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Tuttlingen
Lokales

Lärmterror steht unter Strafe

Das unnütze Hin- und Herfahren innerhalb geschlossener Ortschaften ist aber verboten.
Das unnütze Hin- und Herfahren innerhalb geschlossener Ortschaften ist aber verboten.
Christoph Schmidt

Tuttlingen sz Sobald das Wetter etwas schöner ist, fahren auffallend viele Autofahrer ihre Autos in der Tuttlinger Innenstadt spazieren. Dabei wird extrem beschleunigt, der Motor aufheulen lassen und dann scharf gebremst. Muss man sich das gefallen lassen? Redakteurin Ingeborg Wagner sprach darüber mit Polizeisprecher Thomas Kalmbach von der Polizeidirektion Tuttlingen.

Eine beliebte Route ist das Karrée Untere Hauptstraße und Seltenbach oder die etwas größere Schleife über die Jägerhofstraße, Stadtkirchstraße und über die Katharinenstraße wieder zurück. Welche Handhabe haben die Bürger?

Das braucht man sich nicht gefallen lassen. Für alle Verkehrsteilnehmer gilt zunächst eine Grundregel: sich so zu verhalten, dass kein anderer geschädigt, gefährdet, behindert oder belästigt wird, als nach den Umständen unvermeidbar. Ganz konkret spricht der Gesetzgeber in der Straßenverkehrsordnung auch die Autofahrer an und verbietet unnötigen Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen. Das unnütze Hin- und Herfahren innerhalb geschlossener Ortschaften wird hier explizit genannt. Im Klartext: Die von ihnen geschilderten Verhaltensweisen mancher Autofahrer in der Tuttlinger Innenstadt sind ordnungswidrig und können dementsprechend mit einem Bußgeld geahndet werden. Betroffene können und sollen die Polizei verständigen.

In den Seitenstraßen rund um Königs- und Bahnhofstraße gefällt es vor allem Cabriofahrern, mit voll aufgedrehter Anlage ihre Runden zu drehen, ein ums andere Mal. Oder Motorradfahrer drehen ihre Maschinen hoch. Das ist erstens Umweltverschmutzung und zweitens Lärmterror. Was sagen da die gesetzlichen Vorschriften?

Die von ihnen angesprochene Umweltverschmutzung und den Lärmterror stellt der Gesetzgeber, wie bereits erwähnt unter Strafe. Unnötiger Lärm und vermeidbare Abgasbelästigungen sind hier generell verboten und können mit einem Verwarnungsgeld von 10 oder 20 Euro belegt werden.

Die Anwohner können ja nicht jedes Mal die Polizei rufen, oder?

Natürlich können betroffene Anwohner jedes Mal bei der Polizei anrufen, wenn sie derartiges ordnungswidriges Verhalten feststellen. Diese Infos brauchen wir, um ein reales Gesamtbild zu bekommen, aus dem wir dann notwendige Maßnahmen ableiten können. Wichtig ist, dass wir nach einem Anruf wirklich genau wissen, wer, wann, mit welchem Fahrzeug gegebenenfalls zum wievielten Mal um die Ecke kommt. Im digitalen Zeitalter dürfte es für die Anzeigenerstatter kein großes Problem sein, den Nachweis zu führen. Und: Wenn jemand einen solchen Verkehrsverstoß meldet, ist es faktisch die Anzeige einer Ordnungswidrigkeit. Und der wird die Polizei selbstverständlich nachgehen. Auf Basis der bei uns ankommenden Informationen und Anzeigen können wir diesem Treiben dann auch ganz gezielt begegnen.

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Kommentare (4)
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Wir haben in Tuttlingen in der Innenstadt zwar einen Lärmterror, der sich langsam und stetig derzeit in die Vorstadt umdreht, allerdings haben wir neben dem sekt wenigen Monaten aufkommenden Terror durch Raser in der Wagenstr nun auch noch den Terror wild pinkelnder Hunde beim Ausgang mit den Besitzern. Sicher haben wir einen Rechtsstaat und sicherlich genug Verordnungen dieses so für die Innenstadt aufmerksamen Stadtrates, dass der Willkür im Umfeld der Innenstadt Tür und Tor geöffnet wurde. Das ist die dunkle Seite der Stadtverwaltung. Nichts tun, aber Forderungen stellen und Regeln, die keiner einhalten muss, umsetzen. mehr

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Verursacherprinzip, ist gesetzlich geregelt in diesem sogenannten "Rechtsstaat" Wenn das doch verboten ist, muss der Hersteller seine Renntüten und Ofenrohre halt unter Extremfahrweise bemustern lassen. Da bekommt er nie ein Zertifikat. Sensoren an die Karre und beim kleinsten Muckser über dem Wert stellt das Notprogramm ein und schon verstummt der erste Quitscher wieder. Deutscher Michl, ich glaube allmählich, die mischen außer Nitrat noch andere Substanzen ins Trinkwasser. Ich trage Ohrenstöpsel und damit ich das Elend nicht sehen muss habe ich noch immer keine Brille. mehr

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Eine geeignete Strafe wäre: Das Auto wird "in Ketten" gelegt (amtliche Lenkradkralle und Radsperre) , und der Fahrer , die Fahrerin (bei Odin -soll's ja geben) muss 3 Monate ein Elektroauto mieten - z.B einen Renault ZOE oder BMW I3. Für teure, brüllende Endschalldämpfer hat man ja auch Geld . mehr

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Das ganze Gesülze kann man sich schenken! Es passiert gar nichts, die "Strafen" sind ein schlechter Witz - keine abschreckende Wirkung! Wenn der Lappen mal für die nächsten 5 - 10 Jahre weg wäre, dann sähe das anders aus; unser "Rechtsstaat" halt... mehr

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