Samstag.
Axel Pries

Laupheim sz Die jüngste Braut war gerade 18, der älteste Bräutigam schon 78. Die meisten trauten sich das erste Mal, aber zwei unternahmen auch schon den vierten Versuch: Solche Erkenntnisse aus den Laupheimer Trauzimmern verrät die Standesamt-Statistik für 2017 – aber auch gewichtigere Daten gehen daraus hervor. Etwa, dass die Zahl der Geburten die der Todesfälle weit überstiegen hat, also die Bevölkerungszahl auch in der Hinsicht wächst. Der Trend: Heiraten in Laup-heim wird internationaler.

222 Ehen wurden im vergangenen Jahr in Laupheim geschlossen – das ist der zweithöchste Wert, erklärt Standesamtsleiter Rainer Ganser. Nur im Jahr zuvor waren es noch mehr, und inzwischen pendele sich der Wert offenbar bei über 200 ein. Grund sei nicht nur die durch Zuzug gewachsene Bevölkerungszahl, sondern auch die gesteigerte Attraktivität Laupheims als Hochzeitsort. „Das Schloss mit seinem schönen Ambiente lockt Hochzeitspaare“, erklärt Rainer Ganser. Sehr beliebt: das Ja-Wort im Gewölbe des „Kleinen Schlosses“ und dann der Stehempfang im benachbarten Rosengarten. „Dafür kommen die Leute auch aus der weiteren Umgebung“. Damit solche Feiern schön ausfallen, fanden die meisten Hochzeiten auch 2017 in den traditionellen Hochzeitsmonaten Mai bis September statt. An manchen Samstagen erklärte der Standesbeamte bis zu acht Paare „zu Mann und Frau“. Spitzenmonat war der Mai mit 28 Eheschließungen, unter den dunklen Monaten kann da nur noch der Dezember mit 22 Trauungen mithalten.

Kurios: das vierte Ja-Wort

Es gab auch Kuriositäten und neue Trends im alten Jahr. Kurios: die beiden Laupheimer, die bereits das vierte Mal heirateten – jeweils andere Partner. Drei Hochzeitswillige probierten es auch schon zum dritten Mal. Und 67 Personen starteten in die zweite Ehe. 191 Ehen fanden rein unter deutschen Eheleuten statt, aber 31 auch mit ausländischer Beteiligung – Tendenz steigend. Ein Grund neben der gewachsenen Zahl der Flüchtlinge in Deutschland vermutet der Standesbeamte in gesteigerter Internationalität der Unternehmen. Facharbeiter und Ingenieure beider Geschlechter reisten immer mehr um die Welt – und lernten dabei auch Einheimische kennen. Das Ergebnis der Bekanntschaft lernt Ganser dann im Trauzimmer kennen. Dabei wächst auch die Zahl der Nationalitäten. Brautleute kamen außer aus den typischen Ländern auch aus Korea, Kroatien, Thailand, Vietnam, Kolumbien. Wobei es meist Frauen seien, die dem Ruf eines deutschen Mannes folgten – während es bei Ehen mit Flüchtlingen meist anders herum sei. Da sei es auch schon vorgekommen, erzählt der erfahrene Standesbeamte, dass er eine Trauung verweigert habe, weil der Bräutigam seine Identität nicht nachweisen konnte. Es habe immer wieder den Fall gegeben, dass eine deutsche Frau einen Mann heiraten will, der zum Beispiel aus Afrika kommt und keinen Pass vorlegen kann. Zum Glück, sagt Ganser, habe der Gesetzgeber für diesen Fall jetzt eindeutig festgelegt: „Ohne Nachweise der Identität keine Hochzeit.“

Keine Minderjährigen mehr

Eine weitere deutliche Regelung begrüßt er: Ehen unter oder mit Minderjährigen sind nicht mehr erlaubt. Er habe früher selten, aber durchaus möglich, den Fall gehabt, dass 16-jährige Jugendliche mit Einverständnis der Eltern heiraten wollen. Vor dem Hintergrund der Debatte um Zwangsehen ist das inzwischen verboten, und der Standesbeamte befürwortet das: „Es ist zum Schutz vor Zwangsehen.“

Auch von der anderen Seite der Lebensspanne fanden sich bei Ganser Paare ein. An der Spitze die 71-jährige Frau mit ihrem 78-jährigen Bräutigam. Jahrzehnte waren die beiden ein Paar, ehe sie sich im hohen Alter bei ihm das Ja-Wort gaben. 38 Ehen wurden im vergangenen Jahr wieder geschieden.

Als positiv wertet er die Geburten- und Sterbestatistik: Den 182 Sterbefällen stehen 249 Geburten gegenüber – mutmaßlich eine positive Folge des wachsenden Zuzugs junger Familien nach Laupheim. Diese Entwicklung folge dem allgemeinen Trend in der Stadt: „Wir hatten in den letzten Jahren immer mehr Geburten als Sterbefälle.“

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Zitat: "...und dann der Stehempfang im benachbarten Rosengarten...". Genau! Und ein Teil des Abfalls ( Flaschen, Scherben, Korken, Glitzerzeug, Luftballons... ) kann offensichtlich liegen bleiben oder fliegt über die Mauer in Richtung Schlosspark - das ist wahrlich attraktiv... mehr

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